von Christian Harz, Washington D.C.
Als Nato-Generalsekretär verhinderte Jens Stoltenberg den Eklat mit den USA unter Donald Trump. Wie also ein zweites Mal umgehen mit Präsident Trump? Das rät der Top-Diplomat am Vorabend der Amtseinführung.
Sehen Sie hier das ganze Gespräch mit Jens Stoltenberg im Video.19.01.2025 | 4:58 min
Nun also Trump, die zweite. Noch bevor der 78-Jährige erneut hinter dem Resolute Desk im Oval Office Platz genommen hat, wurde bereits mächtig gepoltert und gefordert. Kanada? Bald 51. Bundesstaat der USA. Grönland? Gehört Trump zufolge auch eigentlich den USA – und nicht zu Dänemark.
So reagierten Kanada, Grönland und der deutsche Bundeskanzler auf Trumps Fusions-Überlegungen.08.01.2025 | 1:38 min
Stoltenberg: “Müssen auf Überraschungen vorbereitet sein”
“Wir müssen natürlich auf Überraschungen vorbereitet sein, auf scharfe Töne. Das haben wir auch schon vorher gesehen”, so Ex-Nato-Generalsekretär Stoltenberg. Dennoch rät er, mehr zu diskutieren, was man tatsächlich tun könne, um gute Ergebnisse zu fördern und schlechte Ergebnisse zu minimieren, statt nur zu spekulieren.
Das Beste, was man tun kann, um die guten Ergebnisse wahrscheinlicher zu machen, ist, sich mit den Vereinigten Staaten, der neuen Regierung, hinzusetzen, mit Donald Trump zu sprechen.
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Jens Stoltenberg
Das habe Stoltenberg auch 2016 so gemacht, als Trump zum ersten Mal gewählt wurde. “Und das ist auch das, was die europäischen Verbündeten diesmal tun sollten”. Sein Credo: Sich hinsetzen und über die “unterschiedlichen Meinungen sprechen und auch über Punkte zu sprechen, wo es Meinungsverschiedenheiten gibt”.
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Stoltenberg gibt sich optimistisch
Auch in seiner ersten Präsidentschaft hätten Trump und er es “ja auch geschafft, eine Arbeitsbeziehung aufzubauen und sicherzustellen, dass die Nato gestärkt werden konnte über diese Jahre hinweg”.
Es ist ja kein Geheimnis, dass es Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten gibt.
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Jens Stoltenberg
Dennoch habe man damals zu wichtigen Fragen wie der US-Präsenz in Europa und den Sicherheitsausgaben Fortschritte erzielt, so Stoltenberg.
Donald Trump wird am Montag zum zweiten Mal zum Präsidenten der USA vereidigt. Er machte bereits klar, dass er die politische Landschaft in den USA radikal ändern will. 19.01.2025 | 1:31 min
Stoltenberg fordert von Nato-Ländern mehr Investitionen in Sicherheit
Daran erinnert Stoltenberg auch vor dem Hintergrund der Fünf-Prozent-Forderung Trumps. “Ja, fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Rüstung, für Verteidigung sind sehr viel, […] aber wir haben gesehen, dass die europäischen Alliierten es geschafft haben, ihre Sicherheitsausgaben in den letzten Jahren zu erhöhen.”
2014 wurde beschlossen, dass zwei Prozent ausgegeben werden. “Da gab es nur drei Verbündete, die dieses Ziel erreicht hatten.” Jetzt seien es 23, die zwei oder mehr ausgeben – darunter auch Deutschland. “Und mehr und mehr Verbündete kommen jetzt auch an die drei Prozent heran.”
Sehen Sie hier, welche Nato-Länder das Zwei-Prozent-Ziel erreichen:
Nato-Länder, die Zwei-Prozent-Ziel erreichen
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Auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage fordert Stoltenberg, dass die Nato-Länder künftig mehr in ihre Sicherheit investieren müssten.
Und ich erwarte auch, dass die Verbündeten noch mehr tun in den nächsten Jahren.
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Jens Stoltenberg
Denn: “Die Realität ist, dass wir in einer gefährlicheren Welt leben”, so Stoltenberg.
Stoltenberg zur Amtseinführung von Trump erwartet
Das Interview mit Jens Stoltenberg führte Marietta Slomka.
Der Verlässliche
:Nato-Generalsekretär Stoltenberg geht
10 Jahre stand Jens Stoltenberg an der Spitze der Nato. Er hielt das Militärbündnis zusammen, organisierte den Widerstand gegen Putin und die Unterstützung für die Ukraine.
Julia Rech und Ulf Röller, Brüssel