
Hallo zusammen,
ich würde in meinem Garten in Brandenburg gerne eine mehrjährige Wildblumenwiese / Bienenweide anlegen.
– Die Wiese soll auf einer Fläche von ca. 80m² (etwas mehr als auf dem Bild rot marktiert) entstehen.
– Die Wiese soll für einen langen Zeitraum bestehen (10 Jahre +)
– Zu 100% aus heimischen Wildblumen / Kräutern / Gräsern bestehen, artenreich sein und schön blühen.
– Der Boden ist sandig, trocken, ph-Wert, ca 5,5
– vermutlich wird dieses Saatgut verwendet (für Region UG 22): https://wildackershop.de/feldrain-saum-regio-zertifiziert-nach-regiozert-66.html
Die Fläche ist ziemlich stark mit Spitzwegerich bewachsen welcher irgendwie entfernt werden muss, damit die Wiese gut wachsen kann.
Im letzten Frühjahr, wurde die Fläche mit einer Motorhacke umgegraben und danach eine Gründungung aus Phacelia, Buchweizen, Gelbsenf gesät, die mittlerweile abgemäht wurde. Anschließend ist der Spitzwegerich gewuchert.
Meine Idee: Das Saatgut einfach auf der Fläche aussäen, dann eine Folie über die Fläche legen und erst im nächsten Frühjahr entfernen und ordentlich wässern. Durch den Winter hat das Saatgut einen Kältereiz zum Keimen erhalten, und der Spitzwegerich wurde durch den Lichtentzug zerstört…vlt. aber auch gefährlich weil die Samen unter der Folie keimen?
Wie würdet ihr vorgehen, um die Wiese mit möglichst geringem Arbeitsaufwand anzulegen und zu welchen Zeitpunkten?
Schon mal vielen Dank für eure Hilfe! Ich freu mich auf eure Ratschläge!
Beste Grüße ap0n
by ap0n23
3 comments
also der spitzwegerich ist eine heimische und wichtige pflanze für die tierwelt. ich fänds schade wenn der so unterdrückt werden würde
wenn der boden eh schon sandig und mager ist, würde ich das saatgut einfacdh ausbringen und dann die natur machen lassen. vor allem wenns auf längere zeit vorgesehen ist.
alternativ machstr du es nicht über saatgut, sondern über mehrjährige stauden. da gibts auch wichtige pflanzen (ist bisschen mehr aufwand, also das einpflanzen. aber dann kannst du die stauden ja auch ihr ding machen lassen ^^ )
Du musst zwischen Saum und Blumenwiese unterscheiden. Die pflegt man grundsätzlich verschieden und eine Blumenwiese ist wahrscheinlich eher das, was du da langfristig möchtest. Dementsprechendes Saatgut brauchst du.
Das mit der Plane ist keine gute Idee, da einiges an Samen schon keimen wird und dir verloren geht. Andererseits keimen viele der Unkräuter auch erst im Frühjahr und Wurzelunkräuter bekommst du über eine so kurze Zeitspanne nicht entfernt.
Sehe zwei Möglichkeiten 1. jetzt nochmal umgraben und direkt einsäen. Dabei wirst du einen recht hohen Unkrautdruck im kommenden Jahr haben.
Ziel ist es daher im Idealfall die Samenbank der Unkräuter im Boden zu minimieren. Dafür Methode 2:
Jetzt oder direkt im kommenden Frühjahr tief umgraben. Aus den tiefen Bodenschichten werden die Samen dann nahe der Oberfläche zum Keimen angeregt. Sobald die Unkräuter keimen, direkt wieder flach (1-3cm) bei trockenem Wetter bearbeiten. Das wiederholst du bis zum kommenden Herbst, bevor du das gewünschte Saatgut quasi ohne Konkurrenz ausbringen kannst. Das wäre dann eine Schwarzbrache und bringt die besten Ergebnisse, erfordert aber eben Geduld. Mit Methode 1 sieht man sicherlich auch nette Erfolge, aber mit Methode zwei kommt man einfach schneller an das gewünschte Ziel.
Probier es einfach mal. Meine Erfahrung ist, dass von solchen Blühmischungen nach ein paar Jahren fast nichts mehr übrig ist und sich das Zeug durchsetzt, das eh am Ort ist. Aber das ist an sich ja nicht schlimm.
Grundsätzlich würde ich jetzt nichts mehr säen. Es ist für die Herbstaussaat schon viel zu spät. Da ist spätestens Mitte Oktober Schicht. Auch mit der Folie machst du eher die Sachen kaputt, die schon im Herbst keimen.
Ich würde das jetzt liegen lassen, ob mit oder ohne Folie. Dann im Frühjahr gut durcharbeiten und gemäß Anleitung auf dem Saatgut aussäen. Danacv ist das Schnittverhalten mindestens genauso wichtig wie die Aussaat.
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