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Die Ukraine reagiert auf den russischen Angriffskrieg mit Attacken auf einen zentralen Flughafen. An diesem Ort sind Bomber untergebracht.
Woronesch – Der russische Angriffskrieg tobt auch an Weihnachten: Nicht nur Moskau flog massive Angriffe gegen die ukrainische Infrastruktur, sondern auch Kiew schickte seine Drohnen tief in das Land des Aggressors. Am 25. Dezember sollen ukrainische Drohnen den Militärflugplatz Baltimore im 175 Kilometer von der Grenze entfernten Woronesch angegriffen haben. Das berichtete der russische Telegramkanal ASTRA.
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Der Flugplatz beherbergt das 47. Bomber Aviation Regiment der 105. Mixed Aviation Division, das Su-34-Bomber beinhaltet, die von Russland für Angriffe mit gelenkten Fliegerbomben eingesetzt werden. Laut dem Kanal wurden in der Nähe des Flugplatzes mehrere Drohnen abgefangen. Trümmer verursachten Berichten zufolge einen Garagenbrand in Woronesch und beschädigten das Dach eines Hauses im nahe gelegenen Dorf Novogremyache.

Ein russisches Su-34-Kampfflugzeug (Symbolofoto). © IMAGO/Russian Defence Ministry
Opfer habe es keine gegeben, und der Flugplatz habe den Angriff „unbeschädigt“ überstanden. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, seine Luftabwehr habe am Morgen des 25. Dezember 59 Drohnen in mehreren Regionen abgefangen: 26 über Belgorod, 23 über Woronesch und weitere über Kursk, Brjansk, Tambow und dem Asowschen Meer. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
Brand in der Nähe des russischen Flughafens Millerowo
Die Streitkräfte der Ukraine haben außerdem bereits am 23. Dezember einen Drohnenangriff einen anderen Militärflugplatz gestartet: Millerowo in der russischen Region Rostow. Dies berichtete der amtierende russische Gouverneur Juri Sljusar. Er berichtete, dass Luftabwehrsysteme acht Drohnen in der Nähe des Flugplatzes abgefangen hätten. Bei Millerowo seien neun Drohnen abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Nach ersten Berichten habe es keine Verletzten gegeben. Über eventuelle Schäden lagen keine Angaben vor.
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Die Kyiv Post schrieb unter Berufung auf Telegram-Kanäle und Augenzeugen, dass der Angriff einen Brand in einer der Straßen von Millerowo verursacht und ein Gebäude der Miller Cossack Cadet Vocational College beschädigt habe. Die Schüler wurden vorsorglich aus ihren Wohnheimen evakuiert. Auch Millerowo soll ein strategisch wichtiger russischer Flugplatz sein. Andriy Kovalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine, soll dort ein Stützpunkt für die Frontluftfahrt liegen, die die russische Infanterie in der Ost- und Südukraine unterstützt.
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Die Ukraine nimmt immer öfter strategische Standorte in Südrussland ins Visier. Am 18. Dezember trafen zehn Raketen das Chemiewerk Kamensky, eines der größten in der Region. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, bei dem Angriff seien sechs taktische ATACMS-Raketen und vier Storm Shadow-Marschflugkörper eingesetzt worden. Am folgenden Tag wurde die Ölraffinierie Novoshakhtinsky von 30 Drohnen und drei Raketen angegriffen und musste stillgelegt werden.
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben auch eine Rüstungsfirma in der russischen Oblast Rostow beschossen. Die Luftwaffe habe in den vergangenen Tagen Angriffe auf das Firmengelände in der Stadt Kamensk-Schachtinsky geflogen. Dort sei fester Brennstoff für ballistische Raketen hergestellt worden, die Russland für seine Angriffe auf die Ukraine einsetze. Wann genau der Beschuss stattfand, lässt das ukrainische Militär offen. (cgsc mit dpa/rtr)