
Abstimmung über Anträge der Unionsfraktion im Bundestag. (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
344 Abgeordnete waren dagegen: SPD, Grüne und Linke votierten geschlossen mit Nein, ebenso wie die Gruppe Die Linke. Die meisten BSW-Abgeordneten enthielten sich, zwei stimmten nicht ab. Insgesamt wurden 31 Stimmen nicht abgegeben und es gab 10 Enthaltungen.
AfD: Ende der “rot-grünen Dominanz”
Der AfD-Abgeordnete Baumann sprach vom “Ende der rot-grünen Dominanz” in Deutschland “für immer”. Es beginne eine “neue Epoche”, angeführt von der AfD. Unionskanzlerkandidat Merz könne folgen – wenn er noch die Kraft dazu habe.
SPD und Grüne warfen der Union vor, die politischen Mitte verlassen zu haben und machten CDU-Chef Merz persönlich dafür verantwortlich. Die Linken-Politikerin Reichinnek sagte, sie habe sich nicht vorstellen können, dass eine christdemokratische Partei “diesen Dammbruch” vollziehe und mit Rechtsextremen paktiere. Die Union habe mit der FDP diese Mehrheit gezielt gesucht.
Merz weist Vorwürfe zurück
Unions-Kanzlerkandidat Merz wies die Vorwürfe zurück. Er suche “keine anderen Mehrheiten als die in der demokratischen Mitte unseres Parlaments”. “Wenn es hier heute eine solche Mehrheit gegeben hat, dann bedaure ich das.”
Ein zweiter Antrag der Union mit Reformvorschlägen für eine restriktive Migrationspolitik und zusätzliche Befugnisse der Sicherheitsbehörden fand keine Mehrheit im Bundestag. Ebenfalls in namentlicher Abstimmung stimmten 509 Abgeordnete mit Nein, 190 mit Ja, drei enthielten sich.
Scholz (SPD): Merz begehe “unverzeihlichen Fehler”
Bundeskanzler Scholz kritisierte zum Auftakt der Bundestagsdebatte über die Migrationspolitik die Anträge der Union. Mit den geforderten Zurückweisungen an den Landesgrenzen würde das größte Land der EU europäisches Recht brechen, sagte Scholz in seiner Regierungserklärung. Dies hätte eine fatale Signalwirkung an andere Staaten.
Scholz warf CDU-Chef Merz vor, die Unterstützung von Rechtsextremen in Kauf zu nehmen. Der Kanzler räumte überdies Defizite bei der Anwendung bestehender Gesetze ein. Die Taten von Mannheim, Solingen, Magdeburg und Aschaffenburg hätten verhindert werden können. Zugleich betonte der SPD-Politiker, das Recht auf Asyl sei ein fester Bestandteil der deutschen Rechts- und Werteordnung. Daran dürfe nicht gerüttelt werden.
Weidel (AfD) wirft Scholz und Merz Versagen in Migrationspolitik vor
Die AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Weidel warf der Bundesregierung und der oppositionellen Union schwere Fehler in der Migrationspolitik vor. Scholz hinterlasse ein “auf die Spitze getriebenes Migrationschaos” im Bundestag.
Dem Unions-Kanzlerkandidaten attestierte Weidel, keinen wirklichen Politikwechsel zu wollen. Sie warf Merz vor, sich “bei den Grünen und der SPD anzubiedern und sich darauf festzulegen, mit diesen Parteien auch zu koalieren”.
Lindner (FDP) unterstützt Forderungen nach einer strengeren Migrationspolitik
Dagegen unterstützte FDP-Chef Lindner Forderungen nach einer strengeren Migrationspolitik. Das Problem sei nicht, dass die AfD zustimme, sondern dass Grüne und SPD dies nicht täten, sagte er in der Bundestagsdebatte. Lindner, der von Bundeskanzler Scholz als Finanzminister entlassen worden war, sagte, man werde keine Rücksicht mehr auf frühere Koalitionspartner nehmen. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht sprach von “Symbolpolitik”, die nichts bewegen werde.
Bundestag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus
Diese Nachricht wurde am 29.01.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.