Europas Staats- und Regierungschefs schalten nach dem katastrophalen Trump-Selenskyj-Treffen einen Gang hoch. Bei einem Londoner Gipfeltreffen am Sonntag wurden Pläne für einen europäischen Weg zum Frieden konkreter.

Nach einem verbalen Schlagabtausch im Weißen Haus hatten US-Präsident Trump und sein ukrainischer Amtskollege Selenskyj das Treffen vorzeitig abgebrochen. Selenskyj dürfe erst wiederkommen, wenn er bereit für Frieden sei, so Trump.

Seine Version eines Friedens klang dabei, als solle die Ukraine einfach russische Forderungen akzeptieren und das ohne wirkliche US-Sicherheitsgarantien. Keinesfalls wäre es der „gerechte Frieden“, den man in Europa will.

Der offene Bruch – vielleicht von Trump vorbereitet, vielleicht durch Selenskyjs ungeschickte Reaktion befeuert  – hat Europa aufgeschreckt. Dessen Anführer wollten sich ohnehin zu Sicherheitsgesprächen in London treffen.

Überholt von den jüngsten Ereignissen, nahmen bei dem Gipfel am Ende ein Friedensplan einer „Koalition der Willigen“ sowie weitere konkrete Schritte Gestalt an, die Trump besänftigen sollen.

Was nun auf dem Tisch liegt und warum das Ganze einen Haken hat, lesen Sie hier.

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Rundblick Europa

Dänemark: So wird der Supermarkteinkauf europäisch. Inmitten der transatlantischen Spannungen um Grönland erleichtert die dänische Salling-Gruppe, die zahlreiche Supermarktketten betreibt, den Verbrauchern den Kauf europäischer Produkte. Auch das Interesse der Dänen in die USA zu reisen, ist seit Trumps Amtsantritt im Januar um fast ein Drittel eingebrochen. Zum vollen Artikel geht’s hier.

Nach Angriff auf EU-Vertretung: Bulgarische Behörden wollen zwei pro-russische Abgeordnete festnehmen. Die bulgarische Staatsanwaltschaft hat das nationale Parlament um Erlaubnis gebeten, zwei Abgeordnete der pro-russischen Partei ‚Wiedergeburt‘ wegen Vandalismus am Gebäude der Europäischen Kommission in Sofia festnehmen zu dürfen. Lesen Sie mehr.

Bukarest: Ausschreitungen bei Demonstration zur Unterstützung von Georgescu. Bei einer Protestkundgebung zur Unterstützung des ehemaligen pro-russischen Präsidentschaftskandidaten Călin Georgescu am Samstag in Bukarest kam es zu Ausschreitungen. Am Mittwoch war Georgescu in sechs Punkten angeklagt worden.  Zum Artikel.

Griechenlands Tempi-Zugkatastrophe von 2023 belastet Regierung. Hunderttausende Griechen gehen heute im ganzen Land und im Ausland auf die Straßen. Sie werfen der konservativen Regierung vor, entscheidende Details über das tödliche Zugunglück von 2023 in Zentralgriechenland zu vertuschen. Weiterlesen.

EU-Recyclingregeln: Mobile Sammelstellen für Textilien in Warschau. Nach einigen Problemen mit der Umsetzung der neuen EU-Regeln hat die polnische Hauptstadt eine Lösung für die Sammlung von Textilien gefunden. An 42 Standorten in Warschau wurden mobile Sammelstellen eingerichtet. Alle Einzelheiten finden Sie hier.

Energie & Umwelt

Italien: Ein Schritt näher an der Wiedereinführung der Atomkraft. Vor mehr als 30 Jahren hat Italien der Kernenergie den Rücken gekehrt. Bis 2030 will die italienische Regierung sie wiedereinführen, um die Energiesicherheit zu gewährleisten und die Dekarbonisierungsziele zu erreichen. Am Freitag hat der Ministerrat einem Plan zugestimmt. Lesen Sie mehr.

Mineralvorkommen in der Ukraine: Schwer zugänglich, aber dringend gebraucht. Etwa fünf Prozent der weltweiten Mineralvorkommen liegen in der Ukraine. Dazu kommen noch weitere potenziell wertvolle natürliche Ressourcen. Sie zu heben dürfte sich aber schwieriger gestalten, als gedacht – auch, weil ein Großteil droht in russische Hände zu fallen. Weiter geht es hier.

Agenda

EU: Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nimmt am Strategischen Dialog über die Zukunft der europäischen Automobilindustrie teil;
Die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik Kaja Kallas nimmt am EU-Zentralasien-Ministertreffen in Aschgabat, Turkmenistan, teil; Treffen mit dem turkmenischen Außenminister Rashid Meredov und dem usbekischen Außenminister Saidov Bakhtiyor Odilovich;
Kommissionsvizepräsident Raffaele Fitto nimmt an der Debatte des Sonderausschusses für Wohnungsnot (HOUS) des Parlaments teil;
Vizepräsidentin Henna Virkkunen nimmt am Mobile World Congress 2025 in Barcelona, Spanien, teil;
Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft Jessika Roswall trifft sich mit dem israelischen Minister für Wirtschaft und Industrie Nir Barkat;
Der Kommissar für Wirtschaft und Produktivität, Valdis Dombrovskis, trifft sich mit dem EU-Netzwerk unabhängiger Finanzinstitutionen (EUIFI);
Die Kommissarin für Finanzdienstleistungen und die Spar- und Investitionsunion, Maria Luis Albuquerque, trifft sich mit dem CEO der Europäischen Bankenvereinigung (EBF), Wim Mijs;
Der Kommissar für Demokratie, Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Verbraucherschutz, Michael McGrath, auf offiziellem Besuch in Singapur: Treffen mit der Ministerin für digitale Entwicklung und Information, Josephine Teo, und mehr;
Parlamentspräsidentin Roberta Metsola empfängt die Präsidentin des Europäischen Forschungsrats Maria Leptin; Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte.