Vor sieben Wochen war Papst Franziskus zunächst in Luxemburg und anschließend in Belgien zu Besuch. Er sprach über die Geburtenrate im Großherzogtum, forderte die Einwohner auf, mehr Kinder zu bekommen, und ging bei unseren Nachbarn noch weiter, indem er Abtreibung als «Mord» und Ärzte, die Abtreibungen durchführen, als «Auftragsmörder» bezeichnete. Diese Äußerungen sorgten in Belgien und sogar darüber hinaus für Empörung. Die sozialistischen Abgeordneten Taina Bofferding und Paulette Lenert haben den Premierminister deshalb zu diesem Thema befragt.
In seiner Antwort wies Luc Frieden zunächst darauf hin, dass es «nicht Sache der Regierung [sei], die Äußerungen des Papstes im Rahmen seines Besuchs in Belgien zu kommentieren». Er fügte hinzu, dass er «an den Grundsätzen der luxemburgischen Gesetzgebung zur Abtreibung festhalte» (Anm. d. Red.: Im Großherzogtum kann jede schwangere Frau bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche einen Schwangerschaftsabbruch beantragen).
Der Premierminister erinnerte auch daran, dass sich die Koalition sogar zu noch weitergehenden Schritten verpflichtet habe, da sie «gemäß dem Regierungsprogramm» «vorsieht, die dreitägige Bedenkzeit zwischen der gesetzlichen Beratung und dem Schwangerschaftsabbruch abzuschaffen», die derzeit gesetzlich vorgeschrieben ist.