Weil er eine 7.000 Seiten dicke Digitalakte ausdruckte, verlangte ein Anwalt die Erstattung der Kopierkosten in Höhe von 1.820 Euro. Seine Rechnung hat er aber ohne das OLG Nürnberg gemacht, das entschied: ausdrucken sei nicht nötig gewesen.

by PoroBraum

19 comments
  1. > Weil er aber keinen Laptop hatte, kopierte er kurzerhand die gesamte Akte – insgesamt fertigte er dabei 5.240 Schwarz-Weiß-Kopien sowie 2.087 Farbkopien an. Dafür verlangte der Pflichtverteidiger Kosten in Höhe von 1.872 Euro erstattet.

    > Der Einwand des Verteidigers, nicht über einen Laptop zu verfügen, greife nicht durch, weil die fehlende Ausstattung keinen tragfähigen Grund für den Ausdruck der Akte darstelle. Rechtsanwälte sind gemäß § 5 Berufsordnung für Rechtsanwälte verpflichtet, die für ihre Berufsausübung erforderlichen sachlichen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen vorzuhalten. Mit anderen Worten: Einen Laptop hat man zu haben.

    Vor allem wäre ein Laptop auch noch deutlich günstiger gewesen.

    Womit sich hier mehrere Instanzen rumschlagen müssen…

  2. Aus lauter Frustration ist der Anwalt nun Superschurke geworden, hat sich mit vier telepathisch kontrollierten Tintenstrahldruckern ausgestattet und nennt sich Doc Druck.

  3. Ja, wie soll er es auch per Fax verschicken, wenn er’s nicht vorher ausdruckt? Macht doch Sinn.

  4. > Jedenfalls ergebe sich aufgrund der Anzahl der gefertigten Kopien auch nur ein Betrag in Höhe von 1.464,60 Euro – nämlich 803,50 Euro für die 5.240 Schwarzweißkopien und 661,10 Euro für die 2.087 Farbkopien.

    15c pro Seite S/W-Kopie finde ich immer noch ganz schön heftig.

  5. Das sind 24 Cent pro Seite. Wo hat er das bitte kopieren lassen? Ich habe mal in meinem Copyshop des vertrauens die Zahlen reingeworfen und komme für die Kopie (ohne Bindung) auf 679.85€. Wenn der einen Drucker selbst hat, wird es wahrscheinlich noch günstiger für ihn. Der hat wahrscheinlich seine Arbeitszeit neben dem Drucker zu stehen dazu gerechnet…

  6. Ich hatte letztens eine Führung durch das Arbeitsgericht Köln gemacht, mir ein paar Prozesse angeschaut und ein bisschen mit den Richtern unterhalten, scheinbar ist es bei denen nun üblich, das alle Akten digital vorliegen und sind begeistert, wie sehr das die Arbeit erleichtert, auch weil man so nun auch die Möglichkeit zum Homeoffice hat, wenn man sich für die kommenden Termine vorbereitet.

  7. So ein Depp. Die Dokumentsuche ist viel mächtiger als das Lesezeichen.

    Für komplexere Fragen, bei denen eine einfache Suche nicht ausreicht: 7000 Seiten lädt man in ChatGPT hoch, wenn man wissen will wo zu einem Thema was steht, und dann stellt man die Frage “Auf welcher Seite finde ich zum Thema xxx Informationen” und kriegt die Antwort. “Welche Seite kann ich nutzen um XYZ zu belegen.” “Welche Seiten kann ich verwenden um XYZ zu widerlegen”.

    Es ist echt so einfach geworden. Papierheinis braucht man nicht mehr.

  8. Umso mehr man darüber nachdenkt desto bescheuerter wird dieser Fall. Da wünscht man sich sofort, dass der Typ seine Zulassung verliert. Wie kann man nur so bescheuert sein und dann zusätzlich den ohnehin schon überforderten Rechtsapperat belasten.

  9. Wenn ich die original-Toner von Brother verwende bin ich inkl. Papier bei rd. 300€

  10. Interessanter wird es noch, wenn man bedenkt, dass gefühlt jede zweite Seite (üblicherweise nach jedem Dokument) ein Transfervermerk kommt. Der weist nach, dass der Schriftsatz elektronisch versendet wurde und damit alle Parteien des Verfahrens einen Zugriff haben. Meistens sind 400 seitige Akten am Ende nur noch 150-200 Seiten lang, wenn man den Scheiß weg kürzt.

  11. Also bei uns auf Arbeit kostet die Druckermiete weniger als 40 Euro pro Monat (inkl. Scanner, Fax, Kopierer etc.). Eine Seite drucken kostet 0,022 Cent und 1000 Blatt Papier kosten weniger als 10 Euro.
    3500 Blatt Papier 35 Euro
    + 1 Monat Miete 40 Euro
    + 7000*0,022 = 154 Euro

    Macht insgesamt 229 Euro

    Wie kommt der Anwalt bitte auf 1820 Euro? Kann es sein, dass die Druckpauschale für Anwälte fast um das 8 Fache zu hoch ist? Und solche frechen Anwälte zahlen wir dann mit unseren Steuern? Wahnsinn, mit welchen Privilegien manche Berufsgruppen rumrennen.

  12. Warum für 500 Tacken einen Laptop kaufen, wenn man für das dreifache drucken kann?

  13. Ich vertrete meinen AG vor dem Sozialgericht und wir arbeiten nur noch mit digitalen Akten. Bin so froh. Aber gibt halt immer noch Kollegen, die sich jeden Müll ausdrucken und Papierakten anlegen. Bei mündlichen Verhandlung nehme ich aber immer noch eine Seite A4 mit Notizen mit, weil ich im Eifer des Gefechts manchmal nicht gleich das gewünschte in Laptop finde. Aber dafür die ganze Akte ausdrucken? Niemals.

  14. Was für ein Trottel, lol. Wie kann so jemand durchs Jura Studium kommen?

  15. Lol das sind 29 Cent pro Seite. Ich hab für 1000+ Farbseiten bei einer druckerei 11 Cent pro Seite bezahlt….

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