
Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte (r.) kennen sich bereits aus der ersten Präsidentenamtszeit des Republikaners. © UPI Photo/Imago
Könnten die USA nach Donald Trumps Wahlsieg aus der Nato austreten? Nato-Generalsekretär Mark Rutte macht sich diesbezüglich keine allzu großen Sorgen.
Brüssel – Nato-Generalsekretär Mark Rutte sieht keinen Anlass zur Sorge, dass die Vereinigten Staaten nach Donald Trumps Sieg bei der US-Wahl 2024 aus der Nato austreten könnten. Er unterstreicht stattdessen die die Bedeutung des Verteidigungsbündnisses für die strategischen und sicherheitspolitischen Interessen der USA.
Nato-Austritt nach Trump-Wahlsieg? „Haben 31 Freunde und Verbündete“
„Durch die Nato haben die USA 31 Freunde und Verbündete, die dazu beitragen, die Interessen der USA zu fördern, die amerikanische Macht zu vervielfachen und die Sicherheit der Amerikaner zu gewährleisten“, erklärte Rutte nach dem Wahlsieg des Republikaners.
Zusammen mit den anderen Mitgliedern repräsentieren die USA etwa die Hälfte der globalen wirtschaftlichen und militärischen Stärke. Diese Kooperation trage dazu bei, Aggressionen abzuschrecken, kollektive Sicherheit zu gewährleisten und die wirtschaftliche Stabilität zu fördern. Die Nato-Partnerschaft bleibe laut Rutte ein entscheidender Faktor für die Sicherheit und den Einfluss der USA weltweit.
Trump gewinnt US-Wahl 2024: Verbesserte Lastenteilung seit erster Amtszeit
Rutte verwies zudem auf positive Entwicklungen, die während Trumps erster Amtszeit angestoßen wurden. So habe sich die Verteilung der Verteidigungslasten zwischen Europa und den USA verbessert, was langfristig die Schlagkraft des Bündnisses gestärkt habe. Falls Trump am 20. Januar erneut ins Amt komme, werde er eine stärkere, größere und geeintere Allianz vorfinden, betonte Rutte.
Besonders hervor hob der Generalsekretär, dass inzwischen zwei Drittel der Nato-Staaten das sogenannte Zwei-Prozent-Ziel erreicht haben, also mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung ausgeben. Diese Entwicklung sieht Rutte als entscheidend für die anhaltende Stärke und Glaubwürdigkeit des Bündnisses. Die Verteidigungsausgaben steigen weiterhin in fast allen Mitgliedsstaaten, was das Engagement der Allianz zur gemeinsamen Sicherheit unterstreiche.
US-Wahl 2024: Nato-Staaten bleiben weiterhin skeptisch gegenüber Trump
Trotz der beruhigenden Worte von Rutte herrscht unter den Nato-Staaten weiterhin Skepsis über eine zweite Amtszeit Trumps. Viele Mitgliedstaaten hätten einen Wahlsieg von Kamala Harris bevorzugt, die als Gegenspielerin Trumps im Wahlkampf angetreten war (mehr Politik-News bei RUHR24).
In Trumps erster Amtszeit hatte er wiederholt Kritik an den vermeintlich zu niedrigen Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Partner geäußert. Seine Drohung, die USA könnten sich aus der Nato zurückziehen, sorgte damals für erhebliche Verunsicherung innerhalb des Bündnisses. dpa/bearbeitet durch Magnus Hoppe