Heute war im Ö1 Mittagsjournal Obert Markus Reisner vom Österreichischen Bundesheer zu Gast. Das Interview ist wie immer extrem informativ, aber er hat dort den folgenden Vergleich gebracht, der sich nicht nur auf die europäische Verteidigungspolitik als ganzes sondern auch auf die österreichische anwenden lässt.

Wer es sich selbst anhören mag, die entsprechende Passage ist ab 14:45. Das ganze Interview ist aber großartig.

Seine Antwort auf die Frage "Was wäre eine Strategie für die Europäer, wenn sich jetzt die USA abwenden oder gar Konkurrenten werden?":

Machen wir vielleicht kurz einmal eine Lagefeststellung. Ich hab da mal den Vergleich gebraucht von Des Kaisers neue Kleider. Also seit Jahren erklärt man den Europäern: "seht her, also seids uns bitte nicht böse, aber ihr habt's keine Hose an". Und die Europäer sagen: "nein nein, ihr täuschts euch, das ist nicht der Fall". Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat die USA uns den Spiegel vorgehalten und wir haben gesehen, wir haben wirklich keine Hose an. Daraufhin haben wir mit schrekensgeweihten Augen hinuntergesehen in der Hoffnung die Hose dort vorzufinden, um sie hochzuziehen, aber haben festgestellt, sie ist auch dort nicht, sondern sie ist einfach weg.

Wie seht ihr das? Hat Österreich eine Hose an?

by onkopirate

9 comments
  1. Stimmt leider. Putin und Trump unterschätzen die EU nicht. Sie schätzen sie – jedenfalls zum momentanen Zeitpunkt – genau richtig ein. Die EU ist, trotz ihrer wirtschaftlichen Stärke und 450 Millionen Einwohner, erstaunlich schwach. An jedem Tag, an dem keine Entscheidungen getroffen werden, bestätigt sich das. Irgendwie wirkt es, als würden, mit Ausnahme von Macron, seit Wochen alle auf den neuen deutschen Kanzler warten, der die Richtung vorgibt. Die ganze Union ist viel zu fragil. Wenn wir uns nicht schnellstmöglich Hosen besorgen, sind wir verloren.

  2. Wir haben nicht einmal eine Hose herumliegen daheim. Der Herr hat Recht! Wir sollten Vance dankbar sein für seine Rede.

  3. Der Mann muss immer darauf hinweisen, dass er in Wr. Neustadt sitzt (und die Reporter aus Wien extra zu ihm kommen)

    War vor Kurzem so im Ö1-Mittagsjournal

  4. Österreich hat das Luxus sich sowas leisten zu können. Die BH ist sehr schwach. Dasselbe kann von anderen europäischen Armeen nicht gesagt werden.

    Die Türken würden Russland alleine an die Wand hauen und zersplittern. Die Franzosen mit mehr Mühe, aber sie haben auch sehr guten Kapazitäten, auch wenn einige Elemente in der Supportkette fehlen. Die Engländer und die Deutschen sind etwas schwächer, aber die haben high-tech (UK) Fähigkeiten oder die Möglichkeit, ordentlich in der Masse zu produzieren (DE). Im Norden hat Schweden, Norwegen, Finland jeweils respektablen Rüstungsindustrien, und im Baltikum nehmen sie die Bedrohung bis auf Lettland sehr ernst. Denen fehlt die strategische Tiefe, aber sie würden einen ordentlichen Kampf geben.

    Polen, ja die haben die Lehre aus 1939 gezogen und angeeignet. In 2 Jahren haben sie die stärkste Landarmee Europas, die doppelt so stark sein wird, wie die Ukrainer vor dem Krieg in 2022.

    Wie ich hier schon in einem anderen Komment geschrieben habe, Reisner scheint mir durch und durch ein defätist zu sein. Wenn ich ihm zuhöre, kommt immer warum etwas unmöglich ist, warum es nicht passieren wird, warum es so nicht geht – echt wie ein kleinkarierter Beamter, und völlig würdelos zu einem Stabsoffizier, der einmal Soldaten motivieren und führen sollte. Das finde ich völlig inakzeptabel als Reserveoffizier einer anderen (NATO) Armee, und sehr haltungslos seitens der Österreichischen Bundesheer, dass sie so eine Person den Gesicht der Bundesheer machen.

  5. Österreich is noch schlimmer als der rest Europas. Ich Vergleich es lieber mit ffp2 masken:
    Österreich weiß dass es keine ffp2 maske hat und denkt auch nicht daran eine zu kaufen. Aber ö sagt jedem anderen Land, dass es ja eine ffp2 Maske haben soll um Österreich nicht anzustecken.

    Österreich verhält sich parasitär in Sachen Sicherheitspolitik

  6. In Europa hat man noch immer nicht gelernt, dass Taten wichtiger als Worte sind.

    Man redet gross etwas von “keine Appeasement-Politik” daher, verabsäumt es dann aber selber aufzurüsten. Das Geld das die EU verspricht ist eher nebensächlich, wenn der Ukraine langsam die jungen Männer ausgehen, und die EU nicht bereit ist ihre eigene Bevölkerung dem Krieg zu opfern.

    Wer von euch die meinen Russland soll zurückdrängt werden wäre dazu bereit selber im Krieg zu kämpfen?

  7. De Hosn hüft a ned fü wenn ma scho von weiten sieht das ma kane eier hat.

  8. Europa(die europäischen NATO-Mitglieder ohne USA) ist derzeit wohl noch nicht ausreichend gerüstet um einem kommenden Expansionsbegehren Putlers standzuhalten. Somit bleibt eigentlich nur die Ukraine als Bollwerk gegen den Möchtegernzaren soweit zu unterstützen, dass sie die russischen Angriffskapazitäten soweit zermürbt, dass Zeit gewonnen wird um Autokratendicht zu werden und militärisch aufzuschließen.

  9. Keine Hose an? Wir in Österreich haben militärisch nicht einmal einen Stringtanga vorzuweisen. Angeblich reicht die Munition nur für 3 Tage…

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