Immer mehr Ukraine-Geflüchtete wollen nicht zurück – Kriegsende könnte „Desaster“ zu Tage bringen

by KeinTollerNick

27 comments
  1. Grob zusammengefasst:

    – Aussage betrifft Dänemark, aber Experten glauben, dass das auf andere Länder übertragbar ist

    – Man befürchtet, dass nach Ende des Krieges auch viele Ehemänner zu ihren Frauen ziehen, wodurch diese dann für den Wiederaufbau fehlen

    – Besser erlebte Standards, zB. Korruptionsbekämpfung ist ein Punkt, warum man bleiben will

  2. Ich kenne auch zwei Fälle, in denen sich besagte Personen um eine deutsche Ausbildung bemühen.

    Sollten sie angenommen werden, mache es ja für sie keinen Sinn in den nächsten 3-4 Jahren zurückzukehren.

    Noch 1-2 Jahre, dann sind halt auch viele Ukrainer/innen berechtigt, einen deutschen Pass zu beantragen, was sicherlich auch eine gewisse Zugkraft hat.

  3. Überraschung. Ich male mir immer aus was passiert wäre wenn nicht die beiden Lappen Scholz und Biden im den beiden größten Unterstützer Ländern regiert hätten, sondern Politiker von Format mit Mut und Weitblick. Die Kharkiv und Kherson Offensiven 22 plus bereits gemachte Zusagen für Kampfflugzeuge, Marschflugkörper im Einsatz gegen die Krim-Brücke usw. Ich glaube der Krieg wäre schon vorbei.

    Damals hieß es noch von typisch uninformierter Seite: die beiden machen „boiling the frog“ langsam die Temperatur erhöhen. Leider haben sie den Frosch auf heißes Wasser trainiert.
    Fucking tragedy

  4. Kann man niemandem verübeln bei den “Friedensvorschlägen”, die im Moment im Raum stehen.

  5. Ist ja auch irgendwie logisch. Je länger der Krieg dauert, desto mehr kommen diese Menschen in ihrer neuen Heimat an. Sie machen Ausbildungen, finden Jobs und einige werden auch hier Familien Gründen. Das könnte natürlich ein großes Problem für die Ukraine werden, aber man kann es den Menschen auch nicht vorwerfen, wenn sie nicht jahrelang ihr Leben danach ausrichten eventuell aber eventuell auch nicht nächstes Jahr wieder zurückzukehren.

    Und meiner Meinung nach ist es ja nichtmal nur damit getan dass der Krieg endet. Selbst wenn jetzt sofort der Krieg endet und Russland sich komplett aus der Ukraine zurückziehen würde, würden sich dadruch auch nicht wie durch Zauberhand all die zerstörten Gebäude und die Infrastruktur im ganzen Land wieder aufbauen. Das braucht Zeit.

  6. Gibt gute nicht zurück zu gehen:
    – Kinder sprechen fliesend deutsch
    – über Jahre zerstörte Infrastruktur
    – Massive Korruption
    – Der Wiederaufbau wird Geld kosten sprich es wird Steuererhöhungen geben.
    – Lieber hier statt in der Ukraine für einen deutschen Zulieferer zu arbeiten.

  7. Ist dieses Kriegsende mit uns im Raum? FR ist wahrlich für ihren Qualitätssjournalismus bekannt.

  8. Zurück wohin? Wenn deine Stadt zur unerkenntlichkeit zerbombt wurde, deine ehemaligen Nachbarn weg oder tot sind, dein Haus gerade noch 20 cm hoch und umzingelt von vergrabenen Minen und unexplodierten Bomben ist und sich jetzt im russischen Besatzungsgebiet befindet, gibt’s nichts, was dich zurückbringt. Vielleicht hängen manche genug an ihrer Kultur, dass sie trotzdem wieder in die Ukraine zurückwollen, obwohl das gleiche in ein paar Jahren wieder passieren kann. Ich verstehe aber absolut, wenn sie fern bleiben wollen.

  9. Kann ich so unterschreiben durch persönliche Anekdoten. Keiner der ukrainer die ich kennenlernte zieht es zurück. Sogar ohne die kriegsbezogene Gründe zu erwähnen. zwei familienväter haben da auch direkt über die Bildung geredet. Anscheinend kostet universität einen Haufen Geld in der Ukraine, hier bekommen die Kinder es um einiges billiger.

    Bin gespannt wie das rechtlich angesehen wird, aber kann mir da selbst mit AfD keine Deportationswelle vorstellen.

  10. Dafür hätte es aber wirklich keinen Experten gebraucht um das zu wissen. Natürlich bleiben die Leute eher wenn sie sich hier ein neues Leben aufgebaut haben, was will man in einem zerstörten Land auch?

    Außerdem ist der Lebensstandard in West/Mitteleuropa um einiges höher, angefangen von der Rechtsstaatlichkeit, im Vergleich so gut wie keine Korruption, moderne medizinische Versorgung, um Welten bessere Qualität von Wohnungen/Häusern, Arbeitnehmerrechte etc….

    Kann man sich ja auch mal ein wenig mit Streetview umsehen, selbst die noblen Vororte von Kiew und anderen Städten bestehen großteils aus Schotterpisten und zusammengeschusterten Buden. Und das sind dort die Besserverdiener, ein kleiner Teil der so lebt. Der Rest wohnt teilweise noch in Chrushtschowka Plattenbauten und auf dem Land noch schlechter.

    Also ich kann das absolut niemandem verübeln wenn er nicht zurück geht. Zumal es (auch wenn es in den Medien bis auf Arte ziemlich ausgespart wird) schon jetzt große soziale Spannungen gibt zwischen denen die sich die Flucht nicht leisten konnten und somit in den Krieg geschickt wurden und denen die es geschafft haben und jetzt als Verräter gelten. Ein weiterer Grund nie mehr in das Land zurückzukehren.

    #

  11. Klingt vielleicht etwas zynisch, und muss auch richtig gut begleitet und finanziert werden. Aber was spricht gegen ein ähnliches system wie “Gastarbeiter” für die Ukraine? Hoffnung auf wirtschaftlichem Aufschwung, eine Chance auf ein besseres Leben (als die Ursprungsländer) Menschen die das Risiko einer Flucht über das Mittelmeer auf sich nehmen, waren eventuell auch gewillt die Ukraine wieder aufzubauen wenn Frieden herrscht und die Chancen gut sind.

  12. >Glücken solche Bemühungen nicht, könne die Bevölkerungszahl der Ukraine bis 2035 auf nur noch 31 Millionen Menschen sinken, warnt Klein. Um das Jahr 2000 lebten noch etwa 50 Millionen Menschen im Land. Das wäre „eine desaströse Entwicklung mit dramatischen Konsequenzen für die Zukunft des Landes“, sagt der Experte der Uni Bremen.
    Wladimir Putin könnte so indirekt ein Kriegsziel erreichen: Russland wolle die Ukraine langfristig „außer Funktion setzen“ und für Zivilisten unbewohnbar machen, sagte der Kiewer Politologe Mikola Bielieskow unserer Redaktion bereits im April 2024.

    Genau das wird die aktuelle Taktik sein. Putin muss die Ukraine nicht unbedingt erobern. Durch ständigen Beschuss der Restukraine wird es nicht möglich sein das Land aufzubauen.

  13. Ich spiele mit Gedanken in die entgegengesetzte Richtung – mit Ende des Krieges (und russischer Niederlage) in die Ukraine zu gehen und dort im Rahmen des Wiederaufbaus selbstständig zu werden.

    Die Ukraine wird massive Unterstützung aus dem Ausland erfahren, und hat dazu einen erheblichen Bedarf in quasi jedem Sektor. Die bürokratischen Hürden werden einem gewissen Pragmatismus untergeordnet werden (müssen).

  14. Ich finde der Artikel zeigt eine neue Perspektive auf, aus der Europa, speziell die mitteleuropäischen Einwanderungsstaaten in die Verhandlungen in den Ukraine-Krieg geht. Ich denke die Perspektive und Sicherheit in der Ukraine ist ein zentrales Thema.

    Ich habe dazu eine interessante Geschichte, schnappt euch einen Tee und lest es euch durch:

    Ich habe beim Sport ein Pärchen aus einer 500000 Einwohner Stadt am Schwarzen Meer kennengelernt, die nun seit 2 Jahren hier in Süddeutschland leben. Er hat einen vierstelligen Betrag Geld bezahlt um aus dem Land zu flüchten. Er hat eine technische Ausbildung (vgl. mit einem Techniker) im Maschinenbau abgeschlossen, aber nie in diesem Beruf gearbeitet.

    Seinen Erzählungen nach, war er dort “selbstständig” und hat einen Großteil seiner Einnahmen durch sein großes Netzwerk an Leuten verdient, indem er diverse Kontakte vermittelt hat. In einer Gesellschaft, in der die Korruption doch eine große Rolle im täglichen Alltag spielt (z.B. schnell eine Genehmigung für etwas administratives bekommen), war seine Rolle anscheinend auch sehr begehrt. Er hat Bilder von seiner Wohnung und seinen Autos (einem Lexus) gezeigt.

    Obwohl er, zugegebenermaßen etwas Putin-Versteher ist (Aussagen “EU und NATO wollten Russland bedrohen” etc.), will er nicht in die Ukraine zurück. Putin habe alles zerbombt. Es sei ein zerstörtes Land, wo der Handel und die Wirtschaft am Boden ist. Laut seinen Aussagen war der Handel mit Russland und EU vor 10 Jahren am Höhepunkt und nun ist alles am Boden.

    Er sucht hier aktiv Arbeit, fährt sogar zu den Firmen (ja in Deutschland unerhört wenn ein uneingeladener Bewerber vor der Tür der Firma steht) aber findet hier keine dauerhafte Arbeit. Er sucht nach den Job mit Fachkräftemangel (=Handwerk) aber ohne Zertifikate/Zeugnisse und einem gebrochenen Deutsch findet er in einer eigentlich wirtschaftlich starken Region Süddeutschlands nichts. Er ist ein sehr kluger Mensch und hat tatsächlich einiges drauf… Trotz der Absagen bleibt er hier (ich meine er und seine Freundin haben einen Dach über dem Kopf und Bürgergeld) und versucht sich durchzubeißen.

    Man merkt ihm an, dass es ihm weh tut nie mehr den Lebensstandard von damals hier in Europa aufbauen zu können, aber mit dieser Geschichte sieht man, wie die Leute an Europa klammern.

  15. Ich kenne in meinem Umfeld und dem meines Kinds nur Ukrainer, von denen ich mir wünschen würde, sie würden bei uns bleiben.
    Das ist nicht im Sinne der Ukraine,
    es wäre bei dem Geburtenrückgang im Sinne Deutschlands.
    Überhaupt kein Aufreger. 

  16. Die meisten die ich kennengelernt habe sind auch gut integriert und fleißig, von daher für uns sicher keine Belastung. Für die Ukraine ist das natürlich schlecht.

  17. Zeit für ein gutes und klares Einwanderungsrecht. Dieses könnte sich an Fachkräfte mit guter Jobaussicht richten und die Angst vorm Zurückschicken nehmen.
    Es würde klarstellen, wer bleiben kann und wer nicht.

    Das hilft zwar nicht der Ukraine, jedoch den Menschen.
    Angst lähmt und zerstört die Eigeninitiative. Bei vielen sogar nachhaltig. Das ist nicht im Interesse des Gastgeberlandes und auch nicht der Ukraine.

  18. Dasselbe verständnis wünschen sich auch syrirer, bei denen ist der tonfall aber nicht so wie jetzt bei den Ukrainern.

    Sollen wieder kommen wenn sie eine weißere Hautfarbe haben, wahrscheinlich.

  19. Ein Kriegsende bedeutet ja nicht das das Land automatisch stabil wird. Solange Putins Russland existiert besteht auch mit einen Friedensvertrag weiterhin die Chance für einen erneuten Angriff.

  20. Ich bin echt überrascht wie rechte das immer erstaunlich finden. Glauben die eigentlich die Immigranten die wir vor etlichen Jahren (Ich spreche hier weit aus vor 2000 an) in Deutschland seitdem haben, woher die eigentlich kommen?

    Jedesmal sehe ich wie rechte überrascht sind dass Flüchtlinge hier bleiben möchten. Und garnicht verstehen wie es in deren Heimatland aussieht. Sogar deutsche sind geflüchtet und sind in den geflüchtetem Land geblieben. Das ist ganz normal

  21. Da wir sowieso mehr junge Menschen brauchen, um unsere Rentensystem aufrechtzuerhalten, sehe ich zumindestens für Deutschland nicht das Desaster. Bei 40% der Bevölkerung im Rentenalter gibt’s eigentlich keine andere Möglichkeit als junge Leute aus dem Ausland hierzu behalten.

  22. Schockierend und komplett unerwartet. Zum Glück werden wenigestens die Syrer und Afghanen zurück in ihre Heimat gehen, wenn es dort wieder sicher ist…

  23. Meinungsmache, so ein Artikel. Das werd ich ignorieren

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