“Hey, so schlecht siehst du doch garnicht aus. Du wirst schon noch irgendwen finden.”
Liegt bei mir aber auch daran das die Komplimente immer erst dann kommen wenn man sich beschwert, wodurch es so wirkt als würde die Person das Kompliment nur machen damit man sich besser fühlt nicht weil sie es meint. Man bekommt kaum authentische.
Das letzte Kompliment war in der 7ten Klasse. Sie hat gesagt ich hab schöne Zähne. Denke heute noch daran
ichTraurigiel
Selbstwer
auffällige Verwendung der grammatischen Geschlechter
Und was mehrfach geschrieben wurde: Leider sehr nachvollziehbar
Hatte sowas in der 7. Klasse. Keine Freunde und stehe alleine auf dem Pausenhof. Kommt jemand zu mir und sagt, dass sie mich süß findet und mich kennenlernen will. Hab sie dann wutentbrand weggeschickt, weil ich dachte irgendein Mobber will mich verarschen. …Kein Selbstwertgefühl ist echt mies.
OP ist ein wunderschöner Mensch, ihr könnt mir glauben!
Ich finde es schön, dass du “wünschst” richtig geschrieben hast, Lob!
Selbstbild ist eine Schlampe
Das einzige Kompliment, das ich bekomme, ist Berufsbezogen. Und Konjunktiv. Weiß nicht. Was ich davon halten soll 🙁 so ein richtiges, jobunabhängiges, wäre mal schön zu hören 🙂
Wer das liest ist toll.
Alles ist Übungssache, auch Selbstwertgefühl. Ich war auch mal an dem Punkt, und sogar viel weiter. Ich war paranoid, hab niemandem getraut, mich völlig zurückgezogen dank Mobbing. Ich war so weit zu glauben Ich sei in einer Art Truman Show, und die Leute um mich spielen alle ein falsches Spiel. Dann hab ich ne Klasse wiederholt, die neuen Mitschüler waren alle voll offen und der ganze Ballast war weg, die ganzen Vorgeschichten mit den Leuten de mobben oder die ich dann zurückzumobben versucht habe, die Leute sind stattdessen auf mich zugegangen, ich hatte plötzlich ne Clique, war auf Parties eingeladen, und hab die Kurve gekriegt. Wer weiß was passiert wäre, wenn das nicht geklappt hätte.
Das wichtigste ist, sich gerade zu machen, und sich selbst zu verteidigen. Ich hab mir dafür innerlich das Bild eines Anwalts gewählt, denn auch die schlimmsten Verbrecher bekommen einen Anwalt, dessen Aufgabe es ist, die Rechte seines Mandanten zu verteidigen. Also egal was man früher für ein Arsch war, was man falsch gemacht hat, und warum nichts klappen will, wenn ich wieder in ein Loch falle, und dieser ganze scheiß wieder kommt, dann rufe ich meinen inneren Anwalt, und der setzt dann das was mich belastet in Relation zur realen Welt. Der sagt zum Beispiel auch: in dubio pro reo. Also im Fall des Kompliments: hey, im Zweifel für die Sache, also glaub das Kompliment. Wenn es dann eine Lüge war, ist das nicht dein Problem, sondern das der anderen Person.
Und retrospektiv glaube ich haben mir durchaus Klassenkameraden in der alten Klasse auch Rettungsring hingeworfen, ich war nur schon zu tief im Schlamassel, um das damals zu verstehen. Ich hatte halt keinen inneren Anwalt.
Komplimente schmerzen mehr als keine Komplimente. Denn ohne muss man sich nur damit abfinden hässlich zu sein und nie eine Chance zu bekommen. Traurig, aber kann man eh nichts machen. Trifft aber etwas auf einen, was in Kontrast zu diesem Selbstbild steht, dann ändert das an der erlebten Wirklichkeit rein gar nichts.
>”Wenn ich nicht mal hässlich sein sollte, warum hatte dann trotzdem noch nie jemand an mir Interesse?”
Man wird der nachvollziehbaren Erklärung für das eigene Erleben beraubt. Diese kognitive Dissonanz muss irgendwie aufgelöst werden. Entweder das Kompliment ist falsch, was sich logisch begründen lässt:
* Menschen können einen (sozial) mögen, ohne tatsächlich Interesse zu haben: Aufmunterungsversuch “Sie will nur nett sein”
* Menschen können versuchen sich einzuschleimen, um einen etwa zu etwas zu bringen
* etc.
Ein toxischerer Ansatz diese Dissonanz aufzulösen wäre etwa:
>”Ich bin Schön. Ha! Also sind es die Anderen mit denen etwas nicht stimmen muss! Die sind Schuld, ich bin toll!”
Am Ende davon kommt dann eine Ideologie raus, wie es etwa bei den Incels der Fall ist. Dann sind es halt die Ausländer und Frauen, die sich gegen einen verschworen haben. Oder man verliert sich in irgendeinem Selbstoptimierungsloch und versucht sich selbst zu verleugnen und zu verstellen, weil dann ja irgendwas Anderes als Aussehen an einem nicht stimmen muss. Nein danke zu all sowas. Da finde ich mich lieber damit ab hässlich zu sein und sterbe auf diesem Hügel. Zwar immer noch einsam, wie in allen anderen nutzlosen Umgangsweisen damit, aber wenigstens in Frieden. 🥲
16 comments
Zu relatierbar

Cooles Maimai! 😊
(Und leider sehr gut nachvollziehbar)
“Hey, so schlecht siehst du doch garnicht aus. Du wirst schon noch irgendwen finden.”
Liegt bei mir aber auch daran das die Komplimente immer erst dann kommen wenn man sich beschwert, wodurch es so wirkt als würde die Person das Kompliment nur machen damit man sich besser fühlt nicht weil sie es meint. Man bekommt kaum authentische.
Das letzte Kompliment war in der 7ten Klasse. Sie hat gesagt ich hab schöne Zähne. Denke heute noch daran
ichTraurigiel
Selbstwer
auffällige Verwendung der grammatischen Geschlechter
Und was mehrfach geschrieben wurde: Leider sehr nachvollziehbar
Hatte sowas in der 7. Klasse. Keine Freunde und stehe alleine auf dem Pausenhof. Kommt jemand zu mir und sagt, dass sie mich süß findet und mich kennenlernen will. Hab sie dann wutentbrand weggeschickt, weil ich dachte irgendein Mobber will mich verarschen. …Kein Selbstwertgefühl ist echt mies.
OP ist ein wunderschöner Mensch, ihr könnt mir glauben!
Ich finde es schön, dass du “wünschst” richtig geschrieben hast, Lob!
Selbstbild ist eine Schlampe
Das einzige Kompliment, das ich bekomme, ist Berufsbezogen. Und Konjunktiv. Weiß nicht. Was ich davon halten soll 🙁 so ein richtiges, jobunabhängiges, wäre mal schön zu hören 🙂
Wer das liest ist toll.
Alles ist Übungssache, auch Selbstwertgefühl. Ich war auch mal an dem Punkt, und sogar viel weiter. Ich war paranoid, hab niemandem getraut, mich völlig zurückgezogen dank Mobbing. Ich war so weit zu glauben Ich sei in einer Art Truman Show, und die Leute um mich spielen alle ein falsches Spiel. Dann hab ich ne Klasse wiederholt, die neuen Mitschüler waren alle voll offen und der ganze Ballast war weg, die ganzen Vorgeschichten mit den Leuten de mobben oder die ich dann zurückzumobben versucht habe, die Leute sind stattdessen auf mich zugegangen, ich hatte plötzlich ne Clique, war auf Parties eingeladen, und hab die Kurve gekriegt. Wer weiß was passiert wäre, wenn das nicht geklappt hätte.
Das wichtigste ist, sich gerade zu machen, und sich selbst zu verteidigen. Ich hab mir dafür innerlich das Bild eines Anwalts gewählt, denn auch die schlimmsten Verbrecher bekommen einen Anwalt, dessen Aufgabe es ist, die Rechte seines Mandanten zu verteidigen. Also egal was man früher für ein Arsch war, was man falsch gemacht hat, und warum nichts klappen will, wenn ich wieder in ein Loch falle, und dieser ganze scheiß wieder kommt, dann rufe ich meinen inneren Anwalt, und der setzt dann das was mich belastet in Relation zur realen Welt. Der sagt zum Beispiel auch: in dubio pro reo. Also im Fall des Kompliments: hey, im Zweifel für die Sache, also glaub das Kompliment. Wenn es dann eine Lüge war, ist das nicht dein Problem, sondern das der anderen Person.
Und retrospektiv glaube ich haben mir durchaus Klassenkameraden in der alten Klasse auch Rettungsring hingeworfen, ich war nur schon zu tief im Schlamassel, um das damals zu verstehen. Ich hatte halt keinen inneren Anwalt.
Komplimente schmerzen mehr als keine Komplimente. Denn ohne muss man sich nur damit abfinden hässlich zu sein und nie eine Chance zu bekommen. Traurig, aber kann man eh nichts machen. Trifft aber etwas auf einen, was in Kontrast zu diesem Selbstbild steht, dann ändert das an der erlebten Wirklichkeit rein gar nichts.
>”Wenn ich nicht mal hässlich sein sollte, warum hatte dann trotzdem noch nie jemand an mir Interesse?”
Man wird der nachvollziehbaren Erklärung für das eigene Erleben beraubt. Diese kognitive Dissonanz muss irgendwie aufgelöst werden. Entweder das Kompliment ist falsch, was sich logisch begründen lässt:
* Menschen können einen (sozial) mögen, ohne tatsächlich Interesse zu haben: Aufmunterungsversuch “Sie will nur nett sein”
* Menschen können versuchen sich einzuschleimen, um einen etwa zu etwas zu bringen
* etc.
Ein toxischerer Ansatz diese Dissonanz aufzulösen wäre etwa:
>”Ich bin Schön. Ha! Also sind es die Anderen mit denen etwas nicht stimmen muss! Die sind Schuld, ich bin toll!”
Am Ende davon kommt dann eine Ideologie raus, wie es etwa bei den Incels der Fall ist. Dann sind es halt die Ausländer und Frauen, die sich gegen einen verschworen haben. Oder man verliert sich in irgendeinem Selbstoptimierungsloch und versucht sich selbst zu verleugnen und zu verstellen, weil dann ja irgendwas Anderes als Aussehen an einem nicht stimmen muss. Nein danke zu all sowas. Da finde ich mich lieber damit ab hässlich zu sein und sterbe auf diesem Hügel. Zwar immer noch einsam, wie in allen anderen nutzlosen Umgangsweisen damit, aber wenigstens in Frieden. 🥲
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