Luxemburg ist übersät mit Wassertürmen, die nach dem Regen der letzten Wochen wahrscheinlich prall gefüllt sind. Neben ihrer offensichtlichen Funktion stechen viele von ihnen auch architektonisch hervor und sind schon aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen.

Naturturm Kirchberg

Der neueste Wasserturm Luxemburgs, der am 21. März 2024 eingeweiht wurde, versorgt Kirchberg mit Trinkwasser und fügt sich perfekt in die natürliche Umgebung ein. Das Bauwerk ist so geformt, dass sowohl Pflanzen als auch Tiere im Turm ein Zuhause finden können.

Der vom Architekturbüro Ballinipitt entworfene 49 Meter hohe Turm besteht aus zwei Tanks, die von den Quellen Glasbouren und Sebes gespeist werden. Das Stahlbetongebäude hat eine Fassade aus unbehandeltem Holz auf einem Stahlrahmen. Es soll neben Fledermäusen auch Mauerseglern und Wanderfalken ein Zuhause bieten. Die Holzverkleidung trägt dazu bei, dass sich das Gebäude in den umliegenden Wald einfügt.

Kegel-Turm Hivingen

Ebenfalls sehr auffällig ist der Kegelwasserturm in Hivingen im Südwesten Luxemburgs. Der 2003 errichtete und von Reuter Architects entworfene Wasserturm ist eine einfache geometrische Form, die von allen Seiten sichtbar ist und sich harmonisch in die Natur einfügt.

Der Wasserturm von Hivingen hat Ähnlichkeiten mit einem Ufo. 2005 wurde er für den EU-Mies-Award nominiert. Foto: Serge Waldbillig

Der Betonkegel ist mit einer Aluminiumhülle versehen und kann 2.000 Kubikmeter Wasser fassen. Er passt sich den wechselnden Wetter- und Lichtverhältnissen an. An sonnigen Tagen sieht man ihn leuchten, während er bei bewölktem Himmel fast unsichtbar wird. Das Gebäude wurde 2005 für den EU-Mies-Award nominiert.

Ban de Gasperich „Leuchtturm“

Der wohl bekannteste Kandidat dieser Liste ist der 68 Meter hohe Wasserturm in Ban de Gasperich, der 2018 eingeweiht wurde und seitdem Autofahrer am viel befahrenen Gaspericher Kreuz tagein, tagaus begrüßt.

Der 68 Meter hohe Wasserturm macht jeden Tag tausende Pendler beim Gaspericher Kreuz auf sich aufmerksam. Foto: Pierre Matgé

Nachts leuchten die vielen LEDs am Turm in verschiedenen Farben und verleihen ihm eine fast leuchtturmartige Signalwirkung, während die Fassade aus Aluminiumpaneelen mit weißer Metallverkleidung eine Hommage an die glorreichen Zeiten der luxemburgischen Stahlindustrie darstellt und gleichzeitig die symbolische Reinheit des Wassers widerspiegelt.

Dippach „L“-Turm

In der Nähe von Dippach ist der L-förmige Wasserturm, der sowohl ein Hoch- als auch ein Druckwasserturm ist, kaum zu übersehen. Er wurde 2017 von Paul Bretz Architects fertiggestellt und verleiht dem umliegenden Ackerland eine ungewöhnliche Note, fast wie eine seltsame Skulptur aus einer anderen Dimension.

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Der in Litauen geborene Gediminas Karbaukis hat einige der futuristisch anmutenden Wassertürme des Großherzogtums in einer Serie von Schwarz-Weiß-Fotografien festgehalten. Insgesamt sind 87 Wassertürme aus dem Großherzogtum abgebildet, die sowohl alte und historische als auch moderne und zeitgenössische Designs widerspiegeln.

Alternative Nutzungen

Der Wasserturm Düdelingen dient heute als Ausstellungsraum. Foto: Marc Wilwert

Nicht alle luxemburgischen Wassertürme führen noch ihre ursprüngliche Ausgabe aus. Der alte Wasserturm in Düdelingen, der Teil des ehemaligen Stahlwerks war, ist heute ein Ausstellungsraum.

Der Aquatower in Berdorf beherbergt jetzt eine Aussichtsplattform und eine Ausstellung zum Thema Wasser.  Foto: Commune de Berdorf

Der 55 Meter hohe Aquatower in Berdorf widmet sich ganz dem nassen Element und bietet eine interaktive Ausstellung zum Thema Wasser und Informationen darüber, wie die Luxemburger in früheren Zeiten Wasser fanden und speicherten. Von seiner Aussichtsplattform aus hat man einen fantastischen Blick auf die umliegende Region Müllerthal. Im Januar und Februar ist er geschlossen, man kann jedoch eine Führung buchen. Von März bis Dezember ist er donnerstags bis sonntags von 11.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und bietet einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang.

Dieser Artikel ist zuerst bei Luxtimes erschienen.
Übersetzung: Dustin Mertes