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Zur Abschreckung von Wladimir Putin rüsten Deutschlands östliche Nato-Partner auf. Leopard-Panzer werden in München für ein baltisches Land geordert.

München – Die deutsche Rüstungsindustrie vermeldet rund um Weihnachten und Silvester 2024 den nächsten milliardenschweren Auftrag aus der transatlantischen Verteidigungsallianz Nato. Und wieder geht es um in München produzierte Leopard-2-Panzer.

Leopard-Panzer aus Deutschland: Litauen gibt Großbestellung in Auftrag

Wie der deutsch-französische Panzerbauer KNDS auf seiner Website schreibt, hat das sogenannte litauische Beschaffungsamt (DMA – Defence Materiel Agency) am 19. Dezember 2024 bei KNDS Deutschland die Produktion von 44 Kampfpanzern Leopard 2A8 in Auftrag gegeben.

Besagte „Leoparden“ sollen den Kern der aktuell im Aufbau befindlichen neuen Panzerbrigade des kleinen baltischen Landes mit seinen rund 2,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern bilden. Litauen stellt erstmals in seiner Geschichte seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 überhaupt einen solchen Panzerverband auf, um das imperialistische Moskau-Regime von Kreml-Autokrat Wladimir Putin aus Russland abzuschrecken.

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Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden

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Der blutige Ukraine-Krieg dient den Balten als mahnendes Beispiel. Litauen werde „der 23. Nutzerstaat des Leopard-2-Systems“, schreibt KNDS in einer Pressemitteilung: „Das Auftragsvolumen liegt bei 950 Millionen Euro und beinhaltet, neben den Kampfpanzern Leopard 2A8, ein umfassendes Ersatzteil- und Logistikpaket.“ Das Modell 2A8 ist die aktuell modernste Version der „Leos“, die am Hauptsitz in München zusammengebaut werden. Die Hauptwaffe, eine Glattrohrkanone im Kaliber 120 Millimeter, liefert der rheinländische Rüstungskonzern Rheinmetall. Unter anderem. Hinzukommen weitere Komponenten aus Düsseldorf.

Der Großauftrag Litauens für die Beschaffung von Leopard-2-Panzern aus Deutschland war seit Monaten in Arbeit. Berlin und der Nato-Partner aus Vilnius standen dazu in engem Austausch, muss die Bundesregierung schließlich die Ausfuhr von in der Bundesrepublik produzierten Panzern genehmigen. Ein Ziel ist es, dass die Streitkräfte beider Mitgliedstaaten absehbar über dieselben oder zumindest ähnliche Waffensysteme verfügen. Das erleichtert die gemeinsame Wartung der und die Logistik für die Panzer der Nato im Baltikum.

Begehrte Rüstungsobjekte: Ein in Deutschland produzierter Leopard 2A7. (Symbolfoto)

Begehrte Rüstungsobjekte: Ein in Deutschland produzierter Leopard 2A7. (Symbolfoto) © IMAGO / ScanpixKampfpanzer Leopard 2A8 aus Deutschland: Mit Schutzsystem APS TROPHY ausgerüstet

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte am 18. Dezember 2023 mit seinem litauischen Amtskollegen Arvydas Anušauskas ein Abkommen über die Stationierung einer Brigade Litauen der deutschen Bundeswehr in dem baltischen Staat unterzeichnet. Konkret: Bis 2027 sollen 4800 deutsche Soldatinnen und Soldaten sowie 200 zivile Beschäftigten der Bundeswehr bei Rūdninkai unweit der belarussischen Grenze stationiert sein. Das diktatorische belarussische Regime von Alexander Lukaschenko ist mit dem Regime des russischen Autokraten Putin verbündet. Anfang 2022 diente Belarus jenen russischen Truppen als Aufmarschgebiet, die durch die Armee der Ukraine kurz vor Kiew gestoppt wurden.

Voraussichtlich 2026 soll das deutsche Kontingent der aktuell schon einsatzbereiten multinationalen Nato-Battlegroup Litauen mit mehr als 1000 deutschen Soldatinnen und Soldaten in die neu geschaffene Brigade Litauen integriert werden. Die neuen Leopard 2A8 werden nicht nur neuartige digitalisierte Sichtsysteme für Beobachtungs- und Aufklärungsmittel beinhalten. Wie KNDS ferner schreibt, wird der Panzer „mit dem aktiven Schutzsystem APS TROPHY ausgerüstet. Damit verfügt er über den modernsten und effektivsten 360 Grad Schutz gegen schultergestützte Panzerabwehrraketen und Drohnen“. (pm)