Die RuNi GmbH, ein auf italienische Mode spezialisiertes Handelsunternehmen mit mehreren Filialen in Österreich, musste zu Beginn des Monats ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung einleiten. Die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens haben Filialen in ganz Österreich schwer getroffen, unter anderem die Filiale im Einkaufszentrum Stoob-Süd, die erst vergangenes Jahr neu eröffnet hat. Doch auch die weiteren Standorte sind von der Krise betroffen.

BURGENLAND/STOOB. Mit einer Gesamtverschuldung von rund 329.000 Euro und 27 betroffenen Gläubigern sieht sich das Unternehmen einer wirtschaftlich schwierigen Lage gegenüber. Aktuell beschäftigt die RuNi GmbH 19 Mitarbeiter, deren Zukunft ungewiss bleibt. Die Insolvenz wurde am Landesgericht Eisenstadt eröffnet, und es wird nun geprüft, ob der angebotene Sanierungsplan – eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren – realistisch ist.

Rückgang der Kundennachfrage

Als Hauptgrund für die finanzielle Schieflage gibt das Unternehmen die anhaltend sinkende Nachfrage im stationären Handel an. Besonders seit dem Sommer 2024 sei ein deutlicher Rückgang der Kundenfrequenz zu spüren gewesen. Die Weihnachtszeit, die üblicherweise den Höhepunkt des Geschäftsjahres darstellt, brachte nicht die erhofften Umsätze. Dies führte schließlich zu einer akuten Liquiditätskrise, die eine Sanierung unumgänglich machte.

Filialen in ganz Österreich betroffen

Neben der Filiale in Stoob sind auch die anderen Standorte von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten betroffen. In Mattersburg, Wörgl, Oberwart, Wiener Neustadt, Eisenstadt und Rust kämpft das Unternehmen mit denselben Problemen. 

Zum Masseverwalter wurde Dr. Christian Supper aus Oberpullendorf bestellt. Die Gläubiger haben bis Mitte März Zeit, ihre Forderungen anzumelden. Wichtige Gerichtstermine stehen bereits fest: Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet im April statt, die Sanierungsplantagsatzung ist für Ende April angesetzt.

Ob das Unternehmen fortgeführt werden kann, hängt nun von der Umsetzung des Sanierungsplans und der Akzeptanz durch die Gläubiger ab. Der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) prüft derzeit, ob eine Verbesserung des Sanierungsvorschlags möglich ist.

Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Filialen bleibt die Situation angespannt. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob die RuNi GmbH eine Zukunft hat oder ob einzelne Standorte – möglicherweise auch die in Stoob, Wörgl oder Oberwart – geschlossen werden müssen.

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