Publiziert19. Dezember 2024, 04:51
Verkäufer berichten: «Uns wurden etwa 30 Bäume einfach geklaut»
In der Weihnachtszeit kommt es schweizweit immer wieder zu Tannenbaumdiebstählen, die der Festtagsstimmung einen Dämpfer verpassen. Betroffene Verkäufer erzählen.
Niklaus Fäh, ein Weihnachtsbaumverkäufer aus Basel, hat vor wenigen Tagen rund zehn Tannenbäume an unbekannte Diebe verloren.
Das Phänomen des Weihnachtsbaumdiebstahls ist in der ganzen Schweiz verbreitet, so auch in Luzern und Bern.
In der Ostschweiz sowie im Kanton Freiburg scheint sich das Problem hingegen eher in Grenzen zu halten.
Vor wenigen Tagen wurden dem Basler Weihnachtsbaumverkäufer Niklaus Fäh in einer Nacht- und Nebelaktion rund zehn Tannenbäume gestohlen. Aber nicht nur in Basel werden geklaute Weihnachtsbäume beklagt: Berichte gibt es aus vielen Regionen der Schweiz.
Auch auf dem Hof der Familie Bühlmann in Emmen LU vergehe kaum ein Jahr, in dem keine Bäume gestohlen werden. «Wir haben auf unserem Hof Bewegungsmelder, die nachts automatisch angeschaltet werden», sagt Daniel Bühlmann.
In Luzern «etwa 30 Bäume einfach geklaut»
Lisbeth Bärchtold aus Rain LU hat auch einiges erlebt: «Wir hatten die Bäume bereit gemacht zum Aufladen und dann wurden uns etwa 30 davon einfach geklaut.»
Bächtold und ihr Mann haben lange die «Bächtold Christbaumkulturen» geführt und diese nun verpachtet. «Auch an unserem Verkaufsstand in der Stadt Luzern und den anderen Verkaufsplätzen wurden immer wieder einzelne Christbäume geklaut», so Bächtold. Mit dem Verkauf der Weihnachtsbäume hat sich das Paar seinen Lebensunterhalt gesichert.
«Auch an Verkaufsständen wurden Christbäume geklaut.»
Lisbeth Bächtold, ehemalige Besitzerin von «Bächtold Christbaumkulturen»
Sie erzählt, dass manchmal auch Bäume in den See geworfen wurden: «Es ist wirklich traurig, dass es für einige die Tradition gibt, ihren Christbaum zu klauen anstatt zu kaufen.»
Kanton Bern: Je grösser die Plantage, desto unübersichtlicher
«Wir haben eine kleine eingezäunte Plantage in der Nähe des Hofes», sagt Annemarie Stettler aus Bolligen BE zu 20 Minuten. Sie hingegen hätten noch nie Probleme festgestellt, aber könne sich vorstellen, dass es für alleinstehende oder grössere Plantagen ein Problem sein könnte.

Die Plantage von Keiser Christbaum ist über fünf Hektar gross.
Keiser Christbaumkultur
Im Falle von Keiser Christbaum in Menzingen LU bestätigt sich Stettlers Verdacht, denn auf dieser flächenmässig beachtlichen Baumplantage kann es vorkommen, dass Bäume wegkommen. «In der Plantage von fünf Hektaren ist es praktisch unmöglich, die Übersicht zu behalten», erklärt Nadja Staub von Keiser Christbaum.
Weihnachtsbäume als Rehfutter
Bei einem weiteren Plantagenbetreiber aus dem Kanton Bern werde immer mal wieder von den Bäumen, die auf Abholung warten, einer mitgenommen. «Ein wirkliches Problem ist das bis jetzt jedoch noch nicht geworden», so der Betreiber.
Ein Plantagenbetreiber aus dem Kanton Freiburg bestätigt, dass Diebstähle auch bei ihm kein Problem darstellen: «Unsere Plantage ist aufgrund der Rehe in der Region hoch eingezäunt.» Rehe fressen gerne mal Christbäume und ihre Nadeln. «Der Zaun sollte die meisten abschrecken», sagt er zu 20 Minuten.
Sind Ostschweizer ehrlicher?
Ein Händler aus der Stadt St. Gallen hatte bisher Glück. «Uns wurde noch nie ein Baum gestohlen», sagt ein Mitarbeiter. Allerdings habe es schon Lausbubenstreiche geben: «Es wurden schon Bäume mitgenommen und einfach 200 Meter entfernt wieder hingeworfen.»
Auch ein Händler aus Flawil SG wurde von Weihnachtsbaum-Dieben verschont: «Uns ist noch nie etwas gestohlen worden und wenn, dann haben wir es nicht gemerkt.»
Im Jahr 2015 wurde in St. Gallen allerdings eine Weihnachtsbaum-Diebin von der Polizei auf frischer Tat ertappt, sie gestand den Diebstahl und brachte die Tanne sogar wieder zurück.

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