Publiziert16. Januar 2025, 05:17

Bonus-Reglement: Jahresend-Gruss der Kinderkrippe schreckt Mitarbeitende auf

Die Kinderkrippe «Small Foot» hat ihre Mitarbeitenden informiert, dass sie gesund bleiben müssen, wenn sie einen Bonus wollen. Dies sorgt für Unverständnis bei einem News-Scout.

Cédric Bähler

von

Im Jahresend-Gruss der Kinderkrippe «Small Foot» schockierte die Firma ihre Mitarbeitenden.

Die Mitarbeitenden fürchten sich vor finanziellen Bestrafungen, wenn sie krank werden.

Die Geschäftsleitung der Kinderkrippe nimmt Stellung und erklärt, wie es zu diesem Entscheid gekommen ist.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderkrippe «Small Foot», welche in der Zentralschweiz tätig ist, haben zum Jahresende Post von ihrem Arbeitgeber erhalten. Sie erhalten einen Bonus, wenn sie im kommenden Jahr keine Absenzen haben.

«Wir wollen mit unserem Entscheid und dem Vorgehen treue beziehungsweise loyale und pflichtbewusste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärken», schreiben die Verantwortlichen der Kinderkrippe «Small Foot» im Jahresend-Gruss, der 20 Minuten vorliegt.

Angst vor Verurteilung der Arbeitskollegen

«Meine Freundin hat mir diesen Brief geschickt und sie macht sich grosse Sorgen, dass sie von ihren Mitarbeitenden verurteilt wird, wenn sie krank wird», erzählt der News-Scout gegenüber 20 Minuten. Beide möchten anonym bleiben, da die Mitarbeiterin sich vor den Konsequenzen ihres Arbeitgebers fürchtet.

«Sie dürfen nicht mehr krank sein, denn sonst müssen sie Ende Jahr auf viel Geld verzichten», erklärt der News-Scout die Situation seiner Freundin. 200 Franken Bonus erhalten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die während dem ganzen Jahr keine Krankheitstage hatten. Die Geschäftsleitung der Kinderkrippe wird die Standorte finanziell belohnen, welche am wenigsten Absenzen haben. Der Gewinnerstandort wird 1600 Franken erhalten. Auch die Lehrlinge sind von dieser Regelung betroffen.

Die «Small Foot AG» will mit Geldanreizen die Krankheitstage vermindern.

Die «Small Foot AG» will mit Geldanreizen die Krankheitstage vermindern.

Screenshot/News-Scout

Krank am Montag und Freitag

Fabian Haindl, Mitglied der Geschäftsleitung Small Foot AG, erklärt gegenüber 20 Minuten, wie die Geschäftsleitung zu diesem Entschluss gekommen ist. «Wir haben einen starken Anstieg von bis zu 30 Prozent von Krankheitsabsenzen, jeweils gezielt montags und freitags, und da mussten wir reagieren. Wir wollen Motivation und Loyalität erzielen, wobei die Belastung für die gesunden Mitarbeiter kaum noch tragbar wurde», erzählt er.

Die Änderung soll mit Investitionen in die Gesundheitsförderung für die Mitarbeitenden einhergehen. «Wir stellen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Hilfestellungen zur Seite, damit sie nicht krank werden. Hier investieren wir jährlich in die Infrastruktur und entsprechende Massnahmen», sagt Haindl.

Nullquote korrigiert

Die Nulltoleranz hat, so Haindl, die Kinderkrippe bereits wieder korrigiert, was auch kommuniziert wurde. «Uns ist bewusst, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter krank werden können und deshalb haben wir die Fehlquote auf zwei bis drei Tage angepasst, wir wollen so einen gesunden Durchschnitt an Absenztagen wegen kurzfristiger Krankheit erreichen», führt er aus. Zusätzlich betont er, dass die Arbeitnehmenden nicht krank zur Arbeit gehen sollen und dies wird konsequent durchgesetzt.

Der Jahresend-Gruss habe intern grosse Zustimmung erfahren. Haindl sagt, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Veränderung gutheissen würden. «Es leiden jeweils leider diejenigen, die bei der Arbeit sind und die freuen sich über die neue Regelung bzw. empfinden diese geradezu motivierend, so dass Scheinkrankheiten wohl reduziert werden können», erklärt Haindl den Versuch.

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