Die aktuellen dynamischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen erhöhen die Anforderungen an zukunftsfähige Tourismusmodelle. Luxemburg als Reiseziel reagierte auf diese Dynamik und hat bereits im Jahr 2022 eine neue nationale Tourismusstrategie mit der Vision „Mënschen, Regiounen an Ekonomie, de wäertorientéierten Tourismus als aktiven Dreiwer fir méi Liewens- an Openthaltsqualitéit“ erarbeitet.
Am Dienstag nun stellte Wirtschafts- und Tourismusminister Lex Delles ein Projekt vor, das Teil der nationalen Tourismusstrategie und des Nationalen Plans für nachhaltige Entwicklung 2030 ist und sich an den 17 Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) orientiert.
Luxemburg als Vorzeigebeispiel
Mit einer ehrgeizigen Vision soll Luxemburg als nachhaltiges und authentisches Reiseziel positioniert werden, das für Einwohner, Grenzgänger und internationale Besucher gleichermaßen attraktiv ist.
Das vorgelegte Konzept wurde in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Akteuren entwickelt, darunter die regionalen Fremdenverkehrsämter (ORT), das Luxembourg City Tourist Office (LCTO), Luxembourg for Tourism (LFT) sowie externe Experten und Vertreter von Naturparks.
Das Konzept stellt einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des touristischen Angebots dar.
Es verknüpfe die Wirtschaft, Natur und Kultur eines Landes auf vielfältige Weise. „Daher ist es von großer Bedeutung, dass der Tourismussektor aktiv zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt und so gleichzeitig die Schönheit und Einzigartigkeit Luxemburgs als Reiseziel und Heimat bewahrt“, so Delles.
Das Konzept stelle damit einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des touristischen Angebots dar, indem es die Prinzipien der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seiner Entwicklung stellt.
Beitrag zu den Klimazielen
Luxemburg wolle wichtige Herausforderungen angehen, insbesondere einen Beitrag zu den Klimazielen leisten und gleichzeitig einen qualitativ hochwertigen Tourismus gestalten, der Mensch und Natur respektiert und die lokale Wirtschaft stärkt.
Das Konzept beruht auf vier wesentlichen Säulen – Ökologie, Soziales, Kultur und Wirtschaft -, die darauf abzielen, die natürlichen Ressourcen zu erhalten, die soziale Inklusion zu stärken, das kulturelle Erbe aufzuwerten und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Akteure im Tourismus und den damit verbundenen Sektoren zu gewährleisten.
Denn die Zahlen bestätigen, dass das Bewusstsein für die Bedeutung des nachhaltigen Tourismus gestiegen ist. Eine Umfrage im Jahr 2023 ergab, dass 72 Prozent der Einwohner und Grenzgänger ein nachhaltiges Angebot für wesentlich halten und 79 Prozent dessen Ausbau wünschen.
Darüber hinaus zeigen Daten von Booking.com, dass im Jahr 2024 75 Prozent der weltweiten Reisenden nachhaltigere Reisepraktiken anwenden wollen. Auch die Bemühungen zur Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel tragen Früchte: 2024 werden 29 Prozent der internationalen Besucher mit dem Zug, Bus oder Fahrrad nach Luxemburg reisen, so der Minister.
Fahrplan gibt die Marschrichtung vor
In einem partizipativen Prozess, der auch einen Workshop mit 60 Teilnehmern im Februar 2024 umfasste, wurden die Prioritäten und Schlüsselmaßnahmen für einen umfassenden und integrativen Ansatz ermittelt.
So ist nun ein Fahrplan mit strategischen Ansätzen vorgesehen, der sich nachhaltigem Management, nachhaltigem Tourismusangebot und Kommunikation und Sensibilisierung beschäftigt. So werden unter anderem Sensibilisierungsinitiativen wie die Digitalisierung der Naturschutzbestimmungen die Besucher zu umweltfreundlichen Praktiken ermutigen.
Minister Lex Delles sagte, dass mit diesem Konzept Luxemburg in seinen Bemühungen um einen qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Tourismus einen Schritt weitergehe, „indem wir konkrete Maßnahmen vorschlagen, die aktiv zur Erreichung der Klimaziele beitragen werden“. Das Konzept spiegele das Engagement wider, „ein qualitativ hochwertiges, umweltfreundliches Tourismusangebot zu schaffen, das allen unseren Einwohnern, Besuchern und lokalen Wirtschaftsakteuren zugutekommt“.
Tourismus in Zahlen weltweit
Der weltweite Reise- und Tourismusmarkt erlebt aktuell einen Trend zu nachhaltigen Reiseoptionen, bei denen der Schutz der Umwelt und Kultur im Vordergrund steht. Der Umsatz im Reisen- und Tourismusmarkt wird bis 2024 voraussichtlich rund 849,4 Milliarden Euro betragen. Laut Prognose wird das Marktvolumen bis 2029 auf über eine Billion Euro ansteigen, was einem erwarteten jährlichen Umsatzwachstum von 4,21 Prozent entspricht.
Der Markt für Hotels ist mit einem erwarteten Volumen von 395,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 der größte Reise- und Tourismus-Markt. Bis 2029 wird prognostiziert, dass die Anzahl der Nutzer in diesem Markt auf 1,814 Milliarden steigen wird. Die Penetrationsrate wird 2024 bei 25,6 Prozent liegen und voraussichtlich bis 2029 auf 32,8 Prozent steigen.
Im Jahr 2029 wird voraussichtlich 75 Prozent des Gesamtumsatzes im Reise- und Tourismus-Markt online generiert. Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass die höchsten Umsätze in den USA erwartet werden, nämlich 199 Milliarden Euro im Jahr 2024. Quelle: Statec/EU
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