Militärexperte: “Das ist der Durchbruch zum großen Krieg”

by Gluecksritter90

18 comments
  1. > Gustav Gressel: Das ist nicht der Durchbruch zum großen Frieden, das ist der Durchbruch zum großen Krieg. Jetzt ist es sicher, wirklich sicher, dass es kein auf die Ukraine begrenzter Krieg bleiben wird. Wir werden in den nächsten Jahren, wenn nicht Monaten, einen Großkrieg um Europa haben.

    Alter, für einen selbsterklärten Militärexperten haut Gressel wirklich manchmal ziemlichen Müll raus. Allein der völlig abgekämpfte Zustand der russischen Armee steht einem “großen Krieg” gegen Europa in den nächsten Jahren entgegen.

  2. Wenn man Krieg als mehr begreift als militärische Auseinandersetzung, ist das längst der Fall.

  3. Boah, ich könnte so abkotzen. Ich will nicht, dass irgendwelche explodierenden Drohnen unsere Kita sprengen. Ich will nichts davon. Ich will raus aus dieser Zeitlinie.

  4. Ich glaube wir sollten als Bevölkerung erst mal die Nerven behalten und keinen Krieg befürchten. Nichts deutet darauf hin, dass die usa nicht einspringen würden, falls es zu einem Angriff auf die NATO kommt. Der Vizepräsident hat explizit gesagt, dass er zum Bündnis steht und daran festhält. Wir müssen nur mehr zahlen und das ist auch sinnvoll.

    Als Privatperson im wehrfähigen Alter hoffe ich darauf, dass sich die Lage entspannt. Ich lasse mir nicht von irgendwelchen „Expertenmeinungen“ die Aussicht auf ein friedvolles Leben nehmen. Falls es so weit kommt, sehen wir weiter. Aber dafür gibt es für mich erst mal keine Hinweise, weil es aus russischer Sicht einfach keinen Sinn macht die NATO anzugreifen.

    Allerdings will ich natürlich, dass sich Deutschland, Europa und die NATO auf einen eventuellen, sehr unwahrscheinlichen worst case vorbereitet.

  5. Inhaltlich vllt nicht zu 100% auf den Punkt, aber wir müssen dann überlegen was wir brauchen um die folgenden Flanken zu decken:

    1) zusammen mit Frankreich, Großbritannien und Norwegen müssen wir eine deutlich überlegene Überwasserkampfflotte aufbauen um den Überlebensweg für Nachschub über den Atlantik (Kanada, Mexiko, ggf. auch USA – wird ja sicherlich was verkaufen wollen) zu sicher
    2) zusammen mit den Ostsee-Anreinern muss eine Flotte entstehen die die Ostsee freikämpft und sichert sodass auch auf dem Seeweg Unterstützung nach Finnland und in die baltische-Staaten gelangen kann
    3) wir müssen eine deutlich potentere Luftwaffe schaffen die eine Schirm über die Anreinerstaaten Deutschlands spannen kann und die Erdkampfunterstützung für die Kampfgebiete im Osten schafft (Baltikum, Finnland, Polen, Rumänien)
    4) massive Investition in Luftverteidigungsmittel. Dazu muss die Anzahl der Flugabwehrstaffeln deutlich erhöht werden
    5) Schaffung einer Fernkampffähigkeit mit Bodengebudenen und Luftgebunden Wirkmitteln, bestehende Fähigkeiten (Taurus) sind zu erweitern
    6) Schaffung einer echten Reserveinfrastruktur mit dem Ziel des Schutzes der logistischen Infrastruktur in DE. Hierzu wären deutlich mehr als 600.000 Reservisten notwendig. Alleine zum Schutz des Frankfurter Flughafen war damals ein Batallion der Bundeswehr vorgesehen (zzgl. der damaligen US Streitkräfte auf der Rhein-Main Airbase, zzgl. Einheiten des BGS). Daher kann man heute davon ausgehen, dass ca eine Brigade zum Schutz notwendig wäre.

    Am Ende ist es dann egal ob da 1%, 3% oder 15% stehen. Man muss sich ansehen was gebraucht wird und sich nicht in irgendeinem Zahlengeplänkel mit Trump festhalten. Die USA sind de facto als Verbündeter für mind. die nächsten vier Jahre verloren.

  6. Nun ja. Ich habe den Mann durchaus auch schon in den öffentlich-rechtlichen Sendungen zu Beginn des Ukraine Krieges gesehen, zumindest scheint es nicht Karl-Heinz auf dem heimischen Sofa zu sein. Aber sein Statement [HIER](https://www.deutschlandfunk.de/militaerexperte-gressel-warnt-vor-diktatfrieden-putin-hat-trump-eingelullt-100.html) im Deutschlandfunk am 13.02. scheint mir doch reichlich moderater in der Lage-Einschätzung als das Interview in der international hoch geachteten Nachrichtenredaktion des Portals “web.de” ( \s )

    Ob es einen Unterschied in der Drama-Dosierung gibt, je nach Medium?

    Zumindest ist er **nicht** mehr für das [European Council on Foreign Relations](https://de.wikipedia.org/wiki/European_Council_on_Foreign_Relations) tätig, wie die Wiki Seite zu ihm noch vorgibt. Auf der Seite des Councils selbst ([https://ecfr.eu/profile/gustav_gressel/](https://ecfr.eu/profile/gustav_gressel/)) wird er zumindest nur noch als Alumni und mit “*was a senior policy fellow*” beschrieben. und das Council? Ein think-tank, den man auch erst einmal einschätzen müsste.

    Ich finde es immer schwer, solche Leute und ihre Meinungen einzuordnen. Klappern gehört zum Geschäft, hat meine Oma immer gesagt – und meine Mutter hält mich auch für einen IT-Experten.

  7. Gutes, knappes, erschreckendes Interview.

    Das mit den Atomwaffen habe ich mir auch schon gedacht. Es braucht eine effektive *europäische* Abschreckung. Aber dass – laut Interviewaussage – Russland derzeit eine stärkere konventionelle Armee hat (oder haben könnte) überrascht mich negativ. Dann wäre das Baltikum aktiv gefährdet.

    Russland muss wohl nicht die gesamte Nato (ohne die USA) oder EU besiegen. Die müssten nur das Baltikum besetzen und sich daraus nicht vertreiben lassen. Wenn dann die USA nicht eingreifen – mit Trump durchaus möglich – dann ist die Nato dahin. Wenn’s nur auf die EU ankommt, dann kommt’s v.a. auf Deutschland an.

  8. Das schlimmste was man jetzt machen kann ist sich nicht mit voller Kraft darauf vorzubereiten. Im besten Fall knickt Russland ein, im schlechtesten sind wir wenigstens vorbereitet

  9. Manche Leute geben realistische Einschätzung zur Bedrohungslage, die wir ernst nehmen sollten.

    Anderen unterstelle ich Panikmache, ggfs. im Auftrag von Rüstungsunternehmen oder des Sozialstaatabbaus. Das ist hier der Fall.

  10. Das ist jetzt alles auf Basis eines einzigen Telefonats zwischen Trump und Putin.

    Von Trump weiß man das er sprunghaft ist, von Putin weiß man das er relativ lange wartet bis er die Karten spielt die er auf der Hand hat.

    Einen ausgewachsenen Krieg mit Europa kann Putin sich nicht leisten. Mit oder ohne USA.

  11. Herr Gressel sagt zusammengefasst, dass der atomare Schutz durch US Atomwaffen nicht mehr existiert und wir Europäer/ Deutschen schleunigst unsere eigene atomare Abschreckung brauchen, da wir nun schutzlos zwischen zwei irre gewordenen Machtblöcken stehen. Und ich muss ihm recht geben.
    Da die Putintreuen Verräterparteien in unserem Land alles tun werden, um eine effektive europäische Verteidigung zu sabotieren und unsere Politiker lieber über Migranten reden statt darüber, dass wir mit einem Bein im Krieg stehen, sehe ich gerade herzlich schwarz.

  12. >Die russische Armee ist den Europäern derzeit konventionell überlegen.

    Sehr gewagte These, Russland schafft es nicht mal die Ukraine zu bezwingen aber soll stärker sein als die gesamten europäischen NATO Staaten? Alleine GB oder F dürften es ganz locker mit der sehr angeschlagenen russischen Armee aufnehmen. Vielleicht sollte sich in Europa auf seine eigene Stärken verlassen und vernünftig aufrüsten, die USA sind ganz offensichtlich kein echter Verbündeter mehr.

  13. Gewarnt wurde davor schon seit 2022, aber so eindeutig wie hier fielen die Worte selten:

    >Jetzt ist es sicher, wirklich sicher, dass es kein auf die Ukraine begrenzter Krieg bleiben wird. Wir werden in den nächsten Jahren, wenn nicht Monaten, einen Großkrieg um Europa haben. […] Einen Waffenstillstand auf Treu und Glauben wird Putin nicht ernst nehmen. Für Russland dienen diese Verhandlungen nur zur Schaffung für einen günstigeren Fortsetzungskrieg […]

    >Was müsste Europa jetzt tun?

    >Wenn wir alle in ein gemeinsames europäisches oder im Extremfall auch deutsches Nuklearwaffenprogramm einzahlen, kommen wir auch auf die Trump-Forderung von fünf Prozent. Das ist aus meiner Sicht die einzige Art und Weise, die europäische Unabhängigkeit und Sicherheit zu bewahren. Wir müssen uns im Klaren sein: Russland geht es nicht um die Ukraine, Russland geht es darum, Europa zu beherrschen.

  14. Liest sich irgendwie unseriös. Und nicht nur wegen dass/das.

  15. “Da wird die Ukraine unter den Bus geschmissen” bei der Übersetzung habe ich Zweifel an dem journalistischen Wert des Artikels.

  16. Krass. Wie ist denn Gressel als Experte so einzuschätzen? Momentan scheinen weder Politik noch Gesellschaft sich der Situation im Klaren zu sein.

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