Da ich gar nicht so viel und schnell sparen kann, wie die Immobilienpreise steigen, hab ich den Wunsch aufgegeben. Das Ersparte setze ich seitdem für Sachen ein, die mir gut tun, aber teuer sind. So habe ich Laser-Haarentfernung gemacht und jetzt bin ich gerade mit meiner ersten Invisalign-Schiene gestartet. Außerdem investiere ich in Urlaube. Warum auf dem Geld rumsitzen? Lohnt ja nicht.
Auch ich bin bereits vom Glauben abgefallen, bin quasi aus der Bauspar-Kirche ausgetreten und habe mich dem ETF-Kult angeschlossen.
Das tolle ist, dass die Leute das Geld stattdessen für die horrenden Mieten, die auch noch stetig steigen, ausgeben müssen.
Die haben also selbst ohne Wohneigentum noch nicht mal richtig Kohle.
Irgendwann – iiiiirgendwann, wenn die horrenden Preise und grundsätzlich sowieso zunehmend weniger Paare/Familien die Blase platzen lassen –
dann bin ich immer noch single aber sowieso zu alt für die Investition. Freue mich für irgendeine Folgegeneration 🙂
Kann man das nicht auf noch viel mehr beziehen? Wenn ich mich in meiner Bubble so umhöre, verlieren Deutsche den Glauben an so ziemlich alles in unserem Land.
Ich weiß das will keiner hören aber es gibt günstiges Wohneigentum zu kaufen. Nur halt nicht da wo die meisten hin wollen.
Ich bezeichne das immer als finanzielles Limbo: Du verdienst zu viel um schlecht zu leben, aber zu wenig für Wohneigentum. Wenn nun also die einzige große Ausgabe im Leben wegfällt, warum dann noch viel Sparen?
Der Witz ist, dass selbst die Leute, die genug sparen können und das Geld in ETFs und Co investieren, mittlerweile an den Punkt kommen, dass sie sich fragen sollten, ob der Kauf einer Immobilie überhaupt Sinn ergibt, wenn er so teuer ist. Angenommen man hat als Single 200k oder 400k im Depot, was das Finanzieren teurer Wohnungen ermöglicht. Warum nicht lieber mit den ETFs weitermachen und bald die Million knacken? Die Rendite ist doch viel höher als die gesparte Miete oder die Mieteinnahmen, die ich aus einer vergleichbaren Wohnung ziehen könnte, selbst wenn noch viel Fremdkapital im Spiel ist (denn Finanzierungszinsen sind immer noch hoch). Wenn ich die Wahl habe zwischen:
a) in 10 oder 15 Jahren nicht mehr arbeiten müssen und damit räumlich auch nicht mehr an die teuren Metropolen gebunden zu sein (Mittelmeer, ich komme)
vs
b) eine ganz nette Wohnung in einer deutschen Metropole besitzen / abbezahlen und weiter im Hamsterrad gefangen zu sein.
Häuser sind so 2019, heutzutage kauft man bunker !
Und keine Besserung in Sicht.
Warum wollen die Leute immer weniger Arbeiten? Hmmm.
> Millennials don’t buy diamonds anymore! They are so entitled!
Das ist so der Tenor
Wenn ich morgen im Lotto gewinne kaufe ich mir sofort ein Haus.
Das ekelhafte ist: die einzige Methode wie ich je ein haus kriegen könnte, ist darauf zu warten das meine Eltern sterben. Und hey, mein alter ist schon letzten Monat abgekratzt als hab ich ja jetzt eins… nur das der halt zu lebzeiten scheiß viele Kredite aufgenommen hatte mit einem totalen minus von 80.000. Also werde ich die Erbschaft ausschlagen, weil das verfallene Haus weniger wert ist, als die Schulden.
Was eine überraschung. Der Wohnmarkt wird von Interessenten kontrolliert die kein Interesse daran haben einen bezahlbaren Wohnmarkt zu schaffen. Geachweige denn einen vernüftigen Eigenheimmarkt in dem die Preise nicht lächerlich hoch sind.
Wir wohnen aktuell nicht mal in der Nähe von irgendeiner Großstadt und Anno 2020 habe ich versucht mit meiner Frau ein Haus zu finden, weil wir gern 2-3 Kinder hätten und Mietwohnungen in der Größe in unserer Gegend (r=30 km) entweder nicht zu finden sind oder so absurd teuer, dass ich gesagt habe, dass ein Haus auf dauer günstiger wäre.
Siehe da: 5-6 Zimmer bei uns kosten im Schnitt 1600 € und sind so selten wie Einhörner. Da muss schon ziemlich glücklich jemand gestorben sein für.
Das andere Problem beim Hauskauf:
Hier in der Gegend läuft nichts ohne Vitamin B und einem guten Ruf.
Hatten das perfekte Haus gefunden, auch noch in dem Wunschort.
Preis war super und wir kannten die Verkäufer.
Stellt sich heraus, dass die das Haus lieber über die Bank verkaufen, weil das so viel sicherer ist usw.
Inserat soll in 3 Tagen öffentlich geschaltet werden. Ich an Tag x Urlaub genommen, weil sicher ist sicher und auf der Inseratsseite gelauert.
Zack 00:02 Uhr! Das Inserat war drin und ich mich sofort beworben und am nächsten Morgen bei Banköffnung dort angerufen und versucht einen Termin zur Besichtigung gewünscht.
“Es tut uns leid, aber das Haus ist schon verkauft.”
Ich war verdutzt und irritiert, bis ich dann ein paar Monate später gesehen habe, dass die Tochter des “Maklers” der Bank dort einzieht. Der wird schon mal nicht mehr zum Grillen eingeladen.
Zum Glück hatten wir in der Zwischenzeit den perfekten Baugrund von einem ehem. Nachbarn abkaufen können und damit auch den vorletzten geeigneten Platz in unserem Ort bekommen.
Baut man halt selbst und spart sich die ganzen Blutsauger.
Nächste Woche ziehen wir ein und zahlen monatlich knapp 2k an Tilgung. Mittlerweile sind die Mieten für weniger Räume allerdings auch dort angekommen.
Netto stehen wir Anno 2024 also besser als noch 2020 mit unserem Plan.
Bringt halt den meisten jüngeren hier in der Gegend nichts, weil die wenigsten überhaupt in unserer Gehaltsklasse mitspielen können oder die Beziehungen haben.
Alles unter der Fundamentplatte haben wir z. B. selbst gemacht, weil man jemanden kennt, der einen Bagger hat und so weiter.
Wenn 2030 bis 2040 immer mehr Menschen aus der *Baby Boomer Generation* dahinscheiden werden, würde das nicht auch den derzeit angespannten Mietwohnungsmarkt verändern?
Mehr Angebot, weniger Nachfrage?
(aus einer rein demografischen Sicht der Dinge)
Naja bei den Immopreisen muss man sich schon Gedanken machen wann es wirklich Sinn macht sich eine leisten zu wollen. Zumal man in den ersten 10-15 Jahren derzeit mehr an Zins zahlt als an tatsächlicher Miete…
Unter 600.000€ findet man in unserer Region so gut wie nichts brauchbares, dafür dann noch knapp 1500-1750€ an Zinsen (3.0 – 3.5%) abzudrücken ist einfach nur verrückt! Da miete ich lieber für meine 900€ kalt und spare den Rest auf die Seite.
Der Artikel erwähnt, dass die Immobilien und Baulobby mehr Förderung fordert. Klar, dann werden neue überteuerte Wohnungen gebaut, die direkt von Haien aufgekauft und überteuert vermietet werden. Wie will man aus diesem Teufelskreis rauskommen, wenn weiterhin das grenzenlose ansammeln von Wohnraum erlaubt ist. Wenn Privatiere oder Unternehmen hunderte von Wohnungen besitzen, kann es doch niemals dazu kommen, dass jeder die Chance auf eine eigene Wohnung hat?
19 comments
[deleted]
Nein!
Ich hier.
Da ich gar nicht so viel und schnell sparen kann, wie die Immobilienpreise steigen, hab ich den Wunsch aufgegeben. Das Ersparte setze ich seitdem für Sachen ein, die mir gut tun, aber teuer sind. So habe ich Laser-Haarentfernung gemacht und jetzt bin ich gerade mit meiner ersten Invisalign-Schiene gestartet. Außerdem investiere ich in Urlaube. Warum auf dem Geld rumsitzen? Lohnt ja nicht.
Auch ich bin bereits vom Glauben abgefallen, bin quasi aus der Bauspar-Kirche ausgetreten und habe mich dem ETF-Kult angeschlossen.
Das tolle ist, dass die Leute das Geld stattdessen für die horrenden Mieten, die auch noch stetig steigen, ausgeben müssen.
Die haben also selbst ohne Wohneigentum noch nicht mal richtig Kohle.
Irgendwann – iiiiirgendwann, wenn die horrenden Preise und grundsätzlich sowieso zunehmend weniger Paare/Familien die Blase platzen lassen –
dann bin ich immer noch single aber sowieso zu alt für die Investition. Freue mich für irgendeine Folgegeneration 🙂
Kann man das nicht auf noch viel mehr beziehen? Wenn ich mich in meiner Bubble so umhöre, verlieren Deutsche den Glauben an so ziemlich alles in unserem Land.
Ich weiß das will keiner hören aber es gibt günstiges Wohneigentum zu kaufen. Nur halt nicht da wo die meisten hin wollen.
Ich bezeichne das immer als finanzielles Limbo: Du verdienst zu viel um schlecht zu leben, aber zu wenig für Wohneigentum. Wenn nun also die einzige große Ausgabe im Leben wegfällt, warum dann noch viel Sparen?
Der Witz ist, dass selbst die Leute, die genug sparen können und das Geld in ETFs und Co investieren, mittlerweile an den Punkt kommen, dass sie sich fragen sollten, ob der Kauf einer Immobilie überhaupt Sinn ergibt, wenn er so teuer ist. Angenommen man hat als Single 200k oder 400k im Depot, was das Finanzieren teurer Wohnungen ermöglicht. Warum nicht lieber mit den ETFs weitermachen und bald die Million knacken? Die Rendite ist doch viel höher als die gesparte Miete oder die Mieteinnahmen, die ich aus einer vergleichbaren Wohnung ziehen könnte, selbst wenn noch viel Fremdkapital im Spiel ist (denn Finanzierungszinsen sind immer noch hoch). Wenn ich die Wahl habe zwischen:
a) in 10 oder 15 Jahren nicht mehr arbeiten müssen und damit räumlich auch nicht mehr an die teuren Metropolen gebunden zu sein (Mittelmeer, ich komme)
vs
b) eine ganz nette Wohnung in einer deutschen Metropole besitzen / abbezahlen und weiter im Hamsterrad gefangen zu sein.
Häuser sind so 2019, heutzutage kauft man bunker !
Und keine Besserung in Sicht.
Warum wollen die Leute immer weniger Arbeiten? Hmmm.
> Millennials don’t buy diamonds anymore! They are so entitled!
Das ist so der Tenor
Wenn ich morgen im Lotto gewinne kaufe ich mir sofort ein Haus.
Das ekelhafte ist: die einzige Methode wie ich je ein haus kriegen könnte, ist darauf zu warten das meine Eltern sterben. Und hey, mein alter ist schon letzten Monat abgekratzt als hab ich ja jetzt eins… nur das der halt zu lebzeiten scheiß viele Kredite aufgenommen hatte mit einem totalen minus von 80.000. Also werde ich die Erbschaft ausschlagen, weil das verfallene Haus weniger wert ist, als die Schulden.
Was eine überraschung. Der Wohnmarkt wird von Interessenten kontrolliert die kein Interesse daran haben einen bezahlbaren Wohnmarkt zu schaffen. Geachweige denn einen vernüftigen Eigenheimmarkt in dem die Preise nicht lächerlich hoch sind.
Wir wohnen aktuell nicht mal in der Nähe von irgendeiner Großstadt und Anno 2020 habe ich versucht mit meiner Frau ein Haus zu finden, weil wir gern 2-3 Kinder hätten und Mietwohnungen in der Größe in unserer Gegend (r=30 km) entweder nicht zu finden sind oder so absurd teuer, dass ich gesagt habe, dass ein Haus auf dauer günstiger wäre.
Siehe da: 5-6 Zimmer bei uns kosten im Schnitt 1600 € und sind so selten wie Einhörner. Da muss schon ziemlich glücklich jemand gestorben sein für.
Das andere Problem beim Hauskauf:
Hier in der Gegend läuft nichts ohne Vitamin B und einem guten Ruf.
Hatten das perfekte Haus gefunden, auch noch in dem Wunschort.
Preis war super und wir kannten die Verkäufer.
Stellt sich heraus, dass die das Haus lieber über die Bank verkaufen, weil das so viel sicherer ist usw.
Inserat soll in 3 Tagen öffentlich geschaltet werden. Ich an Tag x Urlaub genommen, weil sicher ist sicher und auf der Inseratsseite gelauert.
Zack 00:02 Uhr! Das Inserat war drin und ich mich sofort beworben und am nächsten Morgen bei Banköffnung dort angerufen und versucht einen Termin zur Besichtigung gewünscht.
“Es tut uns leid, aber das Haus ist schon verkauft.”
Ich war verdutzt und irritiert, bis ich dann ein paar Monate später gesehen habe, dass die Tochter des “Maklers” der Bank dort einzieht. Der wird schon mal nicht mehr zum Grillen eingeladen.
Zum Glück hatten wir in der Zwischenzeit den perfekten Baugrund von einem ehem. Nachbarn abkaufen können und damit auch den vorletzten geeigneten Platz in unserem Ort bekommen.
Baut man halt selbst und spart sich die ganzen Blutsauger.
Nächste Woche ziehen wir ein und zahlen monatlich knapp 2k an Tilgung. Mittlerweile sind die Mieten für weniger Räume allerdings auch dort angekommen.
Netto stehen wir Anno 2024 also besser als noch 2020 mit unserem Plan.
Bringt halt den meisten jüngeren hier in der Gegend nichts, weil die wenigsten überhaupt in unserer Gehaltsklasse mitspielen können oder die Beziehungen haben.
Alles unter der Fundamentplatte haben wir z. B. selbst gemacht, weil man jemanden kennt, der einen Bagger hat und so weiter.
Wenn 2030 bis 2040 immer mehr Menschen aus der *Baby Boomer Generation* dahinscheiden werden, würde das nicht auch den derzeit angespannten Mietwohnungsmarkt verändern?
Mehr Angebot, weniger Nachfrage?
(aus einer rein demografischen Sicht der Dinge)
Naja bei den Immopreisen muss man sich schon Gedanken machen wann es wirklich Sinn macht sich eine leisten zu wollen. Zumal man in den ersten 10-15 Jahren derzeit mehr an Zins zahlt als an tatsächlicher Miete…
Unter 600.000€ findet man in unserer Region so gut wie nichts brauchbares, dafür dann noch knapp 1500-1750€ an Zinsen (3.0 – 3.5%) abzudrücken ist einfach nur verrückt! Da miete ich lieber für meine 900€ kalt und spare den Rest auf die Seite.
Der Artikel erwähnt, dass die Immobilien und Baulobby mehr Förderung fordert. Klar, dann werden neue überteuerte Wohnungen gebaut, die direkt von Haien aufgekauft und überteuert vermietet werden. Wie will man aus diesem Teufelskreis rauskommen, wenn weiterhin das grenzenlose ansammeln von Wohnraum erlaubt ist. Wenn Privatiere oder Unternehmen hunderte von Wohnungen besitzen, kann es doch niemals dazu kommen, dass jeder die Chance auf eine eigene Wohnung hat?
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