Ein 29-jähriger Portugiese, der vor fünf Jahren versucht haben soll, seinen Chef in einem Restaurant in Luxemburg zu töten, wurde kürzlich in Portugal gefasst. Gegen den Mann lag ein europäischer Haftbefehl vor.

Die mutmaßliche Tat soll sich laut „Contacto“ vor fünf Jahren im Café Ribatejo in Windhof ereignet haben (das LW berichtete). Bei den Opfern handelt es sich um zwei Verwandte des Verhafteten und den Besitzer des Lokals. Der Verdächtige stammt aus der nordportugiesischen Stadt Braga. Er floh nach der Tat nach Portugal und wurde erst jetzt von der Kriminalpolizei im Norden des Landes gestellt, heißt es in einer Mitteilung der portugiesischen Behörden.

„Wir hatten nie einen Streit oder eine hitzige Diskussion“, sagte der Besitzer des Cafés, Filipe V., gegenüber „Contacto“. Das Lokal nahe der Autobahn A6 bietet Platz für etwa 50 Personen. „Es kommen nicht nur Portugiesen, sondern auch Luxemburger, Belgier, Franzosen und Niederländer sowie Fernfahrer, die auf dem gegenüberliegenden Tankstellenparkplatz parken“, erklärt ein Mitarbeiter.

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Zu dem Mordversuch sagt Filipe V., es habe sich um eine spontane Tat gehandelt. Der Mitarbeiter habe nie problematische Hintergründe offenbart, die eine solche Eskalation hätten vermuten lassen.

In der offiziellen Erklärung der Polícia Judiciária heißt es: „Der Verdächtige schlug seinem Chef mehrmals mit einem Bierglas auf den Kopf, wodurch dieser mehrere Verletzungen am Schädel und Kratzer in der Brusthöhle erlitt.“

„Es hätte noch schlimmer kommen können“

Nach der Verhaftung durch die Kriminalpolizei in Portugal befindet sich der Verdächtige nach Angaben der dortigen Generalstaatsanwaltschaft „in einem Gefängnis und wartet auf das weitere Verfahren“. Er soll in Kürze nach Luxemburg ausgeliefert werden, um sich hier vor Gericht zu verantworten.

„Ich will nur Gerechtigkeit. Nach fünf Jahren werde ich das nicht auf sich beruhen lassen. Es hätte noch schlimmer kommen können“, sagt Filipe V.

In der offiziellen Erklärung der Staatsanwaltschaft heißt es, ein Arbeitskollege habe versucht, seinen Chef zu verteidigen, sei aber ebenfalls mit mehreren Schlägen traktiert worden und habe Prellungen an Kopf, Halswirbelsäule, Schultern und Händen erlitten. Der Mann ist inzwischen arbeitsunfähig. Die portugiesische Kriminalpolizei fügte hinzu, dass der Verdächtige während der Angriffe auch mehrere Morddrohungen gegen die beiden Opfer aussprach. Der Fall ist beim Berufungsgericht von Guimarães anhängig.

Eine Anfrage von „Contacto“ in dem Fall an die luxemburgische Staatsanwaltschaft blieb bislang unbeantwortet.

Dieser Artikel erschien zuerst bei „Contacto“. Übersetzung und Bearbeitung: Jörg Tschürtz.