Luxemburgische und griechische Zielfahnder haben am Montag Philippe W., einen 57-jährigen französischen Staatsbürger, der wegen eines mutmaßlichen Investmentbetrugs in Höhe von 5,4 Millionen Euro gesucht wurde, in Athen festgenommen.
Die Festnahme des Mannes, der im Großherzogtum geboren wurde und lange Zeit in Luxemburg lebte, erfolgte aufgrund einer engen Zusammenarbeitet der luxemburgischen Zielfahndungseinheit FAST mit den Abteilungen für Cyberkriminalität sowie Formation, Appui et Méthodes (FAME) sowie griechischen Polizeikräften.
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Philippe W. war am vergangenen 11. November auf Anordnung eines Untersuchungsrichters auf die Liste von Europe’s Most Wanted, der meistgesuchten Verbrecher Europas, gesetzt worden. Nur 21 Tage später konnte er nun festgenommen werden.
Flüchtiger reagierte auf LW-Berichterstattung
In einem Schreiben an die Redaktion des „Luxemburger Wort“ hatte W. auf die Berichterstattung reagiert, seine Unschuld beteuert und die Verantwortung für die Vorwürfe auf einen namentlich genannten anderen Mann geschoben. Er behauptete, stets mit Polizei und Justiz kooperiert zu haben. Weiterhin erklärte er, es habe Gründe gegeben, weshalb er nicht zu Terminen beim Untersuchungsrichter erschienen sei. Von der seit April bestehenden internationalen und europäischen Fahndung habe er angeblich nichts gewusst.
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Die offizielle Mitteilung der luxemburgischen Justiz deutet jedoch nicht darauf hin, dass W. sich freiwillig gestellt habe. Stattdessen hatten die griechischen Zielfahnder, informiert von ihren luxemburgischen Kollegen, seinen Aufenthaltsort in der Region Athen identifiziert. Daraufhin wurden Überwachungsmaßnahmen an strategischen Punkten eingerichtet, die in den frühen Morgenstunden des 2. Dezember 2024 zu seiner Festnahme führten. Bereits vor der öffentlichen Fahndung seien intensive Maßnahmen unternommen worden, um den 57-Jährigen zu lokalisieren, heißt es.
Die griechische Justiz muss nun über die Auslieferung von Philippe W. nach Luxemburg entscheiden. Grundlage dafür sind zwei europäische Haftbefehle, die in Luxemburg gegen ihn ausgestellt wurden. Erst nach seiner Auslieferung können die Ermittlungen gegen ihn weitergeführt werden.