Veröffentlicht am 16. November 2024, 15:27
/ ©Nicolas Vereecken
In Österreich wurde eine neue Wildbienenart entdeckt – die Fuchs-Langhornbiene.
In Österreich wurde eine neue Wildbienenart entdeckt – die Fuchs-Langhornbiene.
Neue Bienenart für Österreich: Heuer wurde erstmals eine Fuchs Langhornbiene in unserem Bundesgebiet nachgewiesen. Diese neue Art für Österreich stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum.
Der Österreichische Wildbienenrat prämierte bei seiner Jahresversammlung den „Bedeutendsten Wildbienenfund des Jahres“: und zwar die Fuchs Langhornbiene, Eucera vulpes – ein Erstnachweis und somit eine neue Art für Österreich! Unter den Favoriten fanden sich weitere äußerst interessante Funde: zum Beispiel eine Wildbiene in einem Geldautomaten, der Erstnachweis einer Art für Oberösterreich, ein außergewöhnlich alter Nachweis – nämlich von 1886 – aus dem Naturhistorischen Museum Wien sowie mehrere „Arealerweiterungen“ – das sind Nachweise von Bienenarten außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets.
Neue Wildbienenart für Österreich
Die Fuchs-Langhornbiene, Eucera vulpes, der bedeutendste Wildbienenfund des Jahres, stammt aus einem Luzernefeld in Tadten im Ostburgenland und wurde im Rahmen des Projektes FRAMEwork gesammelt. Experten der BOKU University und Herbert Zettel vom Naturhistorischen Museum Wien waren mit der nicht ganz einfachen Bestimmung des Tieres betraut, da die Art normalerweise vorwiegend im mediterranen Raum vorkommt. „Die klimatischen Bedingungen werden für manche Wildbienenarten aktuell auch in nördlicheren Gebieten günstiger. Das führt dazu, dass sie aus dem Mittelmeerraum gen Norden und somit auch nach Österreich wandern, wo sie sich bevorzugt im wärmebegünstigten Osten des Landes ansiedeln“, erklärt Sophie Kratschmer vom Institut für Zoologie der BOKU University.
Schimmernde Mauerbiene tauchte nach Jahren wieder in Österreich auf
Auch ein zweiter Fund wurde vom Wildbienenrat als „Herausragender Wildbienenfund“ prämiert: Dominique Zimmermann, Kuratorin der Bienen-Sammlung, entdeckte im Zuge ihrer Arbeit für das Projekt „Rote Liste der Wildbienen Österreichs“ die sogenannte Schimmernde Mauerbiene, Osmia submicans, die bereits 1886 in Innsbruck gesammelt wurde und sich seither in der Sammlung des Naturhistorischen Museums befindet. Nicht zuletzt ergänzt dieser Fund eines historischen Exemplars der Schimmernden Mauerbiene die Liste der in Österreich als ausgestorben geltenden Arten um eine weitere Art. „Vielleicht gelingt ja bald ein Wiedernachweis dieser besonderen Art – in Deutschland kommt sie nicht allzu weit von der österreichischen Grenze entfernt vor“, sagt Dominique Zimmermann. Eine Art gilt in Österreich übrigens dann als ausgestorben, wenn sie seit 50 Jahren nicht mehr nachgewiesen wurde.

©Harald Schillhammer
Die Schimmernde Mauerbiene wurde 1886 gesammelt und seither in Österreich nicht mehr gefunden.

©Christine Pühringer
(v.l.n.r.) Peter Unglaub (BOKU UNI) Sylvia Wanzenböck vom Österreichischen Wildbienenrat und Dominique Zimmermann Kuratorin der Bienen-Sammlung des Naturhistorischen Museums
Hier kommen Wildbienen in Österreich vor
Wildbienen brauchen im Allgemeinen hohe Temperaturen. Deshalb findet man die meisten Wildbienenarten Europas im Mittelmeerraum. Durch die steigenden Temperaturen der vergangenen Jahre können sich wärmeliebende Arten jedoch auch in Österreich in Arealen ausbreiten, die noch vor wenigen Jahren zu kalt für sie waren. Einige Wildbienenarten, die bis jetzt nur in Wien, Niederösterreich und im Burgenland vorkamen, breiten sich nun auch in den angrenzenden Bundesländern Oberösterreich und Steiermark aus. Die aktuellsten Neufunde für Oberösterreich sind ebenfalls auf eine solche Arealerweiterung zurückzuführen.
