Um die Verteidigungsfähigkeit der EU steht es offenbar nicht besonders gut.
Quelle: dpa
Engere Beziehungen bei Verteidigung und Handel: Beim Besuch von Kanzler Scholz betont der britische Premier Starmer, Großbritannien wieder näher an die EU führen zu wollen.02.02.2025 | 2:51 min
Trump hält Druck aufrecht
Dass es um die eigene Verteidigungsfähigkeit der EU nicht besonders gut steht, ist kein Geheimnis. Schon während Trumps erster Amtszeit wurde die Notwendigkeit erkannt, mehr in die eigene Sicherheit zu investieren, sich nicht alleine auf die USA zu verlassen.
Nato-Länder, die Zwei-Prozent-Ziel erreichen
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Doch Trumps Druckmittel bleibt: Die USA zahlen mit rund 968 Mrd. Dollar noch immer zwei Drittel der gesamten Verteidigungsausgaben in der Nato. Europa mit 442 Mrd. nur rund 30 Prozent. Und so überrascht es kaum jemanden, dass Trump auch jetzt wieder mehr von den Bündnispartnern in Europa fordert – nämlich 5 Prozent. Schließlich sei es Europa, das in gefährlichem Gebiet liege.
Nato-Schiffe sollen in der Ostsee für Sicherheit kritischer Infrastruktur sorgen, Sabotage an Unterseekabeln verhindern. Die Politik der Abschreckung kehrt zurück in die Ostsee.28.01.2025 | 2:39 min
Einigkeit: Zwei Prozent des BIP reichen nicht
Europa hat aufgerüstet, im Rahmen der Nato. Mit mehr Schiffen, mehr Überwachungsflügen, U-Booten. Doch die Ostsee ist nur ein kleiner Schauplatz inmitten der Krisen. Und so geben viele in Europa Trump recht.
Die Zeit der Bequemlichkeit ist vorbei – das wissen wir alle. Wir sollten das als positive Herausforderung betrachten.
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Donald Tusk, Polens Ministerpräsident
Der künftige US-Präsident Donald Trump ist mit seiner Forderung einer massiven Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten auch in Deutschland auf erheblichen Widerspruch gestoßen.09.01.2025 | 2:32 min
Europa fehlt mehr als nur Geld
Auch Nato-Generalsekretär Rutte betont immer wieder, Europa müssen mehr tun – auch Deutschland. Doch nicht nur beim Geld. Europa müsse auch innovativer werden, so Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Es kommt nicht auf Perfektion an, sondern auf Schnelligkeit, um auch neue Technologien einzuführen. Auch dafür müssen wir noch mehr ausgeben.
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Mark Rutte, Nato-Generalsekretär
Deutschland und 18 weitere Länder haben nun auch die Europäische Investitionsbank (EIB) zu höheren Aufwendungen im Sicherheitsbereich aufgerufen – mit Verweis auf den “dringenden Investitionsbedarf der EU” in Verteidigungstechnologien und die Rüstungsindustrie.
Trump-Forderungen seien “bereits Nato-Problem” und “erst der Anfang einer langen Reihe von Schwierigkeiten für das Bündnis”, sagt Stefanie Babst, ehemalige Nato-Chefstrategin.09.01.2025 | 6:43 min
Experte sieht politische und militärische Führung als Schlüssel
Neben Innovationen fehlt es auch an Produktionskapazitäten, wie der Sicherheitsexperte Dr. Christian Mölling (DGAP) sagt: “Wir haben ein großes Loch bei allem, was mit Flugabwehr aber auch mit offensiven Raketen zu tun hat. Da wird es alleine nicht reichen, das in Europa zu produzieren. Da wird man weltweit gucken müssen, wer einem zumindest kurzfristig erstmal helfen kann.”
Aber auch das reiche noch nicht:
Der Schlüssel ist die politische Führung und die militärische Führung und darauf haben wir zurzeit als Europa noch keine Antwort.
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Dr. Christian Mölling, Sicherheitsexperte
Heute startet also ein neuer Versuch, Europa wehrhafter zu machen.
Isabelle Schaefers ist Nato-Korrespondentin des ZDF.