> **Welchen Anteil an dieser Entwicklung hat das Versagen der Linken, die sich stärker für Identitätspolitik als für Fragen sozialer Gerechtigkeit und die Situation abhängig Beschäftigter interessiert?**
> Ich finde es nicht unbedingt sinnvoll, Klassen- und Identitätspolitik gegeneinander auszuspielen. Aber es ist sicher ein Problem, dass auch in der SPD die Arbeiterklasse unter denen, die Politik machen, kaum noch vertreten ist, etwa unter Bundestags-abgeordneten oder Landtagsabgeordneten. Ich sage es nicht gern, aber bei der AfD ist das anders. Die lebensweltlichen Probleme dieser Großgruppe von Menschen findet in linken, demokratischen Parteien zu wenig Resonanz. Das hat irgendwann Folgen. Städte wie Kaiserslautern oder Gelsenkirchen waren SPD-Hochburgen, da ist jetzt die AfD stärkste Partei.
> Die Kombination aus Entwertung industrieller Arbeit, Verlust sozialer Infrastruktur und Armutsmigration von Geringqualifizierten führt zu alltagswirklichen Problemen, die die AfD mit dem Angebot von Ressentiment bewirtschaftet. Ich befürchte, dass der Funktionärskörper der SPD von dieser Alltagswirklichkeit relativ weit entfernt ist. In Deutschland können sich 6,2 Millionen Menschen, die in Vollzeit arbeiten, weder eine Urlaubsreise noch einen Restaurantbesuch oder die anderen Dinge leisten, die das Leben schön machen.
> Olaf Scholz hat Respekt versprochen, gerade für hart arbeitende Menschen. Aber so was muss man natürlich durch reale Politik unterlegen. Wenn das ausbleibt, muss man sich über entsprechende Wahlergebnisse nicht wundern.
Tiefgründige Antworten auf eine komplexe Frage: Warum ist die AfD bei Arbeitern so beliebt, obwohl deren Politik-Angebot deren Interessen zu widersprechen scheint?
Man muss sich halt auch nicht wundern dass sich niemand um Lügen und Widersprüche in der AfD schert wenn die Politiker der anderen Parteien einfach das selbe machen.
Wie viel Schaden an der Glaubwürdigkeit der Politik Fotzenfritz angerichtet hat indem er erst drei Jahre gegen die Finanzpolitik der Ampel anwettert nur um diese jetzt im Prinzip genau so umzusetzen.
Oder vor ihm Olaf Scholz mit seiner selektiven Demenz in Sachen Finanzverbrechen.
Wenn dann noch die Grünen von Springer niedergeschrieben werden ist auch das BSW und der Erfolg der Linken gut erklärbar. Letztere waren bis jetzt einfach nicht wichtig genug, aber wartet mal man was Döpfner die nächsten Wahlperioden über die verbreiten lassen wird.
Weil es in den Pausen immer die Bild zu lesen gibt
Was genau ist hier mit “Arbeitern” gemeint?
Die Unterscheidung gibt’s ja nicht mehr, sind doch alles Arbeitnehmer? Oder sind Leute im Niedriglohnsektor gemeint? Oder Handwerker? oô
Im Kern liegt es meiner Erachtens an der Wohlstandschere.
Die Reichen werden immer reicher, kaufen mit dem Geld alles was sie finden können. (Häuser, Medien, Politik etc) entziehen sich selbst der Steuer, womit das noch beschleunigt wird. Dann wird das, was der Staat an Kapital hat auch noch privatisiert, was am Ende dazu führt dass der Staat es nicht mehr selber anbieten kann sondern andere für den Service bezahlen muss. Der Staat ist also ärmer geworden – und das Geld wird aus den Steuern genommen – die wieder woanders fehlen.
Und zum Ablenken wird auf Einwanderer gezeigt. Die man gleichzeitig sogar verstärkt ins Land holt. Man füttert also seine eigene Anti Migranten Stimmung um vom Klassenproblem abzulenken.
Die AFD ist die Verkörperung davon. Oben explizite Reichenpolitik machen wollen und unten gefüllt mit Anti Migranten Stimmung.
Leider haben weder SPD noch Grüne viel Nennenswertes dagegen getan, weil sie das Grundproblem nicht angehen wollen. Die SPD hat zumindest eine UMST reduzierung gefordert, aber eben auch nur für Gastronomie. Nett, aber UMST weg auf Lebensmittel würde viel mehr helfen. Steuerlöcher schließen, Steuerreform (Freibetrag hoch und höhere steuern oben)
Warum weiß in D JEDER!
Es hat NICHTS mit den Linken, Merkel oder den Grüüüünen zu tun. NULL. NADA. NJENTE.
Die Erklärung für das Erstarken der AfD in Arbeiter-, bildungsfernen- UND ideologischentwurzelten Millieus kann man hervorragend am Entstehen und Wachstum des Nationalsozialismus in den 1920 und 1930ern ableiten.
Es ist so FRAPPIEREND wie sich die Methoden gleichen. Unabhängig von Land, Religion oder Kultur.
Sukzessive Übernahme der Medien, langsamer Gleichklang, immerwährende Erhöhung der eigenen Geschichte/ Kultur/ Religion, Verantwortung einer Minderheit für den “gefühlten” Niedergang und die Massen laufen dem vermeintlich Messias hinterher wie Rüden am Arsch einer läufigen Hündin.
Niemand kann diesesmal sagen er habe NICHTS GEWUSST!
Wie es mit der AfD in D weitergeht entscheiden wir. Eine Perspektive wie es sein kann liefern gerade die USA.
Ich habe keine Lösung für das Problem und habe viel zu wenig Kontakt mit Arbeitern um die Problemanalyse sinnvoll zu bewerten. Aber das scheint mir alles plausibel, was der Mann sagt. Wir leben zunehmend in unterschiedlichen Welten, sowohl ökonomisch als auch kulturell. Das lässt sich aber auch nur in sehr geringen Teilen sinnvoll beeinflussen.
Am Ende nähern wir uns doch einfach US Verhältnissen an. In den USA ist es schon länger so, dass das entscheidende Merkmal für die Wahl am Ende der Bildungsabschluss ist, noch nicht mal direkt das Einkommen. Das dürfte sich hier dann auch durchsetzen. Im Artikel wurden ja z. B. die VW Werker genannt, die scheiße viel Geld verdienen, aber am Ende trotzdem immer mehr von der SPD zur AfD schwenken.
Gestern einen Tweet gesehen in dem ein Republikaner meinte, es ginge MAGA zwar um die Klassenfrage aber er würde Elon Musk zur Arbeiterklasse zählen und sein local school board zum Establishment.
Das ist zwar absolut dumm, aber es zeigt das die Klassenfrage viel mehr eine kulturelle ist als das es wirklich um soziale Verhältnisse geht.
Die „klassische Arbeiterpartei“ SPD wird in ihrem gesamten Habitus inzwischen als Establishment wahrgenommen, während die AfD viel mehr den „rauen Ton“ der Arbeiter rüberbringt. Die Linke kann das stellenweise auch noch, wird aber teilweise auch als Verein von abgehobenen Akademikern wahrgenommen.
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https://archive.ph/6XH3p
> **Welchen Anteil an dieser Entwicklung hat das Versagen der Linken, die sich stärker für Identitätspolitik als für Fragen sozialer Gerechtigkeit und die Situation abhängig Beschäftigter interessiert?**
> Ich finde es nicht unbedingt sinnvoll, Klassen- und Identitätspolitik gegeneinander auszuspielen. Aber es ist sicher ein Problem, dass auch in der SPD die Arbeiterklasse unter denen, die Politik machen, kaum noch vertreten ist, etwa unter Bundestags-abgeordneten oder Landtagsabgeordneten. Ich sage es nicht gern, aber bei der AfD ist das anders. Die lebensweltlichen Probleme dieser Großgruppe von Menschen findet in linken, demokratischen Parteien zu wenig Resonanz. Das hat irgendwann Folgen. Städte wie Kaiserslautern oder Gelsenkirchen waren SPD-Hochburgen, da ist jetzt die AfD stärkste Partei.
> Die Kombination aus Entwertung industrieller Arbeit, Verlust sozialer Infrastruktur und Armutsmigration von Geringqualifizierten führt zu alltagswirklichen Problemen, die die AfD mit dem Angebot von Ressentiment bewirtschaftet. Ich befürchte, dass der Funktionärskörper der SPD von dieser Alltagswirklichkeit relativ weit entfernt ist. In Deutschland können sich 6,2 Millionen Menschen, die in Vollzeit arbeiten, weder eine Urlaubsreise noch einen Restaurantbesuch oder die anderen Dinge leisten, die das Leben schön machen.
> Olaf Scholz hat Respekt versprochen, gerade für hart arbeitende Menschen. Aber so was muss man natürlich durch reale Politik unterlegen. Wenn das ausbleibt, muss man sich über entsprechende Wahlergebnisse nicht wundern.
Tiefgründige Antworten auf eine komplexe Frage: Warum ist die AfD bei Arbeitern so beliebt, obwohl deren Politik-Angebot deren Interessen zu widersprechen scheint?
Ich kann an dieser Stelle immer nur auf das Buch [What’s the Matter with Kansas?](https://en.wikipedia.org/wiki/What%27s_the_Matter_with_Kansas%3F_(book)) hinweisen, das schon vor 20 Jahren genau diese Problematik beleuchtet hat.
Man muss sich halt auch nicht wundern dass sich niemand um Lügen und Widersprüche in der AfD schert wenn die Politiker der anderen Parteien einfach das selbe machen.
Wie viel Schaden an der Glaubwürdigkeit der Politik Fotzenfritz angerichtet hat indem er erst drei Jahre gegen die Finanzpolitik der Ampel anwettert nur um diese jetzt im Prinzip genau so umzusetzen.
Oder vor ihm Olaf Scholz mit seiner selektiven Demenz in Sachen Finanzverbrechen.
Wenn dann noch die Grünen von Springer niedergeschrieben werden ist auch das BSW und der Erfolg der Linken gut erklärbar. Letztere waren bis jetzt einfach nicht wichtig genug, aber wartet mal man was Döpfner die nächsten Wahlperioden über die verbreiten lassen wird.
Weil es in den Pausen immer die Bild zu lesen gibt
Was genau ist hier mit “Arbeitern” gemeint?
Die Unterscheidung gibt’s ja nicht mehr, sind doch alles Arbeitnehmer? Oder sind Leute im Niedriglohnsektor gemeint? Oder Handwerker? oô
Im Kern liegt es meiner Erachtens an der Wohlstandschere.
Die Reichen werden immer reicher, kaufen mit dem Geld alles was sie finden können. (Häuser, Medien, Politik etc) entziehen sich selbst der Steuer, womit das noch beschleunigt wird. Dann wird das, was der Staat an Kapital hat auch noch privatisiert, was am Ende dazu führt dass der Staat es nicht mehr selber anbieten kann sondern andere für den Service bezahlen muss. Der Staat ist also ärmer geworden – und das Geld wird aus den Steuern genommen – die wieder woanders fehlen.
Und zum Ablenken wird auf Einwanderer gezeigt. Die man gleichzeitig sogar verstärkt ins Land holt. Man füttert also seine eigene Anti Migranten Stimmung um vom Klassenproblem abzulenken.
Die AFD ist die Verkörperung davon. Oben explizite Reichenpolitik machen wollen und unten gefüllt mit Anti Migranten Stimmung.
Leider haben weder SPD noch Grüne viel Nennenswertes dagegen getan, weil sie das Grundproblem nicht angehen wollen. Die SPD hat zumindest eine UMST reduzierung gefordert, aber eben auch nur für Gastronomie. Nett, aber UMST weg auf Lebensmittel würde viel mehr helfen. Steuerlöcher schließen, Steuerreform (Freibetrag hoch und höhere steuern oben)
Warum weiß in D JEDER!
Es hat NICHTS mit den Linken, Merkel oder den Grüüüünen zu tun. NULL. NADA. NJENTE.
Die Erklärung für das Erstarken der AfD in Arbeiter-, bildungsfernen- UND ideologischentwurzelten Millieus kann man hervorragend am Entstehen und Wachstum des Nationalsozialismus in den 1920 und 1930ern ableiten.
Es ist so FRAPPIEREND wie sich die Methoden gleichen. Unabhängig von Land, Religion oder Kultur.
Sukzessive Übernahme der Medien, langsamer Gleichklang, immerwährende Erhöhung der eigenen Geschichte/ Kultur/ Religion, Verantwortung einer Minderheit für den “gefühlten” Niedergang und die Massen laufen dem vermeintlich Messias hinterher wie Rüden am Arsch einer läufigen Hündin.
Niemand kann diesesmal sagen er habe NICHTS GEWUSST!
Wie es mit der AfD in D weitergeht entscheiden wir. Eine Perspektive wie es sein kann liefern gerade die USA.
Ich habe keine Lösung für das Problem und habe viel zu wenig Kontakt mit Arbeitern um die Problemanalyse sinnvoll zu bewerten. Aber das scheint mir alles plausibel, was der Mann sagt. Wir leben zunehmend in unterschiedlichen Welten, sowohl ökonomisch als auch kulturell. Das lässt sich aber auch nur in sehr geringen Teilen sinnvoll beeinflussen.
Am Ende nähern wir uns doch einfach US Verhältnissen an. In den USA ist es schon länger so, dass das entscheidende Merkmal für die Wahl am Ende der Bildungsabschluss ist, noch nicht mal direkt das Einkommen. Das dürfte sich hier dann auch durchsetzen. Im Artikel wurden ja z. B. die VW Werker genannt, die scheiße viel Geld verdienen, aber am Ende trotzdem immer mehr von der SPD zur AfD schwenken.
Gestern einen Tweet gesehen in dem ein Republikaner meinte, es ginge MAGA zwar um die Klassenfrage aber er würde Elon Musk zur Arbeiterklasse zählen und sein local school board zum Establishment.
Das ist zwar absolut dumm, aber es zeigt das die Klassenfrage viel mehr eine kulturelle ist als das es wirklich um soziale Verhältnisse geht.
Die „klassische Arbeiterpartei“ SPD wird in ihrem gesamten Habitus inzwischen als Establishment wahrgenommen, während die AfD viel mehr den „rauen Ton“ der Arbeiter rüberbringt. Die Linke kann das stellenweise auch noch, wird aber teilweise auch als Verein von abgehobenen Akademikern wahrgenommen.
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