Lüneburg. In See sticht das Boot nicht. Eine weite Reise tritt es dennoch an – huckepack in einem Transporter der Bundeswehr geht es auf der Straße nach Litauen. Den Anker lichtet das bunte Segelboot symbolisch in der Theodor-Körner-Kaserne in Lüneburg, sodass es rechtzeitig am 1. Dezember als Adventskalenderboot bei den 70 Soldatinnen und Soldaten des Lüneburger Aufklärungslehrbataillons 3 ankommt – als besonderer und einzigartiger Adventskalender.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Die Frauen und Männer, die sonst in der Lüneburger Kaserne stationiert sind, leisten derzeit ihren Dienst in Litauen im Auftrag der Nato – an der Ostflanke des Verteidigungsbündnisses in der 16. Rotation der „enhanced Forward Presence (eFP)“. Weder die Adventszeit noch Weihnachten können sie mit ihren Familien und Freunden verbringen.

Der Bau des Adventskalenderbootes hat einige Zeit gedauert – nach drei Jahren wurde es im Sommer 2024 fertig. Inzwischen haben es 53 Sponsoren mit 1780 Geschenken befüllt.

Der Bau des Adventskalenderbootes hat einige Zeit gedauert – nach drei Jahren wurde es im Sommer 2024 fertig. Inzwischen haben es 53 Sponsoren mit 1780 Geschenken befüllt.

Soldaten und Zivilisten bauen das Boot in der Freizeit

Das mit vielen Überraschungen befüllte Adventskalenderboot ist ein Kunstprojekt der Künstlerin Ruth Weber und ein Gruß aus der Heimat für die Soldatinnen und Soldaten in Litauen. „Die Idee begann ich 2018 zu entwickeln, 2019 fanden erste Gespräche mit Soldaten statt.“

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Kameraden und Kameradinnen des Aufklärungslehrbataillons, zivile Angestellte der Bundeswehr und Familienangehörige der in Litauen stationierten Aufklärer aus Lüneburg haben den lebensgroßen Adventskalender unter der Leitung von Weber in deren Kreativwerkstatt auf dem Kasernengelände gemeinsam in der Freizeit gebaut. „Dass Soldaten und Zivilisten das Boot zusammen bauen, ist Teil des Konzeptes“, sagt sie.

Segel mit Lüneburg-Motiven

Als Skulptur-Puzzle, das aus mehreren einzelnen kleineren Teilen besteht, beschreibt die Künstlerin das Boot. Rathaus, Alter Kran, Wassersturm, St. Johanniskirche, Treppengiebel: Das Segel hat sie mit kleinen Kunstwerken der Lüneburger Sehenswürdigkeiten illustriert.

Der Bau des Adventskalenderbootes hat einige Zeit gedauert – nach drei Jahren wurde es im Sommer 2024 fertig. Inzwischen haben 53 Sponsoren es mit 1780 Geschenken befüllt – bis kurz vor der Abfahrt nach Litauen gibt es für weitere gespendete Geschenke Platz an Bord.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Kinder von Soldatin backen 1000 Kekse

„Besonders herzerwärmend finde ich den Beitrag eines Partners einer Lüneburger Soldatin, die sich im Einsatz in Litauen befindet. Er hat mit den gemeinsamen Kindern 1000 unterschiedliche, bunte fröhliche Kekse gebacken, jeweils zehn Stück in 100 Tütchen liebevoll verpackt“, freut sich Weber.

In der Bootsbibliothek gibt es unter anderem 80 verschiedene weihnachtlich verpackte Bücher, elf Heide-Krimis der Autorin Kathrin Hanke mit persönlicher Widmung, unterschiedliche Bücher speziell zu und über Lüneburg und signierte Bücher von ehemaligen Soldaten.

Große Geste der Wertschätzung

„Als Geschenke im Boot gibt es viele Überraschungen unterschiedlichster Art – zum Beispiel Gutscheine, die in Lüneburg eingelöst werden können“, sagt die Künstlerin, die Ende November mit nach Litauen zur Übergabe des Adventskalenderbootes fährt.

Oberstleutnant Jochen-Andreas Moos ist Kommandeur des Aufklärungslehrbataillons 3. Er ist begeistert mit Blick auf Weihnachten, dass die Garnisonsstadt an ihre Soldatinnen und Soldaten denkt. „Das Boot ist ein großartiges Projekt und eine große Geste der Wertschätzung“, lobt er. Zumal die Belastung für die Frauen und Männer im Einsatz hoch sei. Sie leisteten für 180 Tage rund um die Uhr Dienst.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiterlesen nach der Anzeige

Auf den Namen „Nexus Fidelis“ getauft

„Die Verbundenheit, die Lüneburg mit den Soldaten in Litauen zeigt, ist fantastisch. Dafür bin ich dankbar“, erklärte Moos, als das Adventskalenderboot jetzt den Sponsoren und Baumeistern präsentiert wurde. Mit einem Glas Wasser tauften er und Ruth Weber bei der Veranstaltung in der Kaserne das Boot auf den Namen „Nexus Fidelis“. Das bedeutet sinngemäß „Treue Verbindung“. Der Name sei Programm, meint Weber. Denn nach dem Einsatz in Litauen solle die Kalender-Skulptur zurück nach Deutschland gebracht werden, wo sie instandgesetzt und weitergebaut werden soll, um danach erneut für deutsche Soldatinnen und Soldaten in einem Einsatzland als Überraschung aufzutauchen.

LZ