Olaf Scholz spricht beim Nato-Ostseegipfel zu den Medienvertretern am 14.01.2025.

In Helsinki beginnt ein Gipfeltreffen der Nato-Staaten zur Ostsee-Sicherheit. Dabei geht es unter anderem um Maßnahmen zur Sicherung der kritischen Unterwasser-Infrastruktur.14.01.2025 | 0:25 min

Deutschland will sich mit Schiffen am Schutz der Infrastruktur in der Ostsee beteiligen. Bundeskanzler Olaf Scholz kündigte bei einem Ostsee-Gipfel in Helsinki mit Blick auf die wachsende Bedrohung durch die sogenannte russische Schattenflotte an, dass Deutschland bereit sei, “mit seinen eigenen Möglichkeiten” Verantwortung zu übernehmen.

Selbstverständlich bedeutet das, dass wir auch mit deutschen Schiffen für die Sicherheit in der Ostsee Sorge tragen.

Olaf Scholz (SPD), Bundeskanzler

Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker und andere Frachtschiffe mit undurchsichtigen Eigentümerstrukturen gemeint, die Russland benutzt, um Sanktionen infolge seines Einmarsches in die Ukraine etwa beim Öltransport zu umgehen. Mittlerweile zählt das Auswärtige Amt insgesamt 79 Schiffe zur Schattenflotte.
Hintergrundstück Schattenflotte

Russland nutzt das internationale Seerecht aus. Die Polizei kann Handelsschiffe nicht stoppen.13.01.2025 | 1:26 min

Mehrere Fälle mutmaßlicher Sabotage in der Ostsee

Mit dem Gipfel in Helsinki reagieren die beteiligten Nato-Länder Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden auf jüngste Vorfälle, bei denen Leitungen und Kabel in der Ostsee mutmaßlich vorsätzlich beschädigt wurden.

Darunter war in gleich zwei Fällen im November und am ersten Weihnachtstag auch ein Glasfaserkabel, das zwischen Helsinki und Rostock verläuft. Bei dem Vorfall an Weihnachten wurde unter anderem auch die Stromleitung Estlink 2 zwischen Finnland und Estland gekappt – mutmaßlich mit einem über den Grund geschleppten Anker.

Scholz mahnte angesichts dessen nun eine engere Zusammenarbeit der Anrainer-Staaten an. In Anspielung auf Russland sagte er:

Wir müssen davon ausgehen, dass sie Teil einer hybriden Strategie sind, die europäische Länder bedrohen.

Olaf Scholz, Bundeskanzler

Man müsse gemeinsam Überwachungsstrategien absprechen.

Johannes Peters bei ZDFheute live

Nur weil Russland Gesetze bricht, könne es die Nato nicht auch tun, sagt Sicherheits-Experte Peters. Rechtskonform zu reagieren, sei deshalb eine Herausforderung.13.01.2025 | 17:16 min

Finnland und Schweden wollen sich an Einsatz beteiligen

Scholz sprach von einer “sehr ernsten Angelegenheit”. Die Nato will als Reaktion darauf ihre Präsenz in der Ostsee deutlich ausweiten. Dazu startet sie einen Einsatz zur besseren Überwachung des Meeres.

Die beiden Nato-Neumitglieder Finnland und Schweden haben bereits angekündigt, sich mit Schiffen daran zu beteiligen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll die Mission insgesamt etwa zehn Schiffe umfassen. Estland lässt bereits ein Marineschiff im Finnischen Meerbusen patrouillieren.

ZDFheute auf WhatsApp

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand. Darauf ist der WhatsApp-Channel der ZDFheute zu sehen.

Quelle: ZDF

Sie wollen stets auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie bei unserem ZDFheute-WhatsApp-Channel genau richtig. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend – erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Mini-Podcast “Kurze Auszeit” inspirieren. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: ZDFheute-WhatsApp-Channel.

Quelle: dpa, Reuters