Publiziert20. Januar 2025, 13:29
Dübendorf ZH: Sprachstanderhebung: «38 Prozent der Kinder verstehen kaum Deutsch»
Die Stadt Dübendorf führt dieses Jahr erstmals eine Sprachstanderhebung bei Vorschulkindern durch. Der Stadtpräsident André Ingold sagt, wieso es eine solche Erhebung braucht.
Dübendorf führt eine Sprachstandserhebung durch, da 38 Prozent der Kinder kaum Deutsch verstehen.
Die Erhebung zielt darauf ab, frühzeitig Förderbedarf zu erkennen und Bildungschancen zu verbessern.
Die Universität Basel ist für die Entwicklung und Auswertung der Fragebögen verantwortlich.
Eltern werden in 14 Sprachen informiert und bei Bedarf zu Fördermassnahmen beraten.
Die Stadt Dübendorf führt erstmals eine Sprachstanderhebung bei Vorschulkindern durch: Alle Eltern, deren Kinder im August 2026 in den Kindergarten kommen, haben von der Bildungslandschaft Dübendorf kürzlich einen Brief erhalten. Darin wurden sie gebeten, einen Online-Fragebogen zu den Deutschkenntnissen ihrer Kinder auszufüllen.
Das Ziel der Erhebung sei, frühzeitig zu erkennen, ob ein Kind Unterstützung beim Erlernen und Verstehen der deutschen Sprache benötigt, sagt der Dübendorfer Stadtpräsident André Ingold. Zwar sei das Sprachwissen der Vorschulkinder nicht bei allen Kindern auffallend unterdurchschnittlich. «Jedoch ist es eine Tatsache, dass beispielsweise in Dübendorf im Schuljahr 2020/21 rund 38 Prozent der in den Kindergarten eintretenden Kinder kaum Deutsch verstanden haben.»

38 Prozent der in den Kindergarten eintretenden Kinder verstanden im Schuljahr 2020/21 kaum Deutsch, sagt der Stadtpräsident von Dübendorf.
Christian Charisius/dpa
Uni Basel wertet Fragebogen aus
Die fehlenden Deutschkenntnisse stellten für die betroffenen Kinder bereits zu Beginn ihrer Schulkarriere einen Bildungsnachteil dar, der bis in die Sekundarstufe sowie die spätere Integration in den Arbeitsmarkt Auswirkungen zeige, sagt Ingold. «Je früher die Sprachkompetenzen gefördert werden, desto eher sind eine hohe Qualität des Unterrichts und die Chancengleichheit der Kinder auch längerfristig gewährleistet.»
Um die Sprachkompetenzen früh zu fördern, brauche es aber Informationen zu den Sprachkompetenzen der Kinder im Vorschulalter. Da die Stadt Dübendorf vor Beginn der obligatorischen Schule keine institutionalisierte Instanz habe, bei welcher diese Informationen eingeholt werden können, sei die Idee für eine Sprachstandserhebung entstanden. Ingold: «Bei der Durchführung der Sprachstanderhebung setzt die Bildungslandschaft auf die Zusammenarbeit mit der Universität Basel, welche die Fragebogen entwickelt hat und für die Auswertung zuständig ist.»
Dübendorf: Deutschkurse auch für Eltern
Der Online-Fragebogen stehe den Eltern in 14 unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung, sagt Ingold. Brauche ein Kind eine sprachliche Förderung, werde die Familie kontaktiert und zu einem Gespräch eingeladen.
«Mögliche Lösungsansätze können etwa der Besuch einer Kita oder einer Spielgruppe sein, wo die Kinder gefördert werden und auch in ihren Sozialkompetenzen unterstützt werden, damit sie fit für den Kindergarten sind.» Gleichzeitig könnten die Eltern über Deutschkurse und andere Integrationsangebote der Stadt Dübendorf informiert werden.
Die Sprachstanderhebung wird bereits in anderen Kantonen, Städten und Gemeinden erfolgreich eingesetzt, unter anderem in den Kantonen Basel, Thurgau, Aargau oder Luzern.
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