Das Service-Unternehmen Universal Investment, gegründet 1968, ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 1,2 Billionen Euro eines der größten deutschen Fondshäuser und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter, darunter auch in Luxemburg, London, Paris sowie Krakau.

Vom bisherigen Hauptquartier im IBC-Tower in Frankfurt ziehen rund 800 Mitarbeiter in das Timber-Pioneer-Haus an den Main, wo Universal Investment rund 400 Arbeitsplätze eingerichtet hat. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Donnerstag hervor.

Der nun getätigte Schritt zeigt, dass in Teilen der Finanzbranche auch auf längere Sicht von einem hohen Anteil an Heimarbeit ausgegangen wird.

Gegen den US-Trend

Ein Sprecher von Universal Investment erklärte auf Anfrage von Bloomberg News, dass das Unternehmen eine Büro-Anwesenheit von rund 50 Prozent anstrebe.

Die Pandemie hatte die Arbeitsabläufe bei vielen Finanzdienstleistern auf den Kopf gestellt und zu Homeoffice-Quoten von teils 90 Prozent oder mehr geführt. Besonders in den USA gibt es allerdings Tendenzen, die noch verbliebene Heimarbeit stark zu reduzieren. Einige Mitarbeiter müssen dort inzwischen sogar wieder an fast allen Tagen ins Büro kommen.

Auch bei der Deutschen Bank waren die Homeoffice-Regeln unlängst geändert worden. Viele Mitarbeiter in Deutschland sollen demnach an mindestens drei Tagen pro Woche im Büro sein, nach zuvor zwei.

Universal Investment übernimmt als Anker-Mieter im Timber-Pioneer-Gebäude eine Fläche von rund 8.500 Quadratmetern. Es handelt sich um ein Holz-Hybrid-Bürohaus, das heißt, dass viel Holz verbaut wurde.

Ganz im Sinne der Luxemburger Arbeitnehmer

Die Debatte über die Rückkehr ins Büro beschäftigt auch die Arbeitnehmer in Luxemburg. Hier wünschen sich 74 Prozent der Arbeitnehmer zwei oder drei Tage Telearbeit – und die Arbeitgeber sind bereit, dies in dieser Häufigkeit auch zu erlauben (42 Prozent).

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Der Onlineriese Amazon schafft das hybride Büro wieder ab. Wie kommt die Entscheidung in der Bevölkerung an? Kamera: Anouk Antony / Schnitt: Jil Reale