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Die frischgebackene Regierung in Österreich erregt Aufmerksamkeit: Eine Kfz-Steuer für Elektroautos soll kommen. Was Autofahrer in der Alpenrepublik noch erwartet.
Wien/München – Die neue Regierungskoalition in Österreich aus ÖVP, SPÖ und NEOS sorgt mit einer Entscheidung für Unmut unter Haltern von Elektroautos: Ab 2025 soll die Steuerbefreiung für Stromer – die auch in Deutschland existiert – wegfallen.
Während Selbstzünder offenbar steuerlich begünstigt bleiben, müssen sich E-Auto-Fahrer auf zusätzliche Kosten einstellen. Doch beinhaltet das veröffentlichte Regierungspapier auch gute Nachrichten für die Elektromobilität.
Elektroautos in Österreich: Regierung beabsichtigt Kfz-Steuerpflicht
Bislang waren Elektroautos in Österreich von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit – dem Pendant zur deutschen Kfz-Steuer. Das wird sich jedoch aller Voraussicht nach ändern:
Die neue Regierung hält an den Plänen fest, auch für E-Autos diese Steuer zu erheben. Durch diese Maßnahme erhofft sich das Dreier-Bündnis nach Angaben des Verkehrsclubs ÖAMTC Mehreinnahmen von rund 65 Millionen Euro jährlich.
E-Auto-Fahrer werden nach dem Regierungswechsel mehr zur Kasse gebeten
Laut Berechnungen des ÖAMTC müssen sich Besitzer eines Elektroautos künftig auf eine Mehrbelastung durch die Kfz-Steuer von durchschnittlich 400 Euro pro Jahr einstellen.

Elektroauto an (Tesla-)Ladestation: In Österreich wird nach dem Regierungswechsel auch für Stromer eine Kfz-Steuer fällig. © Daniel Scharinger/Imago
Die Entscheidung stößt insbesondere bei Umweltverbänden und der Automobilwirtschaft auf Kritik, da sie die Attraktivität der Elektromobilität senken könnte. Allerdings beinhaltet das Dokument auch positive Aspekte in Sachen BEV-Modelle.
Förderung für Elektroautos in Österreich bleibt – zumindest teilweise
Trotz der neuen Steuerpflicht soll die Antriebsgattung in Österreich weiter gefördert werden. Besonders für Dienstwagenfahrer gibt es eine gute Nachricht: Der steuerliche Vorteil von elektrischen Firmenwagen bleibt unangetastet.
Wäre dieser weggefallen, hätte das laut der Kleine Zeitung mit Verweis auf Stimmen der Automobilwirtschaft einen Einbruch bei den Neuzulassungen von Elektroautos zur Folge gehabt.
Ausbau der Stromtankstellen und Vermeidung von Zusatzkosten
Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur soll in der Alpenrepublik voranschreiten. Insbesondere an Autobahn-Raststätten sind mehr Lademöglichkeiten geplant, zudem soll der Konsumentenschutz verbessert werden:

Österreich hat eine neue Bundesregierung. Stellschrauben bei der Förderung von Elektroautos werden angepasst. © Heinz-Peter Bader/dpa
Künftig sind kWh-genaue Abrechnungen sowie ein grenzüberschreitendes Laden von Elektroautos ohne Zusatzkosten vorgesehen.
In Österreich gibt es noch Unklarheit über die Kaufprämie für E-Autos
Eine Unsicherheit bleibt jedoch: die Kaufprämie für Elektroautos. Bisher wurden Käufer mit bis zu 5000 Euro gefördert – 3000 Euro vom Staat und 2000 Euro vom Händler. Doch der Fördertopf ist laut Electrive.net bereits seit Mitte Februar leer. Ob und in welcher Höhe es eine neue Prämie geben wird, hat die Regierung noch nicht entschieden.
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Während Elektroautos künftig besteuert werden, bleibt eine umstrittene Vergünstigung erhalten: das Dieselprivileg. Der Treibstoff wird in Österreich steuerlich weiterhin günstiger behandelt als Benzin. Auch der Vorteil beim Agrardiesel bleibt unangetastet. (PF)