Daten sind nur Pseudonymisiert, nicht Anonymisiert und diese werden dann an gigantische US Firmen verkauft…
Edit -> die Weitergabe lässt sich wohl pro Zweck begrenzen.
Keine Rechtestruktur, du kannst Dienstleister und/oder Dateien generell freischalten oder eben sperren – aber genauer geht es nicht.
Mit dem Einstecken der Karte hat der Leseberechtigte 90 Tage Zugriff auf alle Daten und kann selber auch Kopien anfertigen. Also wenn man die ePA oder einzelne Dateien löscht ist es nicht unwahrscheinlich dass man trotzdem noch jedem Arzt hinterher rennen muss.
Was passiert wenn man eine Zweitmeinung zu Befund einholen möchte, der Arzt aber sagt “erstmal Karte für Abrechnung und ePA” und sich dann die Historie mit erstem Befund ansieht? Wird seine Meinung noch “unabhängig” (mir fällt das richtige Wort nicht ein) bleiben?
Man kann zwar selber Daten löschen, ob die dann auch wirklich verschwinden oder nur ein “gelöscht” Flag gesetzt wird sei mal dahin gestellt.
Wie beim CCC beschrieben wurde die Absicherung mit der Pin als “zu kompliziert” entschieden und deswegen komplett über den Haufen geworfen, mit entsprechenden Resultaten.
Schade, das bei der Entwicklung wieder so ein halbgares Produkt rausgekommen ist. Ich hoffe das bessert sich mit der Zeit, sodass ich die ePA ebenfalls nutzen kann, die Idee ist nämlich super und auch richtig hier mit der Zeit zu gehen aber in dem Stadium jetzt untragbar.
Ich arbeite im schwedischen Gesundheitssystem und dort gibt es nur die elektronische Patientenakte. Da gibts auch kein will ich – will ich nicht.
Grundsätzlich finde ich es sehr sinnvoll, da Behandler Zugriff auf die aktuellen Einträge sowie die medizinische Historie haben. Man sieht z.Bsp. genau welche Medikamente der Patient gerade bekommt, welche Behandlungen er für welches Problem bereits bekommen hat etc. Man sieht u. a. auch die Befundberichte der Kollegen. Für die Qualitätssicherung de Behandlung finde ich das vorteilhaft. Gleichzeitig wird genauestens eingeloggt wer sich was und wann in der Akte angeschaut hat. Sollte man keinen berechtigten Grund haben um in die Akte zu schauen wird das als Straftat gewertet.
Meiner Erfahrung nach hat es überwiegend Vorteile.
Natürlich muss aber die IT Sicherheit schon gegeben sein, damit das Verwenden dieses Systems vertretbar ist. Da gibts ja wie gesagt funktionierende Modelle bei denen man sich das eine oder andere abschauen könnte
Ärzte sind gegen elektronische Rezepte, gegen die eAU, gegen die digitale Patientenakte (obwohl sie damit endlich Infos bekommen würden, statt der komischen CD, die der Patient selber vom MRT mitbringen soll… Ich erkenne da ein Muster.
Also die Ärzte geben jetzt IT-Sicherheitsempfehlungen. Dann kann ich jetzt auch Krebs-Therapien verschreiben?
Jetzt ist das Geheule von allen Seiten groß, in sechs Monaten redet niemand mehr über die ePa, weil sie normaler Alltag geworden ist.
War beim eRezept auch so. Immer das gleiche Schema hier. Vergleiche auch: ePerso, Fingerabdruck im Reisepass, NFC-Chips in Bankkarten usw.
Alles immer erstmal eine riesige Katastrophe und der Untergang des Abendlandes. Wenn die neue Technik dann da und es doch nicht so schlimm ist, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.
Edit: Wie kommen die Leute (bzw. der CCC) eigentlich auf die Idee es gebe nur noch die “ganz oder gar nicht” Zugriffsberechtigung? Hab ich jetzt schon ein paar Mal gelesen.
In den sehr aktuell aussehenden FAQs des BMGs steht drin man kann Dokumente einzeln freigeben und sperren (z.B Diagnosen vom Therapeuten) und in meiner eCare-App der Barmer kann ich verschiedene Vertraulichkeitsstufen einstellen und jeweils entscheiden wer Zugriff auf ein Dokument hat.
Tool des CCC für einfachen Opt-Out. Datensicherheit war und ist leider kein Optimierungskriterium bei der ePA.
Bei den standweds unseres Systems werden die Daten ganz sicher gehackt und weiter verkauft oder künftig als Druckmittel verwendet
Ärzte wollen offenbar nicht, dass Patienten sehen, welche Diagnosen ihnen “aufgeschrieben” werden, um bei der Krankenkasse mehr abrechnen zu können. Stattdessen schieben sie irgendwelche vorgeschobenen Sicherheitsbedenken vor. Zumindest ist das der Eindruck, den ich dabei bekomme.
Ich bin bei dem Thema echt hin- und hergerissen.
Natürlich macht es total Sinn alle Infos übersichtlich beisammen haben und erleichtert den Ärzten ihre Arbeit.
Trotzdem habe ich mich nun dagegen entschieden, und zwar aufgrund meiner psychischen Erkrankung. Mein Augen- oder HNO-Arzt braucht das einfach nicht zu wissen. Ich habe zu viel Angst, dann weniger ernst genommen zu werden.
Mal blöd gefragt: Einstellungsuntersuchung für den neuen Arbeitgeber, der damit beauftrage Arzt checkt mal eben nebenbei die gesamte ePA durch und steckt dem “zufällig” persönlich bekannten neuen Chef oder Personalabteilung auf privatem Wege dann inoffiziell, dass der neue Mitarbeiter (rein fiktiv) schonmal 6 Monate wegen Burnout mit anschließender Reha krankgeschrieben war, Feigwarzen nach einem Thailand-Urlaub hatte, alle 3 Monate wegen des chronischen Leidens A zu Facharzt X muss, oder im Falle einer Frau mal eben den letzten Bericht von der Gynäkologin durchgesehen: “Patientin nimmt täglich Folsäure wegen Kinderwunsch im nächsten Jahr”. Da fliegt man doch unter einem x beliebigen Vorwand in der Probezeit sofort wieder raus!?
Diese ePA ist doch nur was für Leute mit absolut 100% lupenreiner Weste ohne jegliche Problempunkte im Leben oder alternativ für Leute, die damit überfordert sind, bei einem neuen Arzt selbst konkret anzusagen, welche Medikamente man in welcher Dosierung nimmt, oder halt eben den gedruckten Papierbericht von einer früheren Facharzt-Untersuchung mitzubringen.
Es muss sich auch sicher nicht die gelangweilte Empfangsdame oder MFA-Azubine beim Zahnarzt oder Hausarzt, die vielleicht über 2 Ecken noch meine Kollegen, Nachbarn oder meinen Freundeskreis kennt, einen Spaß daraus machen zu lesen und weiterzutuscheln, was ich in den letzten Monaten meinem Psychologen oder Proktologen erzählt habe.
Ich bin sicher nicht gegen Digitalisierung per se, aber meine persönlichen medizinischen Daten gehen aus sehr gutem Grund nur mich selbst etwas an – oder eben die Ärzte, denen ich selbst davon erzählen möchte.
Komme aus dem Sektor. Chaos Computer Club hat den Mist getestet. Ratet mal was nicht sicher ist ?
Alles Quark nach dem Motto getroffene Hunde bellen. Die Ärzte haben aus mehreren Gründen keinen Bock drauf und hier genügend Leute gar keine Ahnung.
Viele Angriffe sind quasi jetzt 1:1 möglich. Anfrage an Arzt, Du bist Therapeut X von Patient Y. Validierung = nein. Das Problem sind übrigens die PVS nicht die ePA selbst. PVS = KV = Ärzte = schwarzen Peter weiterschieben.
Ansonsten HBA an die Käsetheke. Die Ärzte haben auch die die Herausgabe nicht unter Kontrolle.
Vom Fax will ich gar nicht erst anfangen oder wie vor KIM schön Befunde per WhatsApp rumgingen.
Alles nebelkerzen jetzt gegen die böööse Digitalisierung. Wie man hier wieder sieht: ein paar sind schon drauf reingefallen.
Macht mal Opt-Out … aber meckert dann nicht das in Deutschland ja nix vorangeht.
Als Klinikarzt bin ich sowas von für die elektronische Patientenakte. Diese regelhafte Sisyphos-Arbeit bei jedem zweiten Patienten ist einfach nervend.
Alleine für die aktuelle Medikation, Allergien, DNR/DNI und Vorerkrankungen wäre es Gold wert und eine x-fach höhere Patientensicherheit als den Quatsch den wir jetzt betreiben.
Deutschland ist vielfach so rückständig bei EDV, dass es echt kaum zu fassen ist.
Bestes Beispiel:
„Haben Sie Vorerkrankungen“
– „Ne, eigentlich nicht“
„Nehmen Sie denn Medikamente?“
– „Ja, so zwei weiße Tabletten morgens und eine rosane abends“.
„Haben Sie einen Medikamentenplan?“
– „Das müssen Sie doch wissen, dass muss da doch im PC stehen!!“
„Tut‘s ja nicht, sonst würde ich nicht fragen.“
*Hinzukommen Ehefrau*
– „Ja, Mensch, Du hast doch diesen Zettel vom Hausarzt bekommen.“
– „Ach, stimmt ja. Wartense mal“
*Hervorziehen eines Medikamentenplanes mit Ramipril, Amlodipin, Metoprolol, Simvastatin, ASS, Eliquis, Metformin, Sitagliptin, Tilidin, Ibuprofen, L-Thyroxin, Pantoprazol, Salbutamol, Prednisolon und Methotrexat*
;((((
Viel zu häufig in x Varianten genau so erlebt. Und jedesmal frage ich mich, warum ich mir sowas überhaupt antue..
Endlich werden wir auch geführt. Wird auch langsam Zeit dass die Medizin leistungsgebunden ist. Aber ihr glaubt ja nicht dass die KV ihre Macht so schnell abgibt. Die werden kämpfen und ignorieren bis zum Schluss. Wir Götter in weiß 😉
Weiß jemand, was bei einem Widerspruch mit der vorhandenen ePA passiert? Bei der bkk firmus habe ich bereits eine, bei der ich sehr genau spezifizieren kann, wer Dokumente speichern und abrufen kann. Wird diese erhalten bleiben und die gleiche Funktionalität in der neuen ePA umgesetzt?
Das ganze Thema ist so ein clusterfuck aus schlechter Kommunikation, mittelmäßiger Umsetzung und ganz vielen Deutschland typischen Ängsten und Sorgen mit einer großen priese Angstmacherei. Das Hauptproblem beim Datenschutz ist übrigens nicht die ePA selbst, sondern Arztausweise und KK-Karten, die zu einfach zu beschaffen sind.
Wir brauchen die ePA. Dringendst.
Wenn du Arzt A nicht vertraust, mit der Info von Arzt B umzugehen, solltest du den Arzt wechseln.
Wenn wir nur deine halbe Krankengeschichte und medikamentenliste kennen dürfen, darfst du dich nicht wundern, wenn es zu Interaktionen kommt oder die Augenmedikamente das Herz kaputt machen. Das kann bis zu lebensgefährlichen Wechselwirkungen kommen die ihr als Patienten nunmal leider weit weniger einschätzen könnt als euer Arzt, dessen Job das ist.
Das, die Arbeitszeit für Recherche zur Gesundheitsgeschichte von Patienten und unnötige mehrdiagnostik führen dann zu massiven Kosten fürs Gesundheitswesen. KK-Beiträge steigen und Kliniken und Praxen haben noch weniger behandlungskapazitäten.
Zusammenfassung: Alles Scheiße, lasst uns gemeinsam daran arbeiten die ePA so schnell wie möglich sicher nutzbar zu machen und sie nicht auf immer schlecht reden.
wer hätte das gedacht lol
Eine ePA ist so langsam ein Muss. Wir hängen doch da schon jahrzehnte hinterher, Blutwerte werden noch gefaxt, wenn wir da nicht langsam unseren Datenschutzstock aus dem A. ziehen dann ist es einfach nur traurig. Es muss auch sofort weiter gehen. Die Überweisung zwischen den Ärzten oder das einlesen der Karte alle 3 Monate nur weil man ein Dauermedikament benötigt. Alles eine Sache aus den 70er Jahren, wir haben 2025, das muss einfacher und besser werden.
27 comments
Hier ein Link zum 38c3 der die Unsicherheit der ePa näher betrachtet, ist allerdings schon etwas komplizierter Stoff.
[https://media.ccc.de/v/38c3-konnte-bisher-noch-nie-gehackt-werden-die-elektronische-patientenakte-kommt-jetzt-fr-alle](https://media.ccc.de/v/38c3-konnte-bisher-noch-nie-gehackt-werden-die-elektronische-patientenakte-kommt-jetzt-fr-alle)
Ich habe soeben für meine beiden Kinder und mir (beide sind über mich mit versichert) schriftlich bei der DAK widersprochen
Edit: Link fixed
Was mach ich als Bösi mit den Patientenakten von kleinen Kindern?
Und dann wundern sich alle wieso die Digitalisierung hier so schleppend läuft
Opt-Out. Klare Sache.
Das Teil ist offen wie ein Scheunentor. Und damit meine ich nichtmal “hackbar”.
Und da bekommt der Slogan “ePA für alle” doch eine ganz neue Bedeutung.
Beim 38C3 hat sich der Arzt darüber beschwert das geloggt wird ob er die Akte gelesen hat oder nicht.
Irgendwie hab ich in dem Moment verstanden warum Ärzte dagegen sind.
Muss man dieser Akte aktiv zustimmen oder aktiv widersprechen?
Falls wer bei der HKK ist, unter https://www.hkk.de/epawiderspruch kann man einfach widersprechen.
Daten sind nur Pseudonymisiert, nicht Anonymisiert und diese werden dann an gigantische US Firmen verkauft…
Edit -> die Weitergabe lässt sich wohl pro Zweck begrenzen.
Keine Rechtestruktur, du kannst Dienstleister und/oder Dateien generell freischalten oder eben sperren – aber genauer geht es nicht.
Mit dem Einstecken der Karte hat der Leseberechtigte 90 Tage Zugriff auf alle Daten und kann selber auch Kopien anfertigen. Also wenn man die ePA oder einzelne Dateien löscht ist es nicht unwahrscheinlich dass man trotzdem noch jedem Arzt hinterher rennen muss.
Was passiert wenn man eine Zweitmeinung zu Befund einholen möchte, der Arzt aber sagt “erstmal Karte für Abrechnung und ePA” und sich dann die Historie mit erstem Befund ansieht? Wird seine Meinung noch “unabhängig” (mir fällt das richtige Wort nicht ein) bleiben?
Man kann zwar selber Daten löschen, ob die dann auch wirklich verschwinden oder nur ein “gelöscht” Flag gesetzt wird sei mal dahin gestellt.
Wie beim CCC beschrieben wurde die Absicherung mit der Pin als “zu kompliziert” entschieden und deswegen komplett über den Haufen geworfen, mit entsprechenden Resultaten.
Schade, das bei der Entwicklung wieder so ein halbgares Produkt rausgekommen ist. Ich hoffe das bessert sich mit der Zeit, sodass ich die ePA ebenfalls nutzen kann, die Idee ist nämlich super und auch richtig hier mit der Zeit zu gehen aber in dem Stadium jetzt untragbar.
Ich arbeite im schwedischen Gesundheitssystem und dort gibt es nur die elektronische Patientenakte. Da gibts auch kein will ich – will ich nicht.
Grundsätzlich finde ich es sehr sinnvoll, da Behandler Zugriff auf die aktuellen Einträge sowie die medizinische Historie haben. Man sieht z.Bsp. genau welche Medikamente der Patient gerade bekommt, welche Behandlungen er für welches Problem bereits bekommen hat etc. Man sieht u. a. auch die Befundberichte der Kollegen. Für die Qualitätssicherung de Behandlung finde ich das vorteilhaft. Gleichzeitig wird genauestens eingeloggt wer sich was und wann in der Akte angeschaut hat. Sollte man keinen berechtigten Grund haben um in die Akte zu schauen wird das als Straftat gewertet.
Meiner Erfahrung nach hat es überwiegend Vorteile.
Natürlich muss aber die IT Sicherheit schon gegeben sein, damit das Verwenden dieses Systems vertretbar ist. Da gibts ja wie gesagt funktionierende Modelle bei denen man sich das eine oder andere abschauen könnte
Ärzte sind gegen elektronische Rezepte, gegen die eAU, gegen die digitale Patientenakte (obwohl sie damit endlich Infos bekommen würden, statt der komischen CD, die der Patient selber vom MRT mitbringen soll… Ich erkenne da ein Muster.
Also die Ärzte geben jetzt IT-Sicherheitsempfehlungen. Dann kann ich jetzt auch Krebs-Therapien verschreiben?
Frage für einen Freund…
Bei der TK kann man der ePA übrigens einfach online widersprechen: [https://www.tk.de/techniker/leistungen-und-mitgliedschaft/online-services-versicherte/elektronische-patientenakte-tk-safe/elektronische-patientenakte-2025-2171702](https://www.tk.de/techniker/leistungen-und-mitgliedschaft/online-services-versicherte/elektronische-patientenakte-tk-safe/elektronische-patientenakte-2025-2171702) (die dort erwähnten Informationsschreiben sind bisher aber noch nicht angekommen)
Sowas.
Jetzt ist das Geheule von allen Seiten groß, in sechs Monaten redet niemand mehr über die ePa, weil sie normaler Alltag geworden ist.
War beim eRezept auch so. Immer das gleiche Schema hier. Vergleiche auch: ePerso, Fingerabdruck im Reisepass, NFC-Chips in Bankkarten usw.
Alles immer erstmal eine riesige Katastrophe und der Untergang des Abendlandes. Wenn die neue Technik dann da und es doch nicht so schlimm ist, wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.
Edit: Wie kommen die Leute (bzw. der CCC) eigentlich auf die Idee es gebe nur noch die “ganz oder gar nicht” Zugriffsberechtigung? Hab ich jetzt schon ein paar Mal gelesen.
In den sehr aktuell aussehenden FAQs des BMGs steht drin man kann Dokumente einzeln freigeben und sperren (z.B Diagnosen vom Therapeuten) und in meiner eCare-App der Barmer kann ich verschiedene Vertraulichkeitsstufen einstellen und jeweils entscheiden wer Zugriff auf ein Dokument hat.
Tool des CCC für einfachen Opt-Out. Datensicherheit war und ist leider kein Optimierungskriterium bei der ePA.
[https://widerspruch-epa.de/](https://widerspruch-epa.de/)
Bei den standweds unseres Systems werden die Daten ganz sicher gehackt und weiter verkauft oder künftig als Druckmittel verwendet
Ärzte wollen offenbar nicht, dass Patienten sehen, welche Diagnosen ihnen “aufgeschrieben” werden, um bei der Krankenkasse mehr abrechnen zu können. Stattdessen schieben sie irgendwelche vorgeschobenen Sicherheitsbedenken vor. Zumindest ist das der Eindruck, den ich dabei bekomme.
Ich bin bei dem Thema echt hin- und hergerissen.
Natürlich macht es total Sinn alle Infos übersichtlich beisammen haben und erleichtert den Ärzten ihre Arbeit.
Trotzdem habe ich mich nun dagegen entschieden, und zwar aufgrund meiner psychischen Erkrankung. Mein Augen- oder HNO-Arzt braucht das einfach nicht zu wissen. Ich habe zu viel Angst, dann weniger ernst genommen zu werden.
Mal blöd gefragt: Einstellungsuntersuchung für den neuen Arbeitgeber, der damit beauftrage Arzt checkt mal eben nebenbei die gesamte ePA durch und steckt dem “zufällig” persönlich bekannten neuen Chef oder Personalabteilung auf privatem Wege dann inoffiziell, dass der neue Mitarbeiter (rein fiktiv) schonmal 6 Monate wegen Burnout mit anschließender Reha krankgeschrieben war, Feigwarzen nach einem Thailand-Urlaub hatte, alle 3 Monate wegen des chronischen Leidens A zu Facharzt X muss, oder im Falle einer Frau mal eben den letzten Bericht von der Gynäkologin durchgesehen: “Patientin nimmt täglich Folsäure wegen Kinderwunsch im nächsten Jahr”. Da fliegt man doch unter einem x beliebigen Vorwand in der Probezeit sofort wieder raus!?
Diese ePA ist doch nur was für Leute mit absolut 100% lupenreiner Weste ohne jegliche Problempunkte im Leben oder alternativ für Leute, die damit überfordert sind, bei einem neuen Arzt selbst konkret anzusagen, welche Medikamente man in welcher Dosierung nimmt, oder halt eben den gedruckten Papierbericht von einer früheren Facharzt-Untersuchung mitzubringen.
Es muss sich auch sicher nicht die gelangweilte Empfangsdame oder MFA-Azubine beim Zahnarzt oder Hausarzt, die vielleicht über 2 Ecken noch meine Kollegen, Nachbarn oder meinen Freundeskreis kennt, einen Spaß daraus machen zu lesen und weiterzutuscheln, was ich in den letzten Monaten meinem Psychologen oder Proktologen erzählt habe.
Ich bin sicher nicht gegen Digitalisierung per se, aber meine persönlichen medizinischen Daten gehen aus sehr gutem Grund nur mich selbst etwas an – oder eben die Ärzte, denen ich selbst davon erzählen möchte.
Komme aus dem Sektor. Chaos Computer Club hat den Mist getestet. Ratet mal was nicht sicher ist ?
Alles Quark nach dem Motto getroffene Hunde bellen. Die Ärzte haben aus mehreren Gründen keinen Bock drauf und hier genügend Leute gar keine Ahnung.
Viele Angriffe sind quasi jetzt 1:1 möglich. Anfrage an Arzt, Du bist Therapeut X von Patient Y. Validierung = nein. Das Problem sind übrigens die PVS nicht die ePA selbst. PVS = KV = Ärzte = schwarzen Peter weiterschieben.
Ansonsten HBA an die Käsetheke. Die Ärzte haben auch die die Herausgabe nicht unter Kontrolle.
Vom Fax will ich gar nicht erst anfangen oder wie vor KIM schön Befunde per WhatsApp rumgingen.
Alles nebelkerzen jetzt gegen die böööse Digitalisierung. Wie man hier wieder sieht: ein paar sind schon drauf reingefallen.
Macht mal Opt-Out … aber meckert dann nicht das in Deutschland ja nix vorangeht.
Als Klinikarzt bin ich sowas von für die elektronische Patientenakte. Diese regelhafte Sisyphos-Arbeit bei jedem zweiten Patienten ist einfach nervend.
Alleine für die aktuelle Medikation, Allergien, DNR/DNI und Vorerkrankungen wäre es Gold wert und eine x-fach höhere Patientensicherheit als den Quatsch den wir jetzt betreiben.
Deutschland ist vielfach so rückständig bei EDV, dass es echt kaum zu fassen ist.
Bestes Beispiel:
„Haben Sie Vorerkrankungen“
– „Ne, eigentlich nicht“
„Nehmen Sie denn Medikamente?“
– „Ja, so zwei weiße Tabletten morgens und eine rosane abends“.
„Haben Sie einen Medikamentenplan?“
– „Das müssen Sie doch wissen, dass muss da doch im PC stehen!!“
„Tut‘s ja nicht, sonst würde ich nicht fragen.“
*Hinzukommen Ehefrau*
– „Ja, Mensch, Du hast doch diesen Zettel vom Hausarzt bekommen.“
– „Ach, stimmt ja. Wartense mal“
*Hervorziehen eines Medikamentenplanes mit Ramipril, Amlodipin, Metoprolol, Simvastatin, ASS, Eliquis, Metformin, Sitagliptin, Tilidin, Ibuprofen, L-Thyroxin, Pantoprazol, Salbutamol, Prednisolon und Methotrexat*
;((((
Viel zu häufig in x Varianten genau so erlebt. Und jedesmal frage ich mich, warum ich mir sowas überhaupt antue..
Endlich werden wir auch geführt. Wird auch langsam Zeit dass die Medizin leistungsgebunden ist. Aber ihr glaubt ja nicht dass die KV ihre Macht so schnell abgibt. Die werden kämpfen und ignorieren bis zum Schluss. Wir Götter in weiß 😉
Weiß jemand, was bei einem Widerspruch mit der vorhandenen ePA passiert? Bei der bkk firmus habe ich bereits eine, bei der ich sehr genau spezifizieren kann, wer Dokumente speichern und abrufen kann. Wird diese erhalten bleiben und die gleiche Funktionalität in der neuen ePA umgesetzt?
Das ganze Thema ist so ein clusterfuck aus schlechter Kommunikation, mittelmäßiger Umsetzung und ganz vielen Deutschland typischen Ängsten und Sorgen mit einer großen priese Angstmacherei. Das Hauptproblem beim Datenschutz ist übrigens nicht die ePA selbst, sondern Arztausweise und KK-Karten, die zu einfach zu beschaffen sind.
Wir brauchen die ePA. Dringendst.
Wenn du Arzt A nicht vertraust, mit der Info von Arzt B umzugehen, solltest du den Arzt wechseln.
Wenn wir nur deine halbe Krankengeschichte und medikamentenliste kennen dürfen, darfst du dich nicht wundern, wenn es zu Interaktionen kommt oder die Augenmedikamente das Herz kaputt machen. Das kann bis zu lebensgefährlichen Wechselwirkungen kommen die ihr als Patienten nunmal leider weit weniger einschätzen könnt als euer Arzt, dessen Job das ist.
Das, die Arbeitszeit für Recherche zur Gesundheitsgeschichte von Patienten und unnötige mehrdiagnostik führen dann zu massiven Kosten fürs Gesundheitswesen. KK-Beiträge steigen und Kliniken und Praxen haben noch weniger behandlungskapazitäten.
Zusammenfassung: Alles Scheiße, lasst uns gemeinsam daran arbeiten die ePA so schnell wie möglich sicher nutzbar zu machen und sie nicht auf immer schlecht reden.
wer hätte das gedacht lol
Eine ePA ist so langsam ein Muss. Wir hängen doch da schon jahrzehnte hinterher, Blutwerte werden noch gefaxt, wenn wir da nicht langsam unseren Datenschutzstock aus dem A. ziehen dann ist es einfach nur traurig. Es muss auch sofort weiter gehen. Die Überweisung zwischen den Ärzten oder das einlesen der Karte alle 3 Monate nur weil man ein Dauermedikament benötigt. Alles eine Sache aus den 70er Jahren, wir haben 2025, das muss einfacher und besser werden.
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