Nach dem Sturz einer der brutalsten Diktaturen der Welt sei die Hoffnung jetzt groß, dass in Syrien alles besser werde, so Migrationsforscher Gerald Knaus. 09.12.2024 | 3:23 min
Nach dem Sturz von Machthaber Assad ist Migrationsforscher Gerald Knaus überzeugt, dass viele in Deutschland lebende Syrerinnen und Syrer in ihr Land zurückkehren möchten. “Ich bin sicher, sehr viele wollen in die Heimat zurück. Ich bin auch sicher, dass sich die Menschen enorm freuen”, so Knaus im ZDF.
Das kam ja extrem unerwartet, der Sturz einer der brutalsten Diktaturen der letzten Jahrzehnte weltweit.
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Gerald Knaus, Migrationsforscher
“Ich bin mir aber auch sicher, dass sich viele Fragen stellen, wie sich das entwickeln wird”, so Knaus weiter. “Syrien hatte jahrzehntelang Instabilität. Es war noch nie ein Staat, wo alle Bürger sicher waren. Die Hoffnung ist jetzt groß, dass es anders wird, aber man wird sehen.”
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“Wie die Lage jetzt in Syrien ist, wissen wir nicht. Das heißt, man muss die Fakten jetzt zusammenstellen”, so der Migrationsforscher. Der ehemalige Berater von Ex-Kanzlerin Angela Merkel zeigt sich jedoch zuversichtlich: Zwar könne man auch jetzt Katastrophenszenarien “an die Wand malen”, so Knaus, aber:
Die große Hoffnung ist natürlich, dass es nie wieder so schlimm wird, wie es jetzt war – und das würde Deutschland enorm entlasten.
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Gerald Knaus, Migrationsforscher
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Für Deutschland “ein Grund zur Freude”
Und wenn es keinen Grund mehr gibt, für Zehntausende Syrer im Jahr zu fliehen, dann ist das auch für Deutschland und Österreich und andere europäische Länder ein Grund zur Freude.
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Gerald Knaus, Migrationsforscher
Gleichzeitig sei dies vor allem für die Syrer ein Grund zur Freude, die nun aus Ländern wie der Türkei oder dem Libanon sowie aus den Zufluchtsregionen innerhalb Syriens in ihre Heimat zurückkehren könnten.
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Stabilität in Syrien im “nationalen Interesse” Deutschlands
Es gebe heute viele syrische Deutsche hierzulande, so Knaus. Sie könnten nun eine “Brücke für den Wiederaufbau Syriens” sein. Gemeinsam mit wenigen anderen Ländern habe Deutschland ein “Interesse wie kaum ein anderes Land der Welt” daran, dass der Übergang und Aufbau eines stabilen Systems, das Menschenrechte respektiert, in Syrien nun erfolgreich sei.
Das ist nicht eine Frage von Altruismus (…). Das ist auch eine Frage des nationalen Interesses an Stabilität.
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Gerald Knaus, Migrationsforscher
Das Interview wurde geführt von ZDF-spezial-Moderator Ralph Szepanski. Autor der Zusammenfassung ist Silas Thelen.
Quelle: ZDF