Für den Einsatz des Army Tactical Missile Systems (ATACMS) galten bislang Beschränkungen. (Archivbild)
Quelle: AP
Laut Insidern könnten bald die ersten Angriffe mit “Army Tactical Missile Systems” (ATACMS) beginnen, die eine Reichweite von rund 300 Kilometern haben. Die Raketen sollen es der Ukraine ermöglichen, weiter entfernte russische Stellungen ins Visier zu nehmen.
Was die Entscheidung für Russland bedeutet
Die russische Regierung bezeichnete diesen Schritt als Eskalation. Wladimir Dschabarow, stellvertretender Vorsitzender des internationalen Ausschusses im russischen Oberhaus, warnte laut TASS, dass Bidens Entscheidung einen dritten Weltkrieg auslösen könnte und eine rasche Reaktion zur Folge haben werde.
Auch Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in den USA schätzt ein:
Das Ganze birgt Risiken, weil Putin das als Überschreiten einer roten Linie sehen könnte.
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Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent
“Die Ukraine soll das Territorium in Russland halten, damit man es hat – als mögliche Verhandlungsmasse”, sagt USA-Korrespondent Elmar Theveßen.17.11.2024 | 1:33 min
Was die Entscheidung für die Ukraine bedeutet
Russland hat in der Nacht den größten Luftangriff auf die Ukraine seit August gestartet. 120 Raketen und 90 Drohnen seien eingesetzt worden. Es gab Tote und Verletzte.17.11.2024 | 2:16 min
Allerdings komme die Waffenfreigabe verspätet. So sieht es auch Militärexperte Christian Mölling. Das Muster “zu wenig, zu spät” kennzeichne die Hilfen für die Ukraine seit fast drei Jahren.
Wir wissen derzeit nicht, wie viele Raketen noch zur Verfügung stehen. Aber hätte die Ukraine die Freigabe früher erhalten, hätte sie die russischen Angreifer weiter zurückdrängen können.
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Christian Mölling, Militärexperte
Auch die Begrenzung auf Kursk hilft der Ukraine nach Einschätzung beider Experten nicht unbedingt. Das Land stehe im Süden viel mehr unter Druck und könne dort mit weitreichenden Waffen deutlich mehr erreichen.
Warum Kiew die Freigabe wollte
Selenskyj fordert seit Monaten eine Freigabe für Angriffe tiefer im russischen Landesinneren. Als Begründung wird von Kiew angeführt, dass nur so russische Militärflughäfen erreicht werden können, von denen Kampfjets aufsteigen, um auf ukrainische Ziele Gleitbomben abzuwerfen oder Raketen abzufeuern.
Nach fast 1.000 Tagen Krieg Russlands gegen die Ukraine steigt der internationale Druck auf Kiew, Verhandlungen zu führen. Präsident Selenskyj strebt ein Kriegsende 2025 an.16.11.2024 | 1:59 min
Warum kommt die Entscheidung jetzt?
Präsident Biden habe gute Gründe für seine Entscheidung, erklärt ZDF-Korrespondent Theveßen.
Dennoch ist der Schritt Bidens ungewöhnlich. Normalerweise vermeiden scheidende Präsidenten in Kriegsfragen jede Festlegung ihres Nachfolgers. Es sei der letzte Dienst, den Biden dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj erweisen könne, bevor Trump eine Kehrtwende in der amerikanischen Ukraine-Politik anordnen könnte, erklärt ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
Was heißt das für Deutschland?
Katharina Schuster ist ZDF-Redakteurin in Washington D.C.
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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
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