Publiziert19. Dezember 2024, 20:46

Roermond, Niederlande: Von Schweizer angeheuerte US-Soldaten töten Biobauern

Weil er bei einem Deutschen Schulden eintreiben wollte, heuerte ein Schweizer drei frühere US-Soldaten an. Doch der Schuldner überlebte deren Folter nicht.

Felix TraberDeutsche Presse-Agentur

von

In den Niederlanden sind drei US-Bürger und ein Schweizer (54) zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

Lukas F. hatte die drei Kriegsveteranen angeheuert, um Schulden beim niederländischen Biobauern Thomas S. einzutreiben.

Doch die Aktion lief aus dem Ruder und S. wurde in seinem Haus getötet.

Im Prozess um den Totschlag an einem deutschen Biobauern hat ein Gericht im niederländischen Roermond drei ehemalige US-Soldaten und einen Schweizer Geschäftsmann zu Haftstrafen verurteilt. Das Gericht sah es in seinem Urteil als erwiesen an, dass Thomas S. (53) ums Leben kam, weil die drei früheren GIs im Auftrag des Schweizers angeblich geschuldete 462’000 Euro eintreiben sollten.

Zur Tat kam es am 26. November 2019 im niederländischen Grenzort Bergen an der deutschen Grenze. Dabei wurde S. von den Amerikanern in seinem Haus gefesselt, geknebelt und gefoltert. Doch die Geldeintreibeaktion lief aus dem Ruder: Der Biobauer S. starb an den Folgen von Messerstichen und einer durchschnittenen Kehle. Den Auftrag gegeben hatte der Schweizer Geschäftsmann Lukas F.

Den 42 Jahre alten ehemaligen US-Ranger Jacob M. (38), der den Deutschen getötet haben soll, verurteilte das Gericht wegen qualifizierter Tötung zu 17 Jahren und sechs Monaten Haft. Die beiden anderen an dem Erpressungsversuch beteiligten Amerikaner, Justin C. und der ehemalige stellvertretende Sheriff William Lyle J. erhielten Strafen von fünf Jahren und vier Monaten sowie eineinhalb Jahren Haft – exakt die Dauer der U-Haft.

Der Schweizer Lukas F. wurde wegen Freiheitsberaubung und Erpressung mit Todesfolge zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Schweizer wollte Betrieb übernehmen

Die Erpressung hatte einen geschäftlichen Hintergrund: Das Opfer war an einem Obstbaubetrieb in Mazedonien beteiligt. Der Schweizer wollte diesen Betrieb übernehmen und zuvor eine angebliche Schuld von dem Deutschen eintreiben.

Dem aus dem Ruder gelaufenen Versuch, den 53-Jährigen im November 2019 massiv unter Druck zu setzen, gingen monatelange Vorbereitungen der aus den USA eingeflogenen Kriminellen voraus. Der Polizei gelang es später, die Kommunikation der Männer mit Prepaid-Handys zu rekonstruieren. Nach der Aufklärung des Falls wurden die drei US-Amerikaner an die Niederlande ausgeliefert.

Ex-Soldaten als skrupellose Geldeintreiber

Den Amerikanern, die sich offenbar öfter als skrupellose Geldeintreiber verdingten, waren laut Anklage jeweils knapp 50’000 Euro geboten worden, wenn sie den Deutschen zum Zahlen seiner angeblichen Schuld brächten. Am Tattag drangen die Täter laut Anklage frühmorgens in die Wohnung des Landwirts ein, wo sie ihn einschüchtern und mit Gewaltanwendung zur Zahlung der angeblich geschuldeten Summe bringen sollten. Doch die Sache lief aus dem Ruder und endete mit dem gewaltsamen Tod von S.

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