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Überschwemmungen und Dürren: Klimaexperten alarmieren vor den drastischen Auswirkungen des Klimawandels. Sie verlangen Maßnahmen zum Schutz der Natur.

Wien – Österreich erlebte in diesem Jahr die dramatischen Folgen des Klimawandels hautnah: extreme Hitze, Dürreperioden und verheerende Überschwemmungen machen das Land verwundbarer denn je. IIASA-Generaldirektor Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber und der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, warnen eindringlich vor den Folgen des Klimawandels und rufen zu sofortigem Handeln auf.

„Das Klimasystem hat begonnen zu ‚zappeln‘“, sagte Schellnhuber während des Nachhaltigkeitsfrühstücks der österreichischen Hagelversicherung am 5. November 2024 in Wien. Die vermehrten Temperaturrekorde der letzten Jahre und die Intensivierung der Wetterextreme seien klare Anzeichen dafür, dass die Erde an einem Wendepunkt stehe.

Hochwasser und Niedrigwasser der Donau

In den vergangenen Jahren verzeichnete die Donau deutliche Schwankungen der Pegelstände. (Montage) © ImagoVerheerende Umweltpolitik gegen den Heimatschutz? Die Rolle der Bodenversiegelung

Die Dringlichkeit, den Klimawandel zu bekämpfen, wird auch durch ein hausgemachtes Problem verstärkt: den steigenden Bodenverbrauch. Die fortschreitende Versiegelung von Böden, insbesondere in Österreich, trägt maßgeblich zur Intensivierung der Wetterextreme bei. Der Klimaforscher Schellnhuber betonte, dass durch die massive Versiegelung von Flächen das Risiko von Überschwemmungen steigt, da das Wasser nicht mehr ungehindert versickern kann. „Was früher versickern konnte, überflutet heute unsere Straßen, Schienen und Häuser“, erläuterte er. Diese Bodenversiegelung beeinträchtigt nicht nur das Abfließen von Wasser, sondern gefährdet auch die landwirtschaftliche Fläche, die für die Versorgungssicherheit unerlässlich ist.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, ist ein sofortiger Stopp der weiteren Bodenverbauung unerlässlich, um Österreich als Agrarland zu bewahren und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. „Österreich brennt und ertrinkt zugleich: Wir müssen endlich handeln“, sagte Weinberger mit Nachdruck. Er warnte davor, dass die Verbauung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen gar die eigene Lebensmittelproduktion in hohem Maße gefährde.

Wetter in Österreich 2024: Neue Klimarekorde und Extremwetter

Der Sommer 2023 und 2024 waren geprägt von rekordverdächtigen Temperaturen und einer Vielzahl extremer Wetterereignisse. Österreich verzeichnete allein in Wien 52 Hitzetage, ein drastischer Anstieg gegenüber den durchschnittlich dreizehn Hitzetagen in den 1980er Jahren. Die CO₂-Konzentration erreichte, laut wetter.at, zudem mit 425 ppm einen historischen Höchststand. Derartige Entwicklungen sind laut Schellnhuber klare Indikatoren für den voranschreitenden Klimawandel. Die Häufung solcher Extremereignisse verdeutlicht, dass die Auswirkungen des Klimawandels in Österreich bereits spürbar sind.

„Nicht der Klimaschutz ist die Gefahr, sondern unser zögerliches Handeln, das uns und unseren Kindern die Zukunft nimmt“, mahnte Schellnhuber. Diese Worte verdeutlichen die Dringlichkeit, das Thema Klimaschutz konsequent und ohne Verzögerung anzugehen. Die Experten sind sich einig, dass die Menschheit auf die Natur angewiesen ist – eine Wahrheit, die allzu oft vergessen wird. Die Natur kann ohne uns existieren, doch umgekehrt ist das nicht der Fall.

Gloabeler Klimawandel als Problem des 21. Jahrhunderts: Unsere Verantwortung für kommende Generationen

Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, ist laut Experten keine Option, sondern eine Pflicht gegenüber den kommenden Generationen. Die Österreichische Hagelversicherung und ihre Vertreter rufen daher zu einem Umdenken in der Wirtschaftspolitik auf. Die Natur und die landwirtschaftlichen Flächen müssen als unersetzliche Ressourcen geschützt werden. Weinberger betonte, dass wirtschaftliches Wachstum nicht auf Kosten der Natur geschehen dürfe und dass Österreich jetzt eine nachhaltige Wirtschaftsweise benötige, die Natur, Umwelt und Böden in das wirtschaftliche Denken integriert.

„Es ist unsere Pflicht, den kommenden Generationen ein lebenswertes Österreich zu hinterlassen: ein ‚Land der Äcker, zukunftsreich‘“, erklärte Weinberger laut wetter.at. Die Experten warnen eindringlich davor, die Zeichen des Klimawandels zu ignorieren, und fordern von der Politik konsequente Maßnahmen. Nur durch eine kluge und nachhaltige Wirtschaftspolitik könne Österreich langfristig als Agrarland und damit als versorgungsfähige Nation bestehen. (ls)