Franz Fischler sieht Österreich in einer “demokratieriskierenden Situation”. Er erwartet eine FPÖ/ÖVP-Koalition und hält diese “reaktionäre” Regierung für eine mögliche Zeitenwende.
Der ehemalige österreichische EU-Kommissar hat im Jahr 2023 angekündigt, dass er aus seiner Partei, der ÖVP, austreten wird, falls sie FPÖ-Chef Herbert Kickl zum Bundeskanzler machen sollte. Genau das könnte nun bald der Fall sein. Franz Fischler sieht darin das Potenzial für eine historische Zeitenwende.
**STANDARD:** Sind Sie schon dafür bereit, bald Ex-ÖVP-Mitglied zu sein?
**Fischler:** Dabei bleibt es. Das ist meine private Position. Ich habe keinen Grund, das zu ändern.
**STANDARD:** Was sagen Sie zu den jüngsten politischen Vorkommnissen?
**Fischler:** Es wurde von den Beteiligten ein Riesenschaden angerichtet. Zwei ehemals staatstragende Parteien sind mit dem Anspruch angetreten, dafür zu sorgen, dass es keine Kickl-Regierung gibt. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger werden enttäuscht sein und der Politik den Rücken kehren, aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht mehr wählen gehen. Wir sind in eine sehr demokratieriskierende Situation geraten. Von außen ist es sehr schwer zu sagen, wer jetzt mehr oder weniger schuld ist, weil die gegenseitige Schuldzuweisung hat, das war vorhersehbar, ja schon eingesetzt. Aber fest steht, dass sie miteinander ihr Versprechen nicht eingelöst haben. Das ist das Drama, in dem wir zurzeit stecken. Ganz abgesehen davon, dass das natürlich auch im Ausland mitverfolgt wird und Österreichs Prestige unter dieser Entwicklung massiv gelitten hat.
Tun wir mal so als ob die ÖVP nicht selbst die größten Verbrecher sind.
Unser Land geht seit Jahrzehnten langsam aber sicher den Bach runter und die einzige Konstante seit 30 Jahren ist die ÖVP.
Wenn er so ein Moralapostel ist, hätte er nach der Korruptionsaffäre vom Kurz austreten müssen.
Das die ÖVP als Steigbügelhalter, um nicht Hure zu sagen, der FPÖ dient, wird sich genauso fatal erweisen, wie eine fallende Brandmauer in Deutschland und einer AFD in der Regierung. Die ÖVP verliert ihr Profil, die FPÖ kann nichts falsch machen, da ihre Wähler in einer Parallelmedienwelt leben, es wird, auch wenn ichs nicht hoffe, auf einen Regierungsbruch und eine Absolute der FPÖ rauslaufen, so es so weitergeht, so wie die ÖVP es unter Kurz fast erreicht hat. Diesmal wird uns keine Ibizaesque deus ex machina mehr retten
Sorry das Interview wurde gestern durch alle ORF Kanäle in den verschiedensten Formen bereits durchgeblasen wieso postest den heute
Wenn er zu seinem Wort steht und wirklich Austritt hab ich für ihn nichts als Respekt und Mitgefühl übrig. Muss furchtbar sein, wenn die eigene, einst staatstragende Partei (was auch immer man von den Inhalten hält) in einem absoluten Akt der Verzweiflung und Selbstauflösung dem Kickl die Räuberleiter ins Kanzleramt macht.
Ad „zerreißen“, wenn die FPÖ dadurch nicht noch weiter gestärkt würde, würde ich der ÖVP ja das Schicksal der Democrazia Cristiana wünschen…
kickl spricht von einer neuen ära österreichs! also ja, der mann hat recht.
btw., wer des gut findet will keine demokratie im land.
More like Fourth Reich.
Alles wiedeholt sich. Die.Konservativen waren schon immer die Steigbügelhalter fuer Faschismus , Nationalisten und damit verbundenen Grausslichkeiten wie Krieg , Folter und Schlimmerem.
Dritte Republik = Neustart des Staates mit vielen Verfassungsänderungen. Wäre mit der einfachen Mehrheit von Schwarzblau nicht möglich.
>Aber das Ganze wird zugedeckt werden mit der pragmatischen Feststellung: Ja, irgendwer muss regieren. Damit wird man sich da drüberschwindeln.
*Drüberschwindeln* ist das richtige Wort. Wenn die ÖVP wollte, könnte sie auch in Opposition gehen und von dort aus eine Rot-Grün-Pinke Minderheitsregierung unterstützen. Es zwingt sie niemand zu regieren.
Ich mag ihn. Ein grundsolider Kerl. So sollte die ÖVP aussehen
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Franz Fischler sieht Österreich in einer “demokratieriskierenden Situation”. Er erwartet eine FPÖ/ÖVP-Koalition und hält diese “reaktionäre” Regierung für eine mögliche Zeitenwende.
Der ehemalige österreichische EU-Kommissar hat im Jahr 2023 angekündigt, dass er aus seiner Partei, der ÖVP, austreten wird, falls sie FPÖ-Chef Herbert Kickl zum Bundeskanzler machen sollte. Genau das könnte nun bald der Fall sein. Franz Fischler sieht darin das Potenzial für eine historische Zeitenwende.
**STANDARD:** Sind Sie schon dafür bereit, bald Ex-ÖVP-Mitglied zu sein?
**Fischler:** Dabei bleibt es. Das ist meine private Position. Ich habe keinen Grund, das zu ändern.
**STANDARD:** Was sagen Sie zu den jüngsten politischen Vorkommnissen?
**Fischler:** Es wurde von den Beteiligten ein Riesenschaden angerichtet. Zwei ehemals staatstragende Parteien sind mit dem Anspruch angetreten, dafür zu sorgen, dass es keine Kickl-Regierung gibt. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger werden enttäuscht sein und der Politik den Rücken kehren, aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht mehr wählen gehen. Wir sind in eine sehr demokratieriskierende Situation geraten. Von außen ist es sehr schwer zu sagen, wer jetzt mehr oder weniger schuld ist, weil die gegenseitige Schuldzuweisung hat, das war vorhersehbar, ja schon eingesetzt. Aber fest steht, dass sie miteinander ihr Versprechen nicht eingelöst haben. Das ist das Drama, in dem wir zurzeit stecken. Ganz abgesehen davon, dass das natürlich auch im Ausland mitverfolgt wird und Österreichs Prestige unter dieser Entwicklung massiv gelitten hat.
Tun wir mal so als ob die ÖVP nicht selbst die größten Verbrecher sind.
Unser Land geht seit Jahrzehnten langsam aber sicher den Bach runter und die einzige Konstante seit 30 Jahren ist die ÖVP.
Wenn er so ein Moralapostel ist, hätte er nach der Korruptionsaffäre vom Kurz austreten müssen.
Das die ÖVP als Steigbügelhalter, um nicht Hure zu sagen, der FPÖ dient, wird sich genauso fatal erweisen, wie eine fallende Brandmauer in Deutschland und einer AFD in der Regierung. Die ÖVP verliert ihr Profil, die FPÖ kann nichts falsch machen, da ihre Wähler in einer Parallelmedienwelt leben, es wird, auch wenn ichs nicht hoffe, auf einen Regierungsbruch und eine Absolute der FPÖ rauslaufen, so es so weitergeht, so wie die ÖVP es unter Kurz fast erreicht hat. Diesmal wird uns keine Ibizaesque deus ex machina mehr retten
Sorry das Interview wurde gestern durch alle ORF Kanäle in den verschiedensten Formen bereits durchgeblasen wieso postest den heute
Wenn er zu seinem Wort steht und wirklich Austritt hab ich für ihn nichts als Respekt und Mitgefühl übrig. Muss furchtbar sein, wenn die eigene, einst staatstragende Partei (was auch immer man von den Inhalten hält) in einem absoluten Akt der Verzweiflung und Selbstauflösung dem Kickl die Räuberleiter ins Kanzleramt macht.
Ad „zerreißen“, wenn die FPÖ dadurch nicht noch weiter gestärkt würde, würde ich der ÖVP ja das Schicksal der Democrazia Cristiana wünschen…
kickl spricht von einer neuen ära österreichs! also ja, der mann hat recht.
btw., wer des gut findet will keine demokratie im land.
More like Fourth Reich.
Alles wiedeholt sich. Die.Konservativen waren schon immer die Steigbügelhalter fuer Faschismus , Nationalisten und damit verbundenen Grausslichkeiten wie Krieg , Folter und Schlimmerem.
Dritte Republik = Neustart des Staates mit vielen Verfassungsänderungen. Wäre mit der einfachen Mehrheit von Schwarzblau nicht möglich.
>Aber das Ganze wird zugedeckt werden mit der pragmatischen Feststellung: Ja, irgendwer muss regieren. Damit wird man sich da drüberschwindeln.
*Drüberschwindeln* ist das richtige Wort. Wenn die ÖVP wollte, könnte sie auch in Opposition gehen und von dort aus eine Rot-Grün-Pinke Minderheitsregierung unterstützen. Es zwingt sie niemand zu regieren.
Ich mag ihn. Ein grundsolider Kerl. So sollte die ÖVP aussehen
Das Dritte Reich in Farbe
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