Publiziert31. Dezember 2024, 07:00

Luxemburg: Ein Jahr nach Jonathans Tod herrscht noch immer Ungewissheit

PETINGEN – Die Familie wartet auf Informationen zu Jonathans Tod, der durch einen Schlag eines Türstehers in der Diskothek Champs-Élysées verursacht wurde.

Thomas Holzer

von

Thomas Holzer

Vor einem Jahr besuchte Jonathan Aubry mit Freunden die Diskothek Les Champs-Élysées in Petingen. Der 35-jährige Mann aus Longuyon kehrte nicht jedoch nicht lebend zurück, da er im Verlauf des Abends von einem Sicherheitsmann tödlich geschlagen wurde. Die luxemburgische Justiz ermittelt seither, doch die Familie, die sich als Nebenkläger angeschlossen hat, erhält nur schwer Informationen zum Fortschritt des Verfahrens. «Die Familie vertraut der Justiz, fühlt sich aber auch im Stich gelassen», erklärt Anthony Winkel, der Anwalt von Jonathans Ehefrau und Brüdern.

Auch er wundert sich über die «völlige Ungewissheit» hinsichtlich der Ermittlungsmaßnahmen. Insbesondere wurde ein Antrag auf Rekonstruktion des Tatgeschehens mit den anwesenden Personen gestellt, um «die Wahrheit ans Licht zu bringen». Dieser wurde bisher nicht stattgegeben. Auch wurde keine psychosoziale Betreuung der Angehörigen des Opfers eingerichtet, während der angeklagte Türsteher noch vor den Ergebnissen der Autopsie freigelassen wurde.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

«Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Danach ist es Sache der Staatsanwaltschaft, die Akte im Detail zu analysieren und die Ratskammer zu befassen», erklärte die Staatsanwaltschaft gegenüber L’essentiel. Auf gerichtlicher Ebene werde es unter anderem darum gehen, ob die Diskothek in das Verfahren einbezogen wird oder nicht, was einen entscheidenden Fortschritt darstellen könnte. Unseren Informationen zufolge hat die luxemburgische Justiz dies zunächst abgelehnt. Der Antrag werde jedoch erneut geprüft.

In der Zwischenzeit ist die Diskothek weiterhin geöffnet. Der Club habe unter dem Vorfall gelitten, worüber sich der Geschäftsführer beschwert hatte. Auf Anfrage von L’essentiel im Frühjahr bezeichnete der Betreiber des Lokals den Tod von Herrn Aubry als «Zwischenfall» in Folge eines alkoholreichen Abends. Vom Club Champs-Élysées haben seine Angehörigen bis heute keine Beileidsbekundung erhalten. Was den Verdächtigen betrifft, der wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt ist, so ist seine Anwesenheit in Luxemburg ungewiss.

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