„Et ass e groussen Dag fir eis Land an e groussen Dag fir Europa am Kampf géint d‘Drogekriminalitéit“, leitet Innenminister Léon Gloden die Pressekonferenz ein, die von den Staatsanwaltschaften der Hauptstadt und Diekirch kurzfristig für Freitagnachmittag einberufen worden ist.
Der Staatsanwalt aus Diekirch, Ernest Nilles, nennt dann Details: „In einer Maschine, mit der im Straßenbau Steine zerkleinert werden, wurde am Donnerstag eine größere Menge Kokain gefunden.“ Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Rekordmenge, die bislang noch nicht präzise beziffert werden kann.
Die Öffnung des Zylinders der Zerkleinerungsmaschine, in dem die Drogen versteckt waren, erfordert einen erheblichen Aufwand. Foto: Polizei
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Es handele sich „um Hunderte Pakete“, sagt Nilles und bemerkt: „Ein Paket mit einem Gewicht von einem Kilogramm hat auf dem Markt einen Wert von 90.000 Euro.“
LW-Informationen nach handelt es sich bei der Schmuggelware um weit mehr als die 750 bis 800 Kilogramm, die in Medienberichten genannt wurden. Die Ware besteht aus purem Kokain.
Von Kolumbien direkt nach Luxemburg
Zum Ablauf der Polizeiaktion, an der mehr als 100 Beamte beteiligt waren, erklärt Nilles, dass zunächst Ermittler der Drogenfahndung die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt darüber informiert haben, dass ein Steinbrecher nach Luxemburg geliefert wurde. Diese Maschine verberge Drogen, die mutmaßlich in einem oder mehreren der Zerkleinerungszylinder geschmuggelt wurden.
Bei diesem Paket handelt es sich um ein Kilogramm Kokain. Es hat einen Wert von 90.000 Euro. Mehrere Hundert derartige Pakete wurden sichergestellt. Foto: Steve Remesch
Im Norden des Landes konnte das Gerät schließlich geortet werden. Wo genau, wollte der Staatsanwalt nicht preisgeben – es handle sich jedoch um einen abgelegenen Ort. Die Meldung von RTL, wonach die Entdeckung in Rambruch erfolgt sei, ließ er unkommentiert. Die Frage, ob ausländische Behörden an der Operation beteiligt waren, bleibt in der Pressekonferenz ebenfalls unbeantwortet. Lediglich Europol wird als Partner benannt. Die Maschine stammt ursprünglich aus Kolumbien.
Die Staatsanwaltschaften aus der Hauptstadt und Diekirch entschieden nach der Kenntnisnahme, den Steinbrecher zu beschlagnahmen. „Die Täter hatten offenbar Schwierigkeiten, die Maschine auseinanderzubauen“, erklärt Nilles. Sorgen, dass das Gerät gestohlen werden könnte, mussten sie sich aber wohl nicht machen: „Dafür ist es schlicht zu schwer.“
Innenminister Léon Gloden sprach von einem bedeutenden Tag im Kampf gegen die Drogenkriminalität. Foto: Marc Wilwert
Doch auch die Ermittler und Justizbehörden standen vor einer logistischen Herausforderung. Um den Steinbrecher sicher abzutransportieren, wurde schließlich der CGDIS um Unterstützung gebeten. Mithilfe eines Tiefladers konnte die schwere Anlage abtransportiert werden. Am Donnerstag wurde die Maschine vom Zoll gescannt. Da das Ergebnis nicht eindeutig war, entschied man sich, das Gerät mit einem Schneidbrenner vollständig zu zerlegen.
Dabei kamen im Inneren Päckchen mit weißem Pulver zum Vorschein. Die genaue Menge lässt sich vermutlich deswegen noch nicht beziffern, da die Bergung bislang nicht vollständig abgeschlossen ist.
Heiße Ware könnte Begehrlichkeiten wecken
Nun stehen die Sicherheitsbehörden vor der nächsten Aufgabe: die Sicherung der beschlagnahmten Ware. „Es könnte ja sein, dass diejenigen, denen der Stoff gehört, sich diesen wiederbeschaffen wollen“, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Die Ware im Millionenwert wird derzeit an einem geheimen Ort aufbewahrt.
Ernest Nilles: „Dies ist keine Routine-Ermittlung im Drogenmillieu“. Foto: Marc Wilwert
Foto: Marc Wilwert
Foto: Marc Wiwlert
Foto: Marc Wilwert
Ermittler der Kriminalpolizei, insbesondere der Sektionen für Organisierte Kriminalität sowie der Anti-Geldwäsche-Einheit, hätten durch „exzellente“ Ermittlungsarbeit zwei am Drogenschmuggel beteiligte Personen identifizieren können, hebt Nilles hervor. Die Spezialeinheit USP habe diese anschließend observiert und schließlich festgenommen.
Beide Verdächtigen werden am Freitag vom Ermittlungsrichter im Untersuchungsgefängnis Uerschterhaff verhört. Zu ihren Personalien werden derzeit aus ermittlungstechnischen Gründen noch keine Angaben gemacht. Es wurden auch umfangreiche Hausdurchsuchungen durchgeführt.
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