Stand: 10.03.2025 03:01 Uhr

Drei Jahre russischer Angriffskrieg – als Folge ist die Ukraine dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI zufolge erstmals größter Waffenimporteur der Welt. Und die Daten zeigen: Auch Europas Aufrüsten hat längst begonnen.

In kein Land der Erde sind in den vergangenen Jahren mehr Waffen geliefert worden als in die Ukraine. Das geht aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hervor. Die ukrainischen Einfuhren von Rüstungsgütern wuchsen demnach im Vergleich der vergangenen beiden Fünfjahreszeiträume um fast das 100-fache.

Die Ukraine hat sich damit als Folge ihrer Verteidigung gegen den seit drei Jahren anhaltenden russischen Angriffskrieg zum größten Rüstungsimporteur der Welt entwickelt. Das Land macht nunmehr 8,8 Prozent des globalen Gesamtvolumens bei der Einfuhr schwerer Waffen aus, zu denen unter anderem Panzer, Kampfjets und U-Boote gezählt werden.

Dahinter folgen auf die fünf Jahre gerechnet Indien (8,3 Prozent), Katar (6,8), Saudi-Arabien (6,8) und Pakistan (4,6). Deutschland liegt lediglich auf Rang 33, ist dafür aber der fünftgrößte Rüstungsexporteur der Welt.

Auch Europa rüstet auf

Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 haben nach SIPRI-Angaben mindestens 35 Länder Waffen in das angegriffene Land geliefert, meist als Militärhilfen, um sich gegen den Angriff Russlands verteidigen zu können. Größte Lieferanten waren dabei die USA als weltgrößter Rüstungsexporteur (45 Prozent) sowie Deutschland (12 Prozent) und Polen (11 Prozent). Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat die Militärhilfen für die Ukraine jüngst jedoch vorläufig eingestellt. 

Die Unsicherheit über den außenpolitischen Kurs der USA betrachten die Friedensforscher neben dem Ukraine-Krieg als einen der Hauptgründe dafür, warum auch die anderen Länder Europas derzeit kräftig aufrüsten: Die europäischen Waffenimporte seien im Zeitraum 2020-2024 um 155 Prozent gestiegen.

“Die neuen Waffentransferzahlen spiegeln deutlich die Aufrüstung wider, die als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland unter Staaten in Europa stattfindet”, erklärte der Sipri-Programmdirektor Mathew George.

Das globale Volumen solcher Rüstungslieferungen sank im Gegensatz dazu minimal um 0,6 Prozent. Der Bericht des international renommierten Instituts erscheint jährlich und bezieht sich jeweils auf die vergangenen fünf Jahre.