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Armen Sarkisyan, Gründer einer Putin-Miliz, wird in Moskau getötet. Es könnte sich um ein Selbstmordattentat handeln. Gibt es eine Verbindung zur Ukraine?

Moskau – In Moskau wurde Armen Sarkisyan, der Gründer eines Putin-nahen Freiwilligenbataillons, getötet. Laut russischen Medienberichten wird aktuell von einem Selbstmordattentat ausgegangen, ein Hauptverdächtiger steht bereits fest. Ob es eine Verbindung zum Ukraine-Krieg gibt, ist noch unklar.

Der Armenier Sarkisyan, Gründer des Arbat-Bataillons, das in der Ukraine für Russland kämpft, erlag am 3. Februar im Krankenhaus seinen Verletzungen. Auch eine weitere Person ist gestorben, laut Interfax handelt es sich höchstwahrscheinlich um den mutmaßlichen Täter. Vier weitere Menschen wurden verletzt. Hauptverdächtiger ist laut Medienberichten ein Armenier, der laut Kommersant zuvor wegen Mordes verurteilt worden war. Gegenüber Interfax gab eine Quelle an, dass dies noch überprüft werde.

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Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014

Fotostrecke ansehenUkraine bisher nicht im Visier: Blutrache als Motiv für Selbstmordattentat?

„Die führende Theorie ist, dass die Explosion im Wohnkomplex Scarlet Sails von einem Selbstmordattentäter verübt wurde“, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen ungenannten Vertreter der Strafverfolgungsbehörden. „Nach vorläufigen Angaben zündete er einen Sprengsatz, den er mitgebracht hatte.“

Die russische Nachrichtenseite Kommersant sprach von einer Splittermine vom Typ MON-50, die für das Attentat genutzt worden sei. Die Mine könnte womöglich vor dem Angriff im Flur des Wohnkomplexes platziert worden sein, heißt es in Berichten. Als Motiv werden aktuell Machtkämpfe oder Blutrache vermutet, so Interfax. Sollten bei der Tat Verbindungen zur Ukraine hergestellt werden, würde die Tat als Terroranschlag untersucht werden, heißt es in Medienberichten. Aktuell seien für eine Verbindung noch keine Beweise gefunden worden.

Polizeibeamte stehen Wache am Eingang zum Hof eines gehobenen Wohnblocks, wo eine Explosion stattgefunden hat, wie russische Nachrichtenagenturen berichten.

Bei einer Explosion soll der Miliz-Gründer Armen Sarkisyan getötet worden sein. © picture alliance/dpa/AP | Alexander Zemlianichenko„Kriminelles Schwergewicht“: Ukraine erließ Haftbefehl gegen Putin-Verbündeten Sarkiyan

Das paramilitärische Arbat-Bataillon, das an der Seite Russlands im Ukraine-Krieg kämpft, besteht aus rund 500 Personen, von denen die meisten von armenischer Herkunft sind. In das Bataillon sind laut der Deutschen Welle nach dem erfolglosen Aufstand von Jewgeni Prigoschin, dem ehemaligen Chef der Wagner-Gruppe, auch viele einstige Wagner-Söldner gewechselt.

Die ukrainischen Behörden hatten Sarkisyan schon länger im Visier. Kiew erließ bereits 2014 einen Haftbefehl gegen Sarkisyan wegen Gewalt gegen EU-Befürworter. Er sei ein „kriminelles Schwergewicht“ mit Verbindungen zum ehemaligen prorussischen Ukraine-Präsidenten Viktor Janukowitsch, der 2014 nach Russland floh, so der ukrainische Sicherheitsdienst SBU. Im Dezember führte die Ukraine Sarkisyan als Verdächtigen in einer laufenden Untersuchung über die Rekrutierung von gefangenen Kämpfern durch Russland für den Krieg auf. (lismah)