Hier das Statement von Joe Biden zu der Begnadigung:
>Today, I signed a pardon for my son Hunter. From the day I took office, I said I would not interfere with the Justice Department’s decision-making, and I kept my word even as I have watched my son being selectively, and unfairly, prosecuted. Without aggravating factors like use in a crime, multiple purchases, or buying a weapon as a straw purchaser, people are almost never brought to trial on felony charges solely for how they filled out a gun form. Those who were late paying their taxes because of serious addictions, but paid them back subsequently with interest and penalties, are typically given non-criminal resolutions. It is clear that Hunter was treated differently.
>
>The charges in his cases came about only after several of my political opponents in Congress instigated them to attack me and oppose my election. Then, a carefully negotiated plea deal, agreed to by the Department of Justice, unraveled in the court room – with a number of my political opponents in Congress taking credit for bringing political pressure on the process. Had the plea deal held, it would have been a fair, reasonable resolution of Hunter’s cases.
>
>No reasonable person who looks at the facts of Hunter’s cases can reach any other conclusion than Hunter was singled out only because he is my son – and that is wrong. There has been an effort to break Hunter – who has been five and a half years sober, even in the face of unrelenting attacks and selective prosecution. In trying to break Hunter, they’ve tried to break me – and there’s no reason to believe it will stop here. Enough is enough.
>
>For my entire career I have followed a simple principle: just tell the American people the truth. They’ll be fair-minded. Here’s the truth: I believe in the justice system, but as I have wrestled with this, I also believe raw politics has infected this process and it led to a miscarriage of justice – and once I made this decision this weekend, there was no sense in delaying it further. I hope Americans will understand why a father and a President would come to this decision.
Joa, hätte ich an seiner Stelle auch gemacht tbh. Die amerikanische Justiz ist eh ein Witz, da richtet man mit so was auch keinen großen Schaden mehr an.
Sieht auf dem Papier natürlich doof aus, ist in der Praxis aber nachvollziehbar. Biden hat von Anfang an versucht die Normen zu wahren und sein Justizministerium nicht zu politisieren. Er hat den von Trump gegen seinen Sohn ernannten Sonderermittler im Amt gelassen, hat einen weiteren Sonderermittler ernannt um seine eigene Dokumentenaffäre zu behandeln. Und hat mit Durham noch einen von Trump ernannten Sonderermittler mit den absurden Ermittlungen über “election fraud” in 2020 sein Ding machen lassen. Und was hat er dafür bekommen? Nichts. Sein Sohn wurde absurd harsch behandelt, das einzige wirkliche Opfer politischer Verfolgung unter Biden. Ein rarer Fall, in dem jemand nicht nur *trotz*, sondern gerade *wegen* seiner einflussreichen Position unfair behandelt wurde. Seine Strafverfolgung und Strafe stehen in keinerlei Verhältnis zu seinem tatsächlichen Verbrechen.
“Er setzt damit ein schlechtes Beispiel, das Trump ausnutzen kann” halte ich auch nicht für sehr überzeugend. Der Zug ist abgefahren. Trump hat schon einen Haufen seiner korrupten Geschäftsfreunde begnadigt, plant die Verräter zu begnadigen, die das Kapitol gestürmt haben, und hat erst kürzlich Charles Kushner, den kriminellen Vater seines Schwiegersohns, als Botschafter für Frankreich nominiert. Den hat er ein paar Jahre zuvor übrigens auch begnadigt. Es gibt hier keine Normen mehr zu wahren, die sind längst tot.
Edit: Sollte aber wohl hinzufügen, dass ich aus Prinzip gegen Begnadigungen bin. Finde der Präsident sollte diese Macht gar nicht haben, auch wenn man mit ihr theoretisch viel Gutes tun kann. In der Praxis wird sie aber doch fast immer nur missbraucht. Ist es einfach nicht wert.
Ethisch betrachtet finde ich das irgendwie schwierig, aber auf persönlicher Ebene: wieso nicht. Warum sollte man sich an die Regeln halten, wenn die andere Seite das auch nicht tut.
Auf der einen Seite kann ich Biden auf menschlicher Ebene verstehen – das würde wahrscheinlich jeder für seinen Sohn machen. Vor allem im Hinblick auf die Amtsübernahme durch Trump.
Aber natürlich dürfte Biden in einem Rechtsstaat diese Macht niemals haben. Und Trump nach ihm natürlich auch nicht. Es wirkt ein wenig, als würde Biden kapitulieren und nun einfach noch seine Schäfchen (Familie) ins Trockene bringen, bevor in den nächsten Jahren das Chaos losgeht. Wenn die Republikaner wirklich durchziehen, was sie könnten, werden wir noch häufiger von “kapitulierenden” Politikern hören die es Biden quasi gleich machen.
Es ist tragisch, aber Biden wird wohl als unfreiwilliger Wegbereiter für Trumps Faschismus in die Geschichte eingehen.
Tja, da hat er bis vor kurzem noch ganz anders geklungen – aber nach der verlorenen Wahl kann man das natürlich schnell noch durchbringen. Als Vater verständlich, politisch ziemlich schlechter look. Vor allem wenn man als Demokrat gleichzeitig ständig schärfere Waffengesetze und Kontrollen fordert, dann jemanden zu begnadigen der bewusst gegen die schon bestehenden verdtoßen hat.
Good move
Bevor die Orange ihn nachher noch begnadigt, erledigt man das doch lieber selbst
Schwach. Der hat dermaßen oft verkackt, dass man einfach irgendwann verstaändlicherweise auch mal Konsequenzen tragen muss
Ich bin froh dass er sich letztendlich dafür entschieden hat.Wenn man mal bedenkt wer alles in wichtige Justiz Positionen gesetzt wurde dieses Wochenende, hasserfüllte von Rache getriebene Trump Loyalisten.Ich befürchte das sein Sohn von Trump freundlichen Polizeibeamten zu Tode schikaniert geworden wäre.Wenn Trump ohne Anhörung des Senats diese Trump Loyalisten in Justice und Sicherheitspositionen durchsetzen wird,beginnt ein blutiger Rachefeldzug.
Das hat Potential richtig übel zu werden. Er hat Trump damit eine Steilvorlage geliefert. Zum einen kann der jetzt immer drauf verweisen, dass Biden das ja auch für persönliche Zwecke genutzt hat, zum anderen wird er das als Beweis für Korruption gegen die Demokraten nutzen.
Ich kann das ja verstehen, aber politisch war das eine extrem schlechte Entscheidung.
Bevor sich hier über die USA echauffiert wird:
Der deutsche Bundespräsident kann ebenfalls Straftäter begnadigen und tut dies auch regelmäßig.
Der Unterschied? In Deutschland werden diese Begnadigungen durch den Bundespräsidenten geheim gehalten. Es muss der Presse gegenüber keine Auskunft dazu gegebenen werden und tut es idR auch nicht.
Das wurde gerichtlich leider inzwischen so für rechtens befunden, weil man dem Bundespräsident da aus irgendeinem Grund eine Sonderstellung einräumt, wo die normalen Regeln zur Informationsfreiheit nicht gelten.
Auch in Deutschland werden daher Straftäter begnadigt, nur wer oder warum wird gegenüber der deutschen Öffentlichkeit nicht weitergegeben. Ein dicker Mangel beim Demokratieprinzip, weil so eine öffentliche Kontrolle und die Grundlage für fundierte Wahlentscheidungen fehlt.
12 comments
Uff.
Hier das Statement von Joe Biden zu der Begnadigung:
>Today, I signed a pardon for my son Hunter. From the day I took office, I said I would not interfere with the Justice Department’s decision-making, and I kept my word even as I have watched my son being selectively, and unfairly, prosecuted. Without aggravating factors like use in a crime, multiple purchases, or buying a weapon as a straw purchaser, people are almost never brought to trial on felony charges solely for how they filled out a gun form. Those who were late paying their taxes because of serious addictions, but paid them back subsequently with interest and penalties, are typically given non-criminal resolutions. It is clear that Hunter was treated differently.
>
>The charges in his cases came about only after several of my political opponents in Congress instigated them to attack me and oppose my election. Then, a carefully negotiated plea deal, agreed to by the Department of Justice, unraveled in the court room – with a number of my political opponents in Congress taking credit for bringing political pressure on the process. Had the plea deal held, it would have been a fair, reasonable resolution of Hunter’s cases.
>
>No reasonable person who looks at the facts of Hunter’s cases can reach any other conclusion than Hunter was singled out only because he is my son – and that is wrong. There has been an effort to break Hunter – who has been five and a half years sober, even in the face of unrelenting attacks and selective prosecution. In trying to break Hunter, they’ve tried to break me – and there’s no reason to believe it will stop here. Enough is enough.
>
>For my entire career I have followed a simple principle: just tell the American people the truth. They’ll be fair-minded. Here’s the truth: I believe in the justice system, but as I have wrestled with this, I also believe raw politics has infected this process and it led to a miscarriage of justice – and once I made this decision this weekend, there was no sense in delaying it further. I hope Americans will understand why a father and a President would come to this decision.
https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2024/12/01/statement-from-president-joe-biden-11/
Joa, hätte ich an seiner Stelle auch gemacht tbh. Die amerikanische Justiz ist eh ein Witz, da richtet man mit so was auch keinen großen Schaden mehr an.
Sieht auf dem Papier natürlich doof aus, ist in der Praxis aber nachvollziehbar. Biden hat von Anfang an versucht die Normen zu wahren und sein Justizministerium nicht zu politisieren. Er hat den von Trump gegen seinen Sohn ernannten Sonderermittler im Amt gelassen, hat einen weiteren Sonderermittler ernannt um seine eigene Dokumentenaffäre zu behandeln. Und hat mit Durham noch einen von Trump ernannten Sonderermittler mit den absurden Ermittlungen über “election fraud” in 2020 sein Ding machen lassen. Und was hat er dafür bekommen? Nichts. Sein Sohn wurde absurd harsch behandelt, das einzige wirkliche Opfer politischer Verfolgung unter Biden. Ein rarer Fall, in dem jemand nicht nur *trotz*, sondern gerade *wegen* seiner einflussreichen Position unfair behandelt wurde. Seine Strafverfolgung und Strafe stehen in keinerlei Verhältnis zu seinem tatsächlichen Verbrechen.
“Er setzt damit ein schlechtes Beispiel, das Trump ausnutzen kann” halte ich auch nicht für sehr überzeugend. Der Zug ist abgefahren. Trump hat schon einen Haufen seiner korrupten Geschäftsfreunde begnadigt, plant die Verräter zu begnadigen, die das Kapitol gestürmt haben, und hat erst kürzlich Charles Kushner, den kriminellen Vater seines Schwiegersohns, als Botschafter für Frankreich nominiert. Den hat er ein paar Jahre zuvor übrigens auch begnadigt. Es gibt hier keine Normen mehr zu wahren, die sind längst tot.
Edit: Sollte aber wohl hinzufügen, dass ich aus Prinzip gegen Begnadigungen bin. Finde der Präsident sollte diese Macht gar nicht haben, auch wenn man mit ihr theoretisch viel Gutes tun kann. In der Praxis wird sie aber doch fast immer nur missbraucht. Ist es einfach nicht wert.
Ethisch betrachtet finde ich das irgendwie schwierig, aber auf persönlicher Ebene: wieso nicht. Warum sollte man sich an die Regeln halten, wenn die andere Seite das auch nicht tut.
Auf der einen Seite kann ich Biden auf menschlicher Ebene verstehen – das würde wahrscheinlich jeder für seinen Sohn machen. Vor allem im Hinblick auf die Amtsübernahme durch Trump.
Aber natürlich dürfte Biden in einem Rechtsstaat diese Macht niemals haben. Und Trump nach ihm natürlich auch nicht. Es wirkt ein wenig, als würde Biden kapitulieren und nun einfach noch seine Schäfchen (Familie) ins Trockene bringen, bevor in den nächsten Jahren das Chaos losgeht. Wenn die Republikaner wirklich durchziehen, was sie könnten, werden wir noch häufiger von “kapitulierenden” Politikern hören die es Biden quasi gleich machen.
Es ist tragisch, aber Biden wird wohl als unfreiwilliger Wegbereiter für Trumps Faschismus in die Geschichte eingehen.
https://abcnews.go.com/Politics/biden-not-pardon-son-hunter-biden/story?id=115620314
Tja, da hat er bis vor kurzem noch ganz anders geklungen – aber nach der verlorenen Wahl kann man das natürlich schnell noch durchbringen. Als Vater verständlich, politisch ziemlich schlechter look. Vor allem wenn man als Demokrat gleichzeitig ständig schärfere Waffengesetze und Kontrollen fordert, dann jemanden zu begnadigen der bewusst gegen die schon bestehenden verdtoßen hat.
Good move
Bevor die Orange ihn nachher noch begnadigt, erledigt man das doch lieber selbst
Schwach. Der hat dermaßen oft verkackt, dass man einfach irgendwann verstaändlicherweise auch mal Konsequenzen tragen muss
Ich bin froh dass er sich letztendlich dafür entschieden hat.Wenn man mal bedenkt wer alles in wichtige Justiz Positionen gesetzt wurde dieses Wochenende, hasserfüllte von Rache getriebene Trump Loyalisten.Ich befürchte das sein Sohn von Trump freundlichen Polizeibeamten zu Tode schikaniert geworden wäre.Wenn Trump ohne Anhörung des Senats diese Trump Loyalisten in Justice und Sicherheitspositionen durchsetzen wird,beginnt ein blutiger Rachefeldzug.
Das hat Potential richtig übel zu werden. Er hat Trump damit eine Steilvorlage geliefert. Zum einen kann der jetzt immer drauf verweisen, dass Biden das ja auch für persönliche Zwecke genutzt hat, zum anderen wird er das als Beweis für Korruption gegen die Demokraten nutzen.
Ich kann das ja verstehen, aber politisch war das eine extrem schlechte Entscheidung.
Bevor sich hier über die USA echauffiert wird:
Der deutsche Bundespräsident kann ebenfalls Straftäter begnadigen und tut dies auch regelmäßig.
Der Unterschied? In Deutschland werden diese Begnadigungen durch den Bundespräsidenten geheim gehalten. Es muss der Presse gegenüber keine Auskunft dazu gegebenen werden und tut es idR auch nicht.
Das wurde gerichtlich leider inzwischen so für rechtens befunden, weil man dem Bundespräsident da aus irgendeinem Grund eine Sonderstellung einräumt, wo die normalen Regeln zur Informationsfreiheit nicht gelten.
Auch in Deutschland werden daher Straftäter begnadigt, nur wer oder warum wird gegenüber der deutschen Öffentlichkeit nicht weitergegeben. Ein dicker Mangel beim Demokratieprinzip, weil so eine öffentliche Kontrolle und die Grundlage für fundierte Wahlentscheidungen fehlt.
Comments are closed.