„Es wurde noch nie so viel Luxemburgisch geschrieben wie heute. Das liegt vor allem an den digitalen, genauer gesagt an den sozialen Medien“, präzisiert André Bauler (DP), Präsident der Kulturkommission der Chamber, gegenüber dem „Luxemburger Wort“. Die Luxemburger Sprache soll zukünftig allerdings noch stärker gefördert und sichtbarer werden, wie aus der Kulturkommission am Mittwochnachmittag hervorgeht.

Dort stellte Kulturminister Eric Thill (DP) die geplanten Entwicklungen bezüglich des „Aktiounsplang fir d’Lëtzebuerger Sprooch“, der im Jahr 2022 von der damaligen Regierung angenommen wurde, vor. Dieser beinhaltet 50 Maßnahmen zur Förderung der Luxemburger Sprache. Maßnahmen, die über die Jahre anhand unterschiedlicher Projekte, Pläne sowie Methoden vertieft und angewendet werden.

Ein neuer „Wuertatlas“ kommt

Arbeitnehmer, für die Luxemburgisch eine Fremdsprache ist, sollen „im Mündlichen fit für das Luxemburgische gemacht werden“, wie Georges Engel (LSAP), Vize-Präsident der Kulturkommission, in einem Telefoninterview erklärt. Insbesondere im Gesundheits- und Pflegesektor soll hier zunächst nachgelegt werden, sodass den Fachkräften auch das notwendige und fachspezifische Vokabular vorliegt.

Es wurde noch nie so viel Luxemburgisch geschrieben wie heute. Das liegt vor allem an den digitalen, genauer gesagt an den sozialen Medien.

André Bauler (DP)

Präsident der Kulturkommission

Es würde, wie es im Presseschreiben vonseiten des Kulturministeriums heißt, intensiv an Methoden und Material gearbeitet werden, um den Menschen, die kein Luxemburgisch sprechen, die Sprache näherzubringen. Laut André Bauler war in diesem Kontext die Rede von einer aus Liechtenstein stammenden Methode („Liechtenstein Languages“), bei der Menschen innerhalb von sechs Wochen eine neue Sprache erlernen. Dadurch soll ein schneller Zugang zum Luxemburgischen hergestellt werden.

André Bauler (DP) betont, dass heute so viel Luxemburgisch geschrieben werden würde wie noch nie. Foto: Chris Karaba / LW-Archiv

Mittels einer mobilen Ausstellung über die Luxemburger Sprache, die nicht nur hier in Luxemburg gezeigt wird, sondern auch ins Ausland – in die Großregion, nach Brüssel, Paris und Straßburg – wandern soll, wird versucht, das Luxemburgische auch über die Grenzen hinaus zu promovieren. Zudem wird am 19. März der neue „Lëtzebuerger Wuertatlas 1900 “ von Alain Atten in der Nationalbibliothek vorgestellt.

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Auch im öffentlichen Raum soll die Luxemburger Sprache sichtbarer werden – etwa an den Bahnhöfen, im Straßenverkehr und im öffentlichen Transport. Unter anderem einer der Punkte, die dem ADR-Abgeordneten Fred Keup, der in der Kulturkommission-Sitzung Alexandra Schoos vertrat, nicht weit genug gehen.

Tag für die Luxemburger Sprache

„Diese Punkte und Entwicklungen sind natürlich positiv, aber wir als ADR würden deutlich mehr für unsere Luxemburger Sprache machen“, betont Keup. So bemängelt er etwa, dass die geplante Einführung eines Tages, der der Luxemburger Sprache gewidmet ist, nur „ein kleiner Tropfen“ sei. Der Tag der Luxemburger Sprache soll erstmals im Herbst stattfinden.

Wir würden es auch begrüßen, wenn die Luxemburger Sprache im administrativen Bereich stärker angewendet werden würde. Wie in Briefen von Administrationen oder Gemeinden.

Fred Keup

ADR-Abgeordneter

Generell wünscht sich Keup, dass konkretere Ziele genannt werden würden. Schließlich könne man erst in ein paar Jahren feststellen, ob beispielsweise nun im Gesundheits- und Pflegesektor tatsächlich mehr Menschen Luxemburgisch sprechen würden oder nicht. „Wir würden es auch begrüßen, wenn die Luxemburger Sprache im administrativen Bereich stärker angewendet werden würde. Wie in Briefen von Administrationen oder Gemeinden.“

Fred Keup (ADR) sieht die in der Kulturkommission präsentierten Punkte als positiv. Ihm gehen diese allerdings nicht weit genug. Zudem fehle es an konkreten Zielen. Foto: Christophe Olinger / LW-Archiv

Dass die Luxemburger Sprache heute doch viel verwendet wird, zeigen etwa die Aufrufzahlen des „Lëtzebueger Online Dictionnaire“ (LOD) und von spellchecker.lu. Das LOD würde am Tag etwa von 2.750 Benutzern aufgerufen werden, der „Spellchecker“ sechs Tausend Mal.