Kiel. Die Nato macht Ernst. Auf der Ostsee beginnt am Wochenende eine Operation zum Schutz der maritimen Infrastruktur vor Sabotage. Nach diversen Zwischenfällen mit aus Russland kommenden Schiffen, sollen nun Kabel, Windanlagen und Pipelines überwacht werden.

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Ganz vorn dabei ist des 3. Minensuchgeschwader aus Kiel. Geschwaderkommandeurin Inka von Puttkamer ist dabei mit Blick auf die „Datteln“ in einer Sache ganz sicher: „Die Besatzung der ‚Datteln‘ ist auf den Einsatz sehr gut vorbereitet. Sie sind ein tolles Team“, sagte sie bei der Verabschiedung auf der Weddigen-Brücke im Marinehafen. Als Beweis für die Leistungen bei der Vorbereitung gab es ausnahmsweise bereits vor dem Auslaufen eine Auszeichnung. Korvettenkapitän Christoph Bieg vom Einsatzausbildungszentrum der Marine aus Neustadt kam mit einer großen Holzvitrine nach Kiel zu dem 54 Meter langen Minenjäger.

„Die Besatzung ‚Datteln‘ hat im vergangenen Jahr die Ausbildung beim Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine als beste Einheit der Marine abgeschlossen“, sagte Bieg. Preis für diese beste Teamleistung einer deutschen Marineeinheit ist traditionell der „Nikolaus-Preis“, der seit 1983 in Form einer aus 300 Jahre alter Eiche geschnitzten Heiligen-Figur in einer Vitrine überreicht wird. Gestiftet wurde er 1983 von der damals in Kiel ansässigen Technischen Marineschule.

Minensuchgeschwader der Marine aus Kiel: Hafenplanung ist ungewiss

Die Einsatz- und Gefechtsausbildung der 42 Frauen und Männer der „Datteln“ war so herausragend, dass die Punkte am Ende sogar Fregatten und Tender übertrafen. So kommt es, dass diesmal wieder eine Kieler Einheit den Preis für 2025 hat – und so die Fregatte „Brandenburg“ aus Wilhelmshaven ablöste, die 2024 ausgezeichnet wurde. Kommandeurin von Puttkamer würdigte die Leistung. Die Besatzung unter dem Kommando von Fregattenkapitän Marcus Fiene muss jetzt die Crew in einen besonderen Einsatz führen.

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„Ich entlasse sie bezüglich der Hafenplanung aber in eine ungewisse Zukunft. Die Veränderung der Lage erfordert, dass sie in der Ostsee gebraucht werden“, sagte von Puttkamer mit Blick auf die kurzfristige Änderung des Einsatzgebiets. Eigentlich hätte die „Datteln“ jetzt in der Nordsee Minen suchen sollen.

Der Kommandant ist aber zuversichtlich: „Die Herausforderung besteht nun darin, die Besatzung kontinuierlich auf hohem Niveau hinsichtlich Konzentration und Professionalität zu halten, damit auf der einen Seite Unsicherheiten abgebaut werden und auf der anderen Seite jeder Herausforderung begegnet werden kann.“

Nikolaus-Preis für die "Datteln": Korvettenkapitän Christoph Bieg übergab die Auszeichnung an Kommandant Marcus Fiene (rechts).

Nikolaus-Preis für die “Datteln”: Korvettenkapitän Christoph Bieg übergab die Auszeichnung an Kommandant Marcus Fiene (rechts).

Die „Datteln“ verließ kurz nach 10 Uhr den Marinestützpunkt Kiel. Kurz danach folgte auch das Nato-Führungsschiff „Luymes“. Wohin es genau geht, ist geheim. Fest steht nur, dass der Einsatz im Bereich des Baltikums sein wird. Dort wird der Verband unter dem Kommando des belgischen Offiziers Erik Kockx bei der Überwachung der Infrastruktur helfen. Aktuell sind Einheiten aus Estland und Finnland dort allein im Einsatz.

Mit an Bord der „Luymes“ und der „Datteln“ sind Taucher, Drohnen und moderne Sonargeräte, die den Meeresboden absuchen können. Die Nato will den Verband schnell weiter stärken. So sollen sich in den nächsten Tagen weitere Minenjäger auf den Weg in die Ostsee machen.

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Der Einsatz der „Datteln“ und der 42 Frauen und Männer wird bis zum Sommer dauern. Vermutlich zur Kieler Woche wird das Boot wieder im Marinestützpunkt Kiel beim 3. Minensuchgeschwader zurückerwartet. Der Verband ist mit zwölf Booten zur Minenabwehr ausgerüstet.

KN