In der renommierten „La Liste“ werden jedes Jahr im Herbst die besten Restaurants weltweit aufgeführt. Für 2025 wurde der französische Spitzenkoch Guy Savoy, der in der „Monnaie de Paris“ tätig ist, zum achten Mal in Folge als bester Koch der Welt ausgezeichnet. Er teilt sich diesen Titel mit neun weiteren Restaurants aus den USA, Japan und China.
Den zweiten Rang belegt ein Restaurant an der deutsch-luxemburgischen Grenze: „Victor‘s Fine Dining by Christian Bau“ in Perl. Es erhielt eine exzellente Bewertung von 99/100 Punkten und zählt damit zu den absoluten Spitzenreitern.
Christian Bau und sein Restaurant „Victor’s Fine Dining“ in Perl belegen einen der ersten Plätze der Rangliste. Foto: Marc Wilwert/Archiv
Auch vier Restaurants aus Luxemburg schaffen es in die Liste:
„Ma Langue Sourit“ in Moutfort, geführt von Cyril Molard, erhält 91/100 Punkte und ist das bestbewertete Restaurant des Landes.
„La Distillerie“ in Bourglinster, unter der Leitung von René Mathieu, erreicht 83,5/100 Punkte.
Das Sterne-Restaurant „Léa Linster“ in Frisingen wurde mit 81/100 Punkten bewertet. Die Feinschmeckeradresse wird von Louis Linster, Sohn von Léa Linster und „Koch des Jahres 2024“, geführt.
Das italienische Gourmetrestaurant „Mosconi“ in Luxemburg-Stadt folgt mit 80,5/100 Punkten.
Ebenfalls in der Nähe Luxemburgs überzeugt das „La Table de Maxime“ in Paliseul (Belgien), das mit 90,5/100 Punkten einen Platz unter den Besten ergattert.
Ein Algorithmus als Grundlage
Die 2015 ins Leben gerufene Rangliste „La Liste“ basiert auf einem komplexen Algorithmus, der Bewertungen aus Reiseführern, Artikeln, Blogs und Gästemeinungen weltweit zusammenführt. Für 2025 wurden über 35.000 Restaurants aus 1.100 Publikationen in 200 Ländern analysiert. In Konkurrenz zu „La Liste“ steht das Ranking „World’s 50 Best“.
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„Die Gastronomie ähnelt dem Tennis“, sagt Philippe Faure, Präsident und Gründer von „La Liste“. „Über Jahre hinweg dominieren nur wenige Akteure. Das sind die Nadals, Federers oder Djokovics der Kochwelt.“ Während Europa und die USA in dem Ranking relativ stabil vertreten bleiben, sieht Faure besonders in Asien eine große Dynamik. So führt 2025 erstmals ein Restaurant aus Hongkong, das „Lung King Heen“, die Weltrangliste an.
Aufsteiger aus Asien und Ehrenpreis für Frankreich
Faure betont zudem die aufstrebende Bedeutung der koreanischen Küche, die sich zunehmend in die Weltelite vorarbeitet. In den Top 1.000 ist Japan mit 126 Restaurants am stärksten vertreten, gefolgt von den USA (114) und Frankreich (111).
Ein besonderer Ehrenpreis geht an Georges Blanc, den legendären Botschafter des Bressehuhns. Sein Restaurant in Vonnas wurde weltweit auf Platz drei gewählt.
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„Ich glaube nicht, dass es einen Niedergang (…) oder ein Desinteresse an der französischen Küche gibt“, sagt Philippe Faure. „Aber es gibt ein Desinteresse an ihren Übertreibungen.“
„Eine Übergangszeit ebnet den Weg zu einer Gastronomie, die sich auf den Genuss konzentriert“, fasst „La Liste“ zusammen.
Als Ausdruck dieser Entwicklung zeichnet „La Liste“ in diesem Jahr fünf Lokale mit dem Sonderpreis „Show to Table“ aus. Restaurants in Dubai, Madrid, Melbourne, Paris und Tokio werden für ihre einzigartige Verbindung von Atmosphäre und kulinarischem Vergnügen geehrt.
Dieser Artikel erschien zuerst bei „Virgule“. Übersetzung und Bearbeitung: Jörg Tschürtz.