In der Heimat geht es weiter mit den Schweizer Festspielen: Auch den Super-G von Wengen gewinnt ein Schweizer. Es ist nicht Topfavorit Marco Odermatt, sondern der junge Berner Franjo von Allmen. In den Abfahrten von Gröden und Bormio ist der 23-Jährige schon Zweiter geworden, nun hat es auch erstmals geklappt mit einem Triumph im Weltcup. Es ist ein riesiger Coup für das Grosstalent aus Boltigen.

Gegenüber SRF sagt er: «Ich kann das noch nicht richtig begreifen. Ich hatte schon am Morgen ein gutes Gefühl. Viele kamen zu mir und sagten: ‹Heute liegt viel drin für dich.› Ich dachte: Ja, ja, redet ihr nur. Dass es jetzt so aufging, ist ein Traum.»

Von Allmen ist in dieser noch jungen Saison bereits der dritte Fahrer des Schweizer Speedteams, der ein Rennen gewinnt. In Beaver Creek gewann Justin Murisier die Abfahrt und Marco Odermatt den Super-G. Odermatt gewann auch die Abfahrt von Gröden und Alexis Monney diejenige von Bormio. Damals setzte sich der Freiburger noch knapp durch gegen Von Allmen. Heute steht dieser zuoberst und strahlt mit der Sonne um die Wette.

Doch damit hat es sich nicht mit den schönen Geschichten für das Schweizer Skiteam. Hinter dem Österreicher Vincent Kriechmayr wird nämlich Stefan Rogentin Dritter. Und das ist eine ganz spezielle Geschichte. Der Bündner ist im ersten Training noch schwer gestürzt, seine Ski zerschnitten gleich beide Sicherheitsnetze.

Die zweite Testfahrt liess der 30-Jährige aus. In die Fernsehkamera sagt er nach seinem Coup: «Es brauchte Mut, auf das zweite Training zu verzichten, denn so war die letzte Kurve, die ich rennmässig fuhr, diejenige, in der ich in den Netzen gelandet bin. In der ersten Nacht sah ich dieses Netz immer wieder vor mir im Traum.» Er hat mit seinem Mentaltrainer Kontakt aufgenommen, der auch auf Traumata spezialisiert ist. Eineinhalb Stunden habe er mit ihm geredet – die Wirkung blieb nicht aus.

Für einmal mit einem Rang neben dem Podest muss sich Topfavorit Marco Odermatt begnügen. Der Nidwaldner wird Siebter und sagt: «Ich spürte, dass das nicht so gut war. Ich weiss nicht genau, wieso es nicht gepasst hat, es hat mir immer wieder die Ski verschlagen, dadurch war ich ein paar Mal neben der Linie. Ich fuhr wohl auch etwas zu frech.» Das Positive: Odermatt hat nun für einmal mehr Zeit für die Analyse und die Erholung, muss er doch die ganze Siegerprozedur nicht durchmachen. Er dürfte also am Samstag ausgeruht zur Abfahrt starten.

Mit Alexis Monney als Neunter schafft es noch ein vierter Schweizer in die Top 10. Das Team von Trainer Reto Nydegger hat einmal mehr vollends überzeugt.

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