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Die Grippewelle tobt in Österreich und die Infektionen verdoppeln sich innerhalb einer Woche. Die Prognosen sind bedrückend.

Wien – Die Grippe hat Österreich im Griff: Zuletzt stiegen in der Alpenrepublik die Infektionszahlen rasant an. Wie das Zentrum für Virologie an der MedUni der Hauptstadt Wien erklärte, verdoppelten sich diese in der ersten Woche des Jahres gar. „Sowohl Influenza A(H1N1)pdm09 als auch Influenza B (Victoria) verzeichneten mehr als eine Verdoppelung“, gaben die Wissenschaftler bekannt.

Immer mehr Infektionen in Österreich: Grippewelle beginnt früher als im letzten Jahr

Alle Bundesländer sind von der Grippewelle betroffen, auch wenn Wien, die Steiermark, Oberösterreich und Tirol besonders betroffen sind. Dominant treten dabei größtenteils Influenza-A(H1N1)pdm09- und Influenza-B-Viren auf. Das Zentrum sieht „international weiterhin hohe Aktivität mit steigender Tendenz“.

Die Welle wurde in diesem Jahr früher ausgerufen als im letzten Jahr. Damals begann sie nicht schon direkt nach den Weihnachtsferien wie in der aktuellen Saison. Der Höhepunkt der Grippewelle fällt normalerweise auf Februar. Nach den ersten beiden Corona-Wintern hatte es im Winter 2022/23 eine ungewöhnlich starke Grippe-Saison gegeben.

Impfung gegen Grippe empfohlen

Die Grippe kann tödlich enden. Laut Berechnungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) starben in der vergangenen Grippesaison 4020 Menschen an Influenza, immer wieder auch Kinder. Gegen die echte Grippe ist in Österreich eine Impfung erstmals für alle kostenlos erhältlich. Empfohlen wird diese ab dem sechsten Lebensmonat und insbesondere für Schwangere, Kleinkinder, Säuglinge, bei chronischen Erkrankungen, Adipositas oder ab 60 Jahren. Auch in Deutschland wird die Impfung empfohlen.

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„Die wichtigste und effektivste Präventionsmaßnahme stellt die Impfung dar“, schreibt die AGES. Influenza-Viren entwickeln sich demnach schnell, daher werde die Impfung jedes Jahr angepasst.

Tödliche Viren: Wie gut ist die Menschheit mittlerweile auf sie vorbereitet?

Fünf Jahre nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie stellen sich nicht nur Experten die Frage, wie gut die Welt für künftige Pandemien gerüstet ist. Auf die Frage, ob die Welt mittlerweile besser auf Pandemien vorbereitet ist, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus im Dezember bei einer Pressekonferenz: „Die Antwort ist ja und nein.“ Die Welt habe zwar immer noch „mit einigen Schwächen und Anfälligkeiten“ zu kämpfen. Andererseits habe die Weltgemeinschaft viele „schmerzhafte Lektionen“ gelernt und „bedeutende Maßnahmen zur Stärkung ihrer Abwehr künftiger Epidemien und Pandemien ergriffen.

Eindeutig: Das Schaubild der MedUni Wien zeigt, welche Teile Österreichs von der Grippewelle betroffen sind: Alle.

Das Schaubild der MedUni Wien zeigt, welche Teile Österreichs von der Grippewelle betroffen sind: Alle. © MedUni Wien

Nach Einschätzung von Maria Van Kerkhove, Leiterin der WHO-Abteilung für Epidemie- und Pandemievorsorge, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Pandemie droht. Durch die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und der schweren Grippe-Epidemie im Jahr 2009 habe sich zwar „vieles verbessert“. Aus ihrer Sicht ist die Welt aber weiterhin unzureichend auf einen „massiven Ausbruch“ einer Infektionskrankheit oder eine neue Pandemie vorbereitet. Zuletzt sorgte die „Krankheit X“ im Kongo für Alarmbereitschaft. (cgsc/afp)