Ein konservativer Rechtsruck ist in Deutschland angekommen. Es scheint so, als würde sich die deutsche Öffentlichkeit dem radikalisierten Konservatismus aber nicht einfach so ergeben, wie es andere Länder getan haben.

by dirksn

10 comments
  1. Nach dem krassen Linksruck der Gesellschaft, den wir noch vor etwa einem Jahr hatten, kuriert die Mitte nun ihr Schleudertrauma aus. /s

  2. Wie bitte? Die Hälfte wählt den radikalisierten Konservatismus!

  3. Das wäre doch mal was wenn Deutschland am Ende den Kampf gegen die Faschisten anführt.

  4. In Deutschland gibt es besonders in der bildungsnahen Bevölkerung eine sehr starke Ablehnung des Faschismus. Fast jeder Deutsche hat während der Schulzeit mal ein KZ besucht und während des Geschichtsunterrichts festgestellt das da nichts Gutes bei rauskommt.

    Wir haben Sonntag wieder gesehen das diese Feststellung auf einer relativ breiten gesellschaftlichen Basis steht. Sorgen machen mir aber die hohen Umfragewerte der AFD im Altersbereicht 14-21 (The youth is alt-right) sowie die starken Tendenzen zum Libertarismus ( =! Liberalismus). Die Ablehnung von Gewerkschaften, die Vereinzelung der Menschen, die Ellenbogengesellschaft. Der Zeitgeist scheint mir zu sein das jeder nur probieren muss seine Mitmenschen maximal zu bescheißen, dann wird es schon. Und wer seine Mitmenschen nicht maximal ausnutzt verschwendet nur sein Potential. Getrieben wird diese Denkweise von den Göttern der Unmenschlichkeit wie Peter Thiel, Elon Musk oder in Deutschland Carsten Maschmeyer.

    Gig Economy, Influencertum, Wallstreetbets, Tech bros, Samwers, Onlyfans und so weiter sind alles Symptome der gleichen Krankheit. Und am Ende verlieren alle, weil wir unsolidarisch sind. Und das hat im Durchschnitt für den Pöbel, und das ist jeder der nicht Millardär ist, noch nie funktioniert.

  5. Ich meine Merz, Linnemann und Co. hängen ganz tief bei INSM drinnen. Ebenso wie Springer usw. Auch “gestandene” Zeitungen wie die FAZ wenn man deren Artikel liest. Und INSM ist halt Teil eines neoliberalen Lobby Netzwerkes mit dem klaren Vorgaben: “Anti-Sozialstaat”, “Anti-Gewerkschaften”, “Anti-Steuern(besonders für Reiche)” usw.

    Bei meinem VWL Diplom damals war die ganze Scheiße auch ganz ganz tief mit drinnen und wurde quasi exklusiv gelehrt. Den ganzen Topmanagern wird im Studium genau diese Denke eingeimpft. Wenn man dann sieht was auf Social Media so abgeht sind die jungen Menschen auch schon ganz Tief in deren Denklogik verwurzelt.

    Und das sorgt halt am Ende für viele Verlierer im System die oft leider rechtsextrem wählen. Dazu sorgt es für unendlichen Reichtum und damit eine enorme Machtfülle bei einigen wenigen die sich dann zu Oligarchen aufschwingen. Und die können in der Regel mit rechten Autokraten besser als mit Leuten die sie besteuern wollen.

    Da darf man gespannt sein wie lange die Menschen in Deutschland diesen Kampf durchhalten. Rosig sieht es aktuell eher nicht aus. Aber aufgeben gilt nicht

  6. Ist das so? Aktuell schaut es ja eherso aus, als wenn gut die Hälfte des Landes AFD und AFD lite (also CDU/CSU) wählen wird.

  7. Man darf nicht online mit der realen Welt vertauschen, wenn das nur den Leuten klar wäre. Online is alles fake.

  8. Was werden eure Ohren wackeln, wenn die Wahlergebnisse fix sind… da helfen auch solche reißerischen Kampf-Aufruf Schlagzeilen nix. Das Pendel geht in die andere Richtung.

  9. Also an einem Punkt der Kommentare gehe ich nur bedingt mit, dem Alter.

    Welcher Deutsche ist denn Alt? Anti-AKW Bewegung, 68er, Mondlandung, Anfänge der Grünen… FoKoHiLa, samstags Autowaschen und Fußballkonferenz hören… kein Smartphone und Internet und was einem da sonst noch so einfällt. Wenn man sich heute irgendwo politisch engagiert, machen wir uns nichts vor, u50 ist da eher die Ausnahme, die nächste Stufe in der Jugend wäre da [solid], F4F etc. u25 Allerdings egal ob Ü50 oder U25, die Meisten sind in beiden Altersgruppen nicht aktiv. Allerdings dürfte es EU weit so aussehen, denke ich.

    Ja, ich denke durchaus, dass die Frankfurter Rundschau, die Süddeutsche, der Spiegel. von älteren Deutschen mehr gelesen werden. Z.B. die TAZ, der Freitag oder entsprechende Online Nachrichten/Blogs aber auch, und wer schreibt und liest denn so die Nachdenkseiten (und wer kritisiert diese auch)?

    Man möge mir jetzt selber mein Alter unterstellen 😉 , dennoch gehe ich bei den Zusammenhang Alter und radikalisierten Konservatismus nicht mit, weder in Deutschland noch im Vergleich zu EU Ländern. Der größte Teil ist ja auch in keiner Altersgruppe aktiv. Egal in welchem EU Land.

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    Ich kenne die Medien der anderen Länder zwar nicht, den Absatz über Medien würde ich so aber nicht unterschreiben.

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