Mieterhöhungen sechs Jahre lang verbieten?: Fast drei Viertel der Deutschen für Einfrieren von Mieten

by HironTheDisscusser

41 comments
  1. Bitte denk doch einer mal an die Spekulanten und Familienunternehmen.

  2. Der 6-jährige Mietenstopp klingt erstmal verlockend, ist aber leider keine echte Lösung für die Wohnungskrise. Die Geschichte zeigt, dass solche Eingriffe oft nach hinten losgehen – schauen wir uns mal an warum:

    Wenn Vermieter 6 Jahre lang die Mieten nicht erhöhen können, werden sie logischerweise sparen wo es nur geht. Das bedeutet weniger Renovierungen, aufgeschobene energetische Sanierungen und ein genereller Qualitätsverlust der Wohnungen. Gerade die so wichtigen klimafreundlichen Sanierungen würden quasi zum Erliegen kommen.

    Noch problematischer ist der Effekt auf den Neubau. Welcher Investor wird noch neue Mietwohnungen bauen, wenn die Rendite durch einen langen Mietenstopp gedeckelt ist? Das verschärft den Wohnungsmangel weiter. Auch werden viele Vermieter versuchen, ihre Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln – wodurch noch weniger Mietwohnungen zur Verfügung stehen.

    Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen auch, dass sich dann oft ein Schwarzmarkt entwickelt. Wohnungen werden nur noch unter der Hand und gegen Extra-Zahlungen vergeben. Gleichzeitig bleiben Mieter in zu großen Wohnungen wohnen, weil sie ihre günstige Miete nicht aufgeben wollen – auch das verschärft die Knappheit.

    Was wir stattdessen brauchen ist mehr Wohnungsbau – und zwar massiv! Die Städte müssen schneller Bauland ausweisen, Genehmigungsverfahren beschleunigen und auch in die Höhe bauen lassen. Für Menschen mit geringem Einkommen brauchen wir ein großzügigeres Wohngeld, das direkt bei den Bedürftigen ankommt. Das löst unsere Probleme nachhaltig, statt sie mit einem Mietenstopp nur in die Zukunft zu verschieben.

    Der Mietenstopp wäre also eine klassische “gut gemeint, aber schlecht gemacht” Lösung. Nach den 6 Jahren stünden wir mit weniger und schlechteren Wohnungen da – und die Mieten würden dann umso stärker steigen.

  3. Was wären denn negative Folgen davon? Warum sollte jemand, der nicht selbst vermietet, dagegen sein?

  4. Der Problem sind nicht Mieterhöhungen, das Problem sind der leergefegte Wohnungsmarkt und die Mietsteigerungen bei Neuvermietungen.

  5. Lustig, dass aber trotzdem noch über 50% der Menschen Parteien wählen, die das nicht wollen

  6. Alternativer Titel: Dreiviertel der Deutschen sind nicht die hellsten.

    Es macht mich echt fertig wie viele Leute das Konzept von realem Mangel nicht verstehen.

  7. Ich verstehe, wenn Mieten aufgrund von Modernisierungen angemessen angehoben werden. Aber einfach nur anheben, weil man kann – nö.

  8. Und das schafft wie viel benötigten Wohnraum…?
    Symptome bekämpfen wir schon seit Jahren. Das eigentliche Problem bleibt aber immer weiter bestehen weil es ja Geld kosten würde, es zu beheben.

  9. Wenn man eine Umfrage macht “Wären Sie dafür oder dagegen, dass ihre Miete in den nächsten Jahren erhöht wird?” werden die meisten “Natürlich dagegen!” sagen. Würde man vorher alle Faktoren, die damit zusammenhängen en detail erläutern und dann eine Abwägung der Vor- und Nachteile unter Berücksichtigung treffen, wären es wohl weniger. Aber wer betrachtet denn 2025 noch irgendwelche komplexen wirtschaftlichen Zusammenhänge, wenn einfacher Populismus einfache Lösungen anbietet?

  10. Wir brauchen mehr Wohnungsgenossenschaften. Ich bin selbst in einer.

    Miete deutlich unter dem Mietspiegel. Jedes Anliegen wird sofort bearbeitet. Investment in erneuerbare Energien, Bankdienstleistungen, Wohnungsbau und Sanierung von Wohnraum, Arbeitsplätze für Gärtner, Tischler, etc. werden geschaffen. Als jemand der davor nur mit privaten Vermietern oder Verwaltungsgesellschaften zu tun hatte: Ich wünsche es jedem!

  11. Finds so geil, dass bei den Forderungen nach stärkeren Migrationskontrollen hier gerne von einigen geschrieben, dass der Großteil der Bevölkerung es halt so will, aber es jetzt heißt, dass die Bevölkerung halt nicht so smart ist. Was ist es denn nun?

  12. Tolle Idee. Und in 10-20 Jahren sieht es hier schlimmer aus als im DDR-Endstadium.

  13. Denkt denn niemand an die armen Vermieter? Die bauen doch dann gar nicht mehr. Und sanieren nicht. Das passiert nämlich momentan und ist davor auch sooo viel passiert. Deswegen leben manche meiner Freunde in einem Haus, dass vor 20 Jahren das letzte mal einen Handwerker gesehen hat.

    Das Problem sitzt doch deutlich tiefgreifender, als hier dargestellt wird. Ohne Mietpreisbremse werden die Mieten explodieren, weil die Vermieter gottlos gierig sind. Mit könnten wir komische Verkaufstaktiken wie “Premium Einbauküchen” fördern.

    Am Ende muss der Staat ran und endlich einen Strukturwandel fördern. Büros und Autos aus den Innenstädten verbannen und die neu gewonnen Flächen aufschließen und die Städte in Menschenfreundliche Gebilde transformieren.

    Ich frage mich jeden Tag wieso ich in einem hochmodernen 1000qm Büro sitzen muss, dass DIREKT in der Innenstadt liegt. Wir haben keinen Fußverkehr. Niemand kommt zu uns ausversehen und das schlimmste? Es ist ja nicht mal gut erreichbar. Morgens ÖPNV mit den kleinen Rotzschleudern? Auf gar keinen Fall. Auf den Straßen mit Verbrenner-Volker? Ausgeschlossen.

  14. Ich hatte da mal einen Duschgedanken: würde eine “Permanentlösung” funktionieren, bei der Mieterhöhungen automatisch an die jährliche Inflationsrate gekoppelt werden? D.h. man zahlt automatisch jährlich “mehr” Miete (also die Zahl erhöht sich, nicht der Wert), dafür darf die Miete nicht durch Modernisierungen angehoben werden. Modernisierungen dienen damit eher der Werbung für leere Wohnungen. Bei Neubauten müsste die Miete pro m² festgelegt werden. Da sollte die Rendite für die Bauherren/Vermietenden im Voraus gut kalkulierbar sein und Mieter werden nicht durch plötzliche Mieterhöhungen (auch bei Umzügen) überrascht.

  15. Mein Verständnis der letzten Tage ist, dass das sofort durchgeführt werden sollte weil die Mehrheit dafür ist. Egal ob das Probleme löst.

    Hat uns die CDU/CSU das nicht gelehrt?

  16. Gut das die CDU mit der AFD ein Gesetz für noch mehr Ausländer raus durchsetzen wollte… Dadurch wird es jeden deutschen bestimmt noch besser gehen

  17. Einfrieren? Nein senken muss man sie!!! Einfrieren auf überhöhten Werten ist sicher auch keine lösung

  18. gab es schon mal eine umfrage, die mieterhöhungen befürwortet hat? das scheint mir hier eher rhetorischer natur zu sein. “studie, wir brauchen ne studie…”

  19. Gibt einige Ansatzpunkte. Ein Problem ist z.B die extrem einseitige Rechtslage.
    Am schlimmsten gegen Mietriesen wie die LEG (dank dem Mieterbund ging dann endlich mal meine Miete um 100€ runter, wird aber auch noch angefochten.)

    Gerichtlich gibt es kaum etwas für Vermieter, die zu viel verlangen oder gar betrügen zu befürchten.
    Wenn schuldig gesprochen müssen sie die unrechte Mieterhöhung zurückgeben – das schlimmste Szenario ist also ,dass sie den unrechtmäßigen Gewinn nicht behalten dürfen. Eine Strafe ist das noch nicht. Deshalb hat neulich ein Gerichtsurteil in Berlin für Aufsehen gesorgt, wo der Vermieter darüber hinaus sogar Strafe zahlen musste.

    Allgemein bin ich der Meinung dass Miete anders berechnet werden müsste. Optimalerweise sollte es überhaupt kein Spekulationsobjekt sein können.

    Oder soll die Miete an Löhne gekoppelt werden? ^^ Steigen die Löhne nicht, steigt auch die Miete nicht.

  20. Überzeugt mich nicht. In meinen Augen gibt es zwei Wege, die man bei diesem Problem gehen kann:

    1) Günstigeres Bauen ermöglichen, um den Markt regeln zu lassen (liberaler Ansatz):
    Es gibt in Deutschland ein Potpourri an Bauverordnungen und Gesetzen auf unterschiedlichsten Ebenen: Bund, Land, Kommune. Dadurch wird wirklich jedes Projekt zum Einhorn-Case, den man speziell betrachten, kalkulieren etc. muss. Mit mehr Einheitlichkeit und dadurch weniger Spezialwissen wären schon erste Hürden weg.

    Dann müssten die Teils wirklich haarsträubenden Anforderungen an Neubauten runter. Da muss man nicht mal im GEG-Bereich wildern, das fängt bei den Vorgaben zur Akustik und der Geschossdeckenhöhe an und hört beim erdbebensicheren Bauen in Gebieten, die keine seismische Aktivität zeigen, noch lange nicht aus. Kein europäisches Land hat solche Vorschriften.

    Aber da hat man dann erstmal 1235 Bauamtsdirektoren, Staatssekretäre und Ministerpräsidenten gegen sich, die alle nochmal 38485294 Gründe aufführen können, warum dieses Unterschiede vonnöten und überhaupt, wo kämen wir denn da hin, wenn man da was ändert.

    2) (Teil-)staatliche Lösungen (sozialdemokratischer Ansatz)
    Der Staat kann natürlich zentralisieren, eigene Bau-/Wohngesellschaften betreiben oder Anreize schaffen, dass mehr Genossenschaften gegründet werden. Beides führt zu Organisationen mit deutlich reduziertem Renditebedarf und günstigeren Mieten (bei Genossenschaften ist das aber kein Automatismus meiner Erfahrung nach). Das dann größere Angebot von günstigeren Mieten würde dann auch den privaten Sektor unter Druck setzen.

    Beide Wege könnten zum Ziel führen.

  21. Es müssten mMn halt endlich mal die Preise fürs Bauen sinken. Ein Mietdeckel ist schlecht für Vermieter, weil sich bauen so nicht lohnt, klar, und das sollte nicht so sein. Die wenigstens bauen Mietwohnung wohl aus Nächstenliebe, ohne was dran zu verdienen zu wollen. 

    Aber die Preise in die Höhe schießen zu lassen bringt auch nichts, wenn sich dann keiner mehr eine Wohnung leisten kann. Bei Preisen von 20-25 Euro den qm, die man hier immer liest, würde es heißen, das eine 50qm Wohnung 1000-1250 Euro kosten würde. Das ist für viele die Hälfte des Nettos und mehr. Eine Alternative zum Wohnen gibt es ja keine.

  22. drei Viertel der Deutschen sind mit ihrer aktuellen Wohnung zufrieden und müssen sich in den nächsten 6 Jahren nicht auf Wohnungssuche begeben.

    Mieten einfrieren führt doch erst recht dazu, dass man keine Wohnung mehr findet, weil dann niemand mehr seinen guten Altvertrag auflöst.

  23. ES IST DAS GELD NICHT DIE VERMIETER. Meistens.

    alles ist teurer. Wirklich alles. Warum? Die Realinflation seit Corona ist enorm!

    https://www.reddit.com/r/Bitcoin/comments/1brn0s3/whats_the_real_inflation_rate_and_how_do_we_know/

    Vom Döner bis zur Wohnung. Die EZB folgt der Federal Reserve Bank auf Schritt und Tritt.

    Die Gehälter müssen demnächst gleichmäßig nachgezogen werden. Passiert nicht. Die armen werden ärmer und die reichen freuen sich über Aktien die auf 1000$ steigen…

    Grund hierfür ist Quantitative easing. Manchmal sind es natürlich auch gierige Vermieter in Ballungsräumen schon klar. Mein Punkt ist auch normale Vermieter müssen hoch gehen weil alles teurer wird durch diese Geldpolitik.

  24. Ich bin dafür, dass 6 Jahre gar keine Preise steigen. Aber mein Gehalt natürlich schon.

  25. Ganz ehrlich, ich kanns nimmer hören. Machen wir nen Volksentscheid, absolute Mehrheit ist dafür, dann machen wir das, nach 6 Jahren ziehen wir Bilanz und schauen mal, ob in den 6 Jahren ausreichend Wohnungen von Genossenschaften und dem Staat zugebaut wurden, und wie die Investments in Klimaneutralität im privaten Sektor so ausgefallen sind. Wenn’s dann überraschtes Pikachu auf allen Seiten gibt, lernen wir vielleicht draus.

  26. Fast drei Viertel? Das sind ja mehr als die, die Migration begrenzen wollen.
    Mal sehen, was von beidem am Ende kommen wird.

  27. Die restlichen 25% sind entweder Eigentümer oder Vermieter?

  28. Mieten einzufrieren kann nur ein Werkzeug sein aber um das Grundproblem zu beheben braucht es viel, viel mehr Investitionen. Dennoch, die Menschen werden zu nehmend ärmer und Mieten sind ein Hauptproblem dessen. Mieten haben sich quasi verdoppelt zu vor 15 Jahren. Dazu andere Kostensteigerungen. Da bleibt nicht mehr viel Geld über.

  29. Besser wäre, man würde das Bauamt sechs Jahre lang verbieten.

    Das Problem sind die Baukosten. Und die sind hausgemacht, weil Bebauungspläne von Nimbys gesteuert werden und keine Verdichtung vorsehen, und das Bauamt zehntausende widersprüchliche und kontraproduktive Auflagen durchsetzt, statt Wohnungsbau an sich zu priorisieren.

  30. Das Resultat draus: es vermieten deutlich weniger Leute (lassen leer stehen oder kaufen gar nicht), dadurch wird weniger gebaut, dadurch gibt’s de facto noch weniger Angebot. Private Vermieter sind nicht die Caritas und wenn es sich nicht mehr lohnt, dann wird’s auch nicht mehr gemacht – denkt jemand, dass diese Wohnungen dann plötzlich auf magische Weise verfügbar werden?

  31. Preise einfrieren ist keine Lösung wenn Bedarf in Großstädten weiter steigt

  32. Und dann verkommen alle Häuser in Deutschland, weil kein Investor mehr auch nur einen cent in Immobilien stecken will.

  33. Keiner von denen die das wollen hat Eigentum und vermietet.

  34. Ist ja noch besser als die nächste Mietpreisbremse das wird bestimmt die Lösung sein!! /s

  35. ich will einfach nur das mehr gebaut wird vom staat, nicht mehr nicht weniger

Comments are closed.