Europa ohne die USA
Alle wissen es. Keiner sagt es

by Dry-Professional-BER

29 comments
  1. Die USA haben Europa den gesicherten Beistand aufgekündigt. Eine epochale Zäsur, deren Folgen alle bisherigen Dimensionen sprengen. Und die aktuellen Wahlkampfversprechen noch hohler macht, als sie eh schon waren.

  2. Neue Realität annehmen, nicht verzweifeln, Ärmel hochkrempeln, sich nicht ablenken lassen, weitermachen.

  3. Was mich fast am meisten beunruhigt, die scheinbar komplett fehlende Gegenwehr in den USA gegen diesen Trend. Das lässt dann ja eigentlich nur die Schlussfolgerung zu, dass fast alle US-Amerikaner den Trumpschen Kurs unterstüzen.
    Eigentlich müssten die Straßen in den USA doch voll von Demonstrationen sein…aber scheinbar absolut nichts.
    Ich habe bisher exakt einen Bericht gesehen, wo es eine Demonstration gegen Trump/Musk gab. Vor ein paar Tagen in New York City. Lass es 2.000 Menschen gewesen sein….

  4. Finds witzig wie die letzten Jahre T-Online zu mit einem der stabilsten News-Seiten überhaupt geworden ist.

  5. >Und was passiert stattdessen in diesem Wahlkampf? Wohltaten, wohin man schaut. Steuersenkungen bei der Union, “MEHR FÜR DICH” verspricht die SPD in Versalien über einer Nahaufnahme von Olaf Scholz. Das ist nicht von dieser Welt. “Mehr von Dir!” wäre die ehrliche und zeitgemäße Zeile.

    Was sollen die Parteien denn machen? Mit einer generellen Wehrpflicht, Kürzung der Sozialleistungen und Steuererhöhungen Wahlkampf machen? Mit unangenehmen Wahrheiten gewinnt man keine Wahlen.

  6. Bei dem Von Trump angerichteten Chaos sind wir gut beraten den Blick auf parallel stattfindende Ereignisse nicht zu verlieren.

    Während Europa um sich selbst und die Ukraine bangt, richtet sich der Blick im Indopazifik auf China. Dort gerät ein anderes Machtverhältnis ins Wanken: Im Asien-Pazifik-Raum wächst die Sorge vor einer Verschiebung der geopolitischen Balance.

    So wird in der australischen Regierungshauptstadt Canberra derzeit diskutiert, wie man sich von den Abhängigkeiten der vergangenen Jahrzehnte lösen kann. Die zwei Säulen, auf die Australien seinen modernen Aufstieg gestützt hat – das Verteidigungsbündnis mit den USA  und der Handel mit China– geraten zunehmend ins Wanken. Auch Trumps Ukraine-Kurs wird am anderen Ende der Welt mit Sorge beobachtet.

    **2021 hatte Australien eine “Sicherheitsallianz” mit den USA und GB mit dem Namen Aukus** gegründet. Sie galt als Antwort auf die wachsende Dominanz Chinas im Indopazifik. Neben der Ausstattung der australischen Marine mit neuen U-Booten aus den USA sollte sich das Bündnis auf die Entwicklung fortschrittlicher Kampffähigkeiten wie Unterwasserdrohnen, Hyperschallraketen sowie auf den militärischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz konzentrieren.

    Doch die Zukunft des Bündnisses ist unter der Trump-Regierung ungewiss, das ist auch der australischen Regierung bewusst.

    Ich poste das gleich noch separat als Beitrag.

  7. Das Traurige ist Merkel hatte doch schon damals gesagt zu ersten Amtszeit von Trump “Wir müssen das Verhältnis ein stückweit überdenken”

    Und was ist passiert bis dato zu wenig …

    Europa muss sich emanzipieren, schwierig nur wenn zahlreiche Länder der EU andere Ansichten vertreten.

    Wir sind praktisch wie das Heilige Römische Reich, ein loser Staatenbund dessen formale Spitze wenig Macht hat. Wäre ja für eine VSE bzw USE aber gut davon sind wir meilenweit entfernt und ich finde der Pluralismus ist auch ein riesiger Vorteil Europas.

    Aber zumindest in Punkten kritischer Infrastrtukur, Wirtschaft, Militär , Außenpolitik müsste Europa zumindest mit einer Stimme sprechen

  8. > Der Sozialstaat nach natürlich vorhandenen Einsparpotenzialen durchforstet und die Blähbürokratie zusammengestutzt werden.

    Warum immer der Sozialstaat? Warum nie die Steuerhinterziehung oder eine Reichensteuer. Es ist als gäbe es ein Denkverbot in diese Richtung.

  9. Ich mag diesen Spruch von wegen “mit dem Schlimmsten rechnen, aber auf das Beste hoffen.” Mein Gefühl ist, dass mindestens der europäische Teil der westlichen Welt in den letzten 30 Jahren recht ordentlich verlernt hat, auch die erste Satzhälfte zu berücksichtigen. “Wir” haben, nicht ganz zu Unrecht, jahrzehntelangen Wohlstand und Frieden genossen und darüber sehr deutlich verlernt, uns vorstellen zu können, dass das auch anders sein kann. Europa hat einfach ab irgendwann immerzu nur auf “das Beste gehofft.” Und seinen realiten Anteil nicht mehr wahrgenommen, nämlich “mit dem Schlimmsten zu rechnen” und das ist nun einmal ein Aggressor wie zum Beispiel, aber wie wir nun sehen, keineswegs exklusiv, Putin.

    Ich finde die Überschrift dieses Artikels noch immer zu zahm. Das ist auch etwas, dass wir uns wirklich abgewöhnen sollten. Wir als Bürger, unsere Politiker und vor allem auch die Presse. Die Überschrift statuiert meiner Meinung nach lediglich ein faktisches Fragment der aktuellen Situation.

    Was sie nicht anspricht, ist, dass mit Donald Trump in Runde “2” nun endgültig alle Dämme gebrochen sind. Ich verstehe nicht, wieso nicht erkannt wird, was die letzten vier bis acht Jahre in Wirklichkeit geschehen ist. In seiner ersten Amtszeit hat Trump noch sehr begrenzt “herum gespielt”. Währenddessen wurde er gekapert und hat koaliert mit dem sprichwörtlichen, faschistischen Bösen. Absolute Experten, ich meine das so, der “Heritage Fond” sowie extrem finanzstarke Technokraten und rechtsextremes Gesocks hat a.) zielgerichtet, b.) hochprofessionell und c.) mit der festen Absicht, auch so zu handeln, genau den Plan entwickelt, den Trump nun abspult.

    Meine Befürchtung ist, dass es hier keineswegs allein um Trump geht. Auch das ist meine Meinung: Trump ist seinerseits bloss Marionette eines deutlich umfangreicheren Systems. Trump ist ein narzistischer Soziopath, der gezielt aufgebaut wurde und dem bei beiden Wahlen gehörig unter die Arme gegriffen wurde, um im Zusammenspiel mit massivem Populismus für entscheidende Teile der US Bevölkerung wählbar zu werden. Letzte Nacht hat er angekündigt, die Automaut in New York abzuschaffen. Und sich selbst dabei als “King” betitelt. Später dann nochmal auf X entsprechend nachgelegt. Ich habe lange an “flood the zone with shit” geglaubt, aber mittlerweile denke ich, dass es “der Welt” gelungen ist, eine absolut geisteskranke, sehr schwer gestörte Person auf den mächtigsten Stuhl der Welt zu heben.

    Wir sehen das unmittelbar in seinen Äußerungen. Und das im Übrigen ebenfalls seit acht Jahren. Seine gesamte Polemik kann (!) als pures “Material zur Reizung” verstanden werden. Oder man kann das Ganze auch vollumfassend wörtlich verstehen. Er verwendet Einordnungen wie “böse” und “gemein.” Getrieben durch Project25 passiert seit nun vier Wochen in den USA tagesweise nur eins: ein intellektuell/politisch/wirtschaftlich/sozial absurdes Dekret nach dem anderen verlässt das Oval Office und wird, der Trägheit und mittlerweile Willenlosigkeit und auch Absicht des Gesamtsystems geschuldet, umgesetzt, noch bevor eine reele Abwehr erfolgen kann.

    Bis heute wurde immer angenommen, dass es nur darum ginge, in 20 Schwachsinnspaketen (die übrigens dennoch sehr, sehr, sehr reale Auswirkungen haben) ein wichtiges unterzubringen. Das ist überaus naiv. Das suggeriert, in einem 360 Millionen-Volk gäbe es keine einzige sprechstarke Person, die in der Lage wäre, innerhalb von 4 Stunden zu erkennen, was hier “eingetütet” wurde. Meine Lesart ist mittlerweile eine ganz andere: Trump, ein narzistischer Soziopath, getrieben durch ein extrem wirres, irres, geisteskrankes Weltbild, Verständnis von “Gerechtigkeit” und “Recht und Ordnung” ist schlichtweg ausgestattet worden mit dem größten Sandkasten (die Welt), der möglich ist und den mächtigsten Spielzeugen (USA und Möglichkeiten), die man sich vorstellen kann.

    Bestandteil eines rationalen, abgestimmten europäischen Vorgehens muss unbedingt sein, die Irrationalität der Akteure massgeblich zu berücksichtigen. Daraus folgt, dass “Diplomatie” keine belastbare Option mehr ist, “Moral & Anstand” keine Gültigkeit mehr haben, eine “gemeinsame Historie” mit einem Restwert von 0 aufgekündigt worden ist. Darin liegt nur eine einzige, enorme Chance: nämlich zu erkennen, dass man ab gestern und mit Hochdruck und zum Nachteil von Wohlstand und dem Festhalten an einer Welt, wie wir sie bislang kannten, zahlreiche Missstände beheben muss. Es muss schnell und massiv aufgerüstet werden. Es muss investiert werden in eigene Waffensysteme. Es müssen neue Partner gesucht und zusammen mit alten Partnern Bündnisse geschlossen werden, die weit über alles Bisherige hinaus gehen und vor allem ein wesentliches Ziel haben: das gemeinsame Überleben und die Erhaltung einer Weltordnung, in der nicht das Recht des Stärkeren bestimmt und in der menschliche Werte, der Schutz allen menschlichen Lebens und die Stärkung der Gemeinschaft im Vordergrund stehen.

  10. Joschka Fischer hat es im Handelsblatt sehr deutlich ausgesprochen

  11. Nukleare Teilhabe, wir zahlen für Französische Bomben aber die Franzosen behalten volle Kontrolle. Lächerlich. Wenn dann brauchen wir die europäische Bombe.

  12. Könnte eine dornige Chance sein. Wenn Europa alles richtig macht dann fließen die internationalen Investitionen die jetzt in die USA gehen vllt bald in Richtung EU.

  13. Wird tbf. aber auch Zeit, dass Europa sich besser aufstellt und enger zusammensteht.

    Historisch betrachtet ist es natürlich sehr schwer so viele so unterschiedliche Nationen zu vereinen, aber ich glaube, die aktuelle Lage wäre ein guter Anfang

  14. Fehlt eigentlich nur noch, dass Trump Europa gemeinsam mit Russland den Krieg erklärt. Was ne Timeline. Wir kommen da nur raus, indem wir uns bis an die Zähne bewaffnen und unattraktiv zum Angreifen machen.

  15. Ich sag’s mal so – ich arbeite in einer boomenden Chemiefirma, pro Jahr Umsatzzuwachs von über 10%

    Unsere endkunden sind vielleicht amerikanische Konzerne, aber Produktion, und unsere tatsächlichen Kunden sitzen in Asien.

    Das wissen die Endkunden und wir. Die können sagen Amerika first so oft sie wollen.

    Wir sind in einer globalen Wirtschaft, und ohne know how aus Deutschland läuft vieles nicht. Den wissensvorsprung müssen wir uns bewahren, und weiterhin ein exzellenter, verlässlicher Partner sein.

    Dann läuft das Modell Deutschland auch weiterhin.

  16. Europa ohne Russland klappt.
    Europa ohne die USA wird klappen.

    Auch wenn ich eine friedliche Welt mit freiem Handel sehr schätze und auch gerne zurück hätte, ist die Zäsur für Europa enorm wichtig. Wo gestern allerorten nur Trennung und Exit Thema war, tritt jetzt ein Gemeinsamkeit und Verbundenheit in den Fokus.

  17. >Die USA und [Russland](https://www.t-online.de/themen/russland/) machen wieder gemeinsame Sache

    Ich hoffe das ist bei den Europäern auch mittlerweile angekommen. Die USA sind weder Freund noch Partner mehr und werd sich mit unseren Gegnern wie Russland verbünden. Das sieht man nicht nur andem Mafiagehabe von Trump beim Thema Ukraine, die USA werden aktiv unsere Demokratien und die EU als ganzes versuchen zu destabilisieren. Umso eher das Konsens ist umso eher kann dagegen gehandelt werden. Mittelfristig müssen wir auch davon ausgehen das die USA die NATO verläßt, du kannst mit keinem ein Bündnis eingehen der dich nur bei Gegenleistungen verteidigt.

  18. In dem Artikel wird gesagt, dass Schuldenbremse+ Sozialeinsparung nötig seien. Das sehe ich diametral anders. Ein funktionierender Sozialstaat ist die beste Verteidigung gegen extremistisches Gedankengut, was sich in Europa breit macht. Um eine politische Stabilität, Sicherheit und demokratische Werte zu erhalten ist es ein nötiger Eckpfeiler. Allerdings sehe ich mittlerweile auch dass Europa sich Aufrüsten wird. Wo das ganze hingeht, möchte ich aber nicht spekulieren. Ich denke nicht dass Putin und Trump langfristige Partner werden. Spätestens bei der Ressourcenaufteilung in der dritten Welt wird es knallen. Eigentlich ist es am besten, wenn Europa sich da komplett heraus hält und ein stabilisierender Faktor für den Handel, die Diplomatie und neutrale Staaten wird. Wahrscheinlich wird das nicht ohne erhebliche Militärausgaben möglich sein. Die Frage ist in diesem Zug ob man die Nationalen Streitkräfte überhaupt beibehält oder ein Vereintes Europäisches Militär schafft und lokal nur eine kleine Defensive Reaktionstruppe schafft. Wofür allerdings auch das EU-Parlament reformiert und deren Legislative Kraft verstärkt werden müsste. Das sind alles keine Kleinen Aufgaben, sondern riesige Mammutprojekte in einem politischen Konglomerat aus zerstrittenen Fraktionen. Es liegt jetzt an allen Verantwortlichen, das irgendwie hinzubekommen. Dass die Bevölkerung verarmt und aufs Dach steigt, können wir uns nicht leisten, dass Europa durch externe militärische Zwänge in Bedrängnis gerät, auch nicht. Am aller wenigsten aber können wir uns Alleingänge im EU-Raum leisten.

  19. >Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius wies die Vorwürfe, die mit dem Ende der Elternschaft der USA gegenüber Europa einhergingen, in einer denkwürdigen Einlassung zurück. Der französische Präsident lud geistesgegenwärtig zu einem Gipfel der wichtigsten Staaten der EU inklusive Großbritanniens nach Paris. (Es wird perspektivisch um nukleare Teilhabe gehen müssen.)

    Da ist er wieder, der Satz, verschämt verpackt in zwei Klammern, zaghaft angedeutet mit dem Wort “Teilhabe”. Das ist die Realität, der wir uns stellen müssen, und ich bin mir nicht sicher, was die deutsche Öffentlichkeit hierzulande im Age of Trump empfindet bei dem Gedanken. Denn Frankreich hat die Bombe und das Know-how dafür, aber Frankreich hat auch Marine Le Pen. Vielleicht reicht es also nicht, einfach nur Geld nach Paris zu überweisen und zu sagen, bitte, danke. Wenn Le Pen an die Macht kommt, haben wir unseren nächsten Trump-Moment, und das im Herzen der EU. UK ist außerhalb der EU, aber auch nicht unbedingt erpicht, sich für kontinentale Querelen die Hände schmutzig zu machen. Dann bleibt nur eine Option.

    Deutschland, Atommacht. Ob sich die Öffentlichkeit damit anfreunden könnte?

  20. Die USA hatte vielleicht gar nicht so viele Freunde in der Vergangenheit. Eher Zweckgemeinschaften.
    Wenn die USA denen jetzt so dermassen vor das Knie tritt, gibt es auch keinen Grund mehr diese Zweckgemeinschaften zu erhalten.
    Da kommt einiges ins Rollen. Ende offen.
    Ich bin davon überzeugt, das neben anderen auch die USA als großer Verlierer da raus geht. China kann ggf. massiv davon profitieren.

  21. Ein finnischer Abgeordneter (Mika Aatola) schrieb gestern, die USA hätten der EU eine Frist von 3 Wochen gesetzt, die bedingungslose Kapitulation der Ukraine zu akzeptieren, oder die USA würden alle Truppen aus Europa abziehen.

    Die 3-wöchige Frist ist sicher auch so gewählt, um mit den deutschen Wahlen zusammenzufallen, denn aktuell sind wir handlungsunfähig.

    Mir wurde als Kind beigebracht: Wenn du einen Fehler begehst, akzeptiere die Konsequenzen und lerne daraus.

    Es ist an der Zeit, dass wir in der EU die Konsequenzen unserer politischen Versäumnisse akzeptieren.

    Die USA können abziehen, aber die Ukraine sollten wir nicht im Stich lassen. Denn, so oder so würden wir keine Hilfe der USA erhalten und der nächste Krieg wäre vorprogrammiert, da Putin alles bekommt, aber nichts dafür geben muss. Alle Kriegsverbrechen gehen ohne Verurteilung daher, die Ukraine verliert ihr Land und tausende Kinder, die nach Russland verschleppt wurden. Reparationen gibt es dann auch nicht.

    Die nächsten paar Jahre müssen wir uns darauf konzentrieren, wehrhafter zu werden.

    Die Armeen, aber auch die Zivilisten.

    Meine Familie hat unlängst ein Notstromaggregat gekauft, und wir beginnen die Vorbereitung gemäß den Richtlinien der Bundesregierung. Fluchtrucksäcke und Vorräte. Das ist das Mindeste, was wir Zivilisten tun können.

    Auch Training, wie es in den baltischen Staaten bereits üblich ist, wäre angebracht. Zivile militärische Übungen, Airsoft, Erste Hilfe, usw.

    Zudem sollten wir alle unseren Abgeordneten schreiben und Ihnen mitteilen, dass wir diesen Deal nicht annehmen wollen: [https://www.bundestag.de/abgeordnete](https://www.bundestag.de/abgeordnete)

    Spread the word. Es ist Zeit

  22. Nicht nur ohne die neue USA: wir sind nun das nächste Ziel von Trump und Putin. Auch deswegen soviel Geplappere von Korruption, Ausnutzung der USA. Die Ukraine ist insofern auch nur ein Anhängsel des demokratischen, alten Westens.

    Migration kann nicht mehr das Hauptthema in allen Köpfen sein, da verschiebt sich gerade etwas viel Größeres. Ich hoffe sehr dass mich mein Eindruck da täuscht.

  23. >”Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fordern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abverlangen müssen.” Mit diesem Satz wie einem Gong begründete der letzte mutige Kanzler dieses Landes seine Agenda 2010.

    Die Agenda 2010 hat die Wohlstandsverteilung in Deutschland massiv verschlechtert, die Reallöhne gekürzt, unseren europäischen Verbündeten ihre Wirtschaftsleistung geraubt, den Euro destabilisiert und jetzt, nachdem wir unseren Verbündeten das Schuldenmachen verboten haben, stirbt unsere Wirtschaft.

    Die Agenda 2010 war nicht mutig, sie war ein dummes Hinterherhecheln hinter dem britischen Neoliberalismus, weil die Deutschen massiv Angst vor Staatsschulden haben, und lieber ihr Land komplett verfallen lassen, als Schulden zu machen.

    Die Agenda 2010 war nicht mutig, sie war feige und ging auf Kosten der Armen in Deutschland und Europa. Dementsprechend finde ich den Vergleich hier äußerst unpassend.

  24. Meine Hoffnung ist es, dass Europa dadurch zu einer echten Schicksalsgemeinschaft zusammenwächst. Für wahrscheinlich halte es allerdings nicht, da es einen Konflikt zur Politik der Nationalstaaten darstellt und der typische Politiker nicht dafür bekannt ist, auf Macht zum zukünftigen Wohl aller zu verzichten. Hoffnung kostet nichts…

  25. Solange man Menschen dazu bewegt bekommt die Faschisten zu wählen, weil man Plastikstrohhalme verbietet, wird sich nichts ändern.

  26. Es wird halt schmerzhaft, wir sind eine absolute Wohlfühlgesellschaft und der Sozialstaat wächst immer weiter, ohne dass es mittlerweile die wirtschaftliche Basis dafür gibt. Keine Partei, wirklich keine, erkennt die Realität an und setzt Massnahmen um, weil diese dann zu einer sofortigen Abwahl führen würden.

  27. Ich würde ja den positiven Aspekt sehen wollen, dass nun die Chance besteht, dass auch diverse Differenzen in den Europäischen Nationen beiseite gelegt werden und eine wahre Einheit entsteht. Aber wenn ich mir die ganzen rechten Idioten anschaue, die Trump und sogar Putin abfeiern und feuchte Träume kriegen, wenn sie sich vorstellen, Ähnliches auch hier bei uns abzuziehen, wird mir schlecht. Wir haben momentan nicht viel zu Lachen. Dabei haben wir es selbst in der Hand. Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine so enorme Spaltung der Gesellschaft in großen Teilen der Welt erlebt zu haben, die sich auf so fundamentale Werte beziehen. Die Demokratie als Staatsform steckt in einer Krise, und damit hätte ich ehrlicherweise niemals gerechnet.

  28. Ist tatsächlich das erste Mal, dass ich nervös werde. Nicht wegen Abzug oder „gespannter“ Beziehungen, aber eine Allianz aus Russland und den USA, die Europa entweder feindlich oder gleichgültig gegenüber eingestellt ist könnte unsere Realität schneller ändern als einem lieb ist. Falls wer die Reden sich so angeschaut hat redet jetzt Russland auch davon wie in Europa keine Freiheit mehr möglich ist und wir von einer Elite geblendet werden. Mich macht es sehr skeptisch, dass beide in dieses Horn blasen. Egal was man von der Meinungsfreiheit hier hält ist es doch beängstigend, dass praktisch eine Argumentation vorbereitet wird.

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