Publiziert11. Dezember 2024, 13:14
Luxemburg: Archäologen machen spektakulären Fund auf Burg Hollenfels
HOLLENFELS – Die Schlösser und Burgen des Großherzogtums sind stolzer Bestandteil unseres Kulturerbes. Nun wurden bei Ausgrabungen historische Bausubstanzen in der Gemeinde Helperknapp freigelegt.
Quer durch Luxemburgs Städte, Dörfer und Grünflächen ragen etliche Burgen und Schlösser aus historischen Zeiten hervor. Die im Herzen vom Land liegende Burg Hollenfels (Buerg Huelmes) zählt zu einer der bekanntesten und rückt diese Woche ins Rampenlicht. Bei Ausgrabungen und Renovierungsarbeiten wurde eine bisher unbekannte Zwischenbefestigung mit Brückenzugang entdeckt, wie das Kulturministerium am Mittwoch in einer Pressemitteilung schreibt. Die Ausgrabungen im Bereich der Vorburg habe völlig unerwartete und außergewöhnliche Ergebnisse hervorgebracht.
Seit November 2023 legen Archäologen in der Kernburg und seit Sommer 2024 auch im U-förmigen Innenhof der Jugendherberge verschiedene Baustrukturen aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit frei. Laut dem Kulturministerium wurden bei den jüngsten Ausgrabungen im Innenhof der Jugendherberge ein zugemauerter Graben mit einem steinernen Brückenbogen entdeckt, der perfekt erhalten ist. In der Grabenmitte seien mächtige Holzpfosten freigelegt worden. «Bei diesen ausgezeichnet erhaltenen Hölzern scheint es sich um Reste einer später zugunsten der Steinbrücke aufgegebenen Holzbrücke zu handeln, die zurzeit mindestens bis in das Jahr 1526 zurückdatiert werden kann.»
Durch die Georadar-Untersuchungen habe im Hof der Kernburg zudem eine ältere Torsituation nachgewiesen werden können. Der markante Wohnturm (Donjon) der Burg mit dem erhaltenen Rundturm und der Mantelmauer stelle daher nicht den ältesten Baubestand dar.
Am heutigen Mittwoch machte sich auch Kulturminister Eric Thill (DP) ein Bild der archäologischen Erkundung vor Ort: «Die Entdeckung eines zweiten Grabens sowie einer zweiten Steinbrücke, die diesen Graben überquert und die Verbindung zu einer Zwischenbefestigung ermöglicht, stellt einen wertvollen Schlüssel dar, um die Geschichte dieses Ortes nachzuvollziehen.»
Die Burg Hollenfels, erstmals 1129 in historischen Dokumenten erwähnt, besteht aus einer auf einem Felsvorsprung gelegenen Hauptburg und einer Vorburg, die heute die Jugendherberge beherbergt. Eine schmale Steinbrücke verbindet die beiden Teile. Im Zentrum der Kernburg steht der Bergfried, der durch seine charakteristischen Merkmale der Renaissance beeindruckt. Aufgrund der außergewöhnlichen Bauqualität des Bergfrieds und der angrenzenden Strukturen wurde die gesamte Anlage 2022 als nationales Kulturerbe anerkannt.
Wie es weiter in der Mitteilung heißt, erfolgt die Überwachung der Arbeiten an der Burg Hollenfels und die zukünftige Nutzung des Kulturerbes in enger Zusammenarbeit zwischen dem Nationalen Institut für Archäologische Forschung (INRA), dem Nationalen Jugenddienst (SNJ) und der Verwaltung für öffentliche Gebäude (ABP) unter der Aufsicht ihrer jeweiligen Minister. Die neu freigelegten Baustrukturen verdeutlichen eindrucksvoll den aufwendigen Verteidigungscharakter der Burg. «Der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand der rein archäologisch erhaltenen Strukturen verleiht diesem Fund eine einzigartige Bedeutung und einen herausragenden wissenschaftlichen Wert.»
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(tk)