Viele neue Migranten haben kein Benehmen. Sagen alteingesessene Migranten. Was die Einwanderungsstadt Wuppertal erzählt über ein Einwanderungsland, das mit sich hadert.

by Commercial_Yam_932

22 comments
  1. Beobachtung, die ich im Wahlkampf gemacht habe: Die Leute mit größter AfD Hetze waren die, die selber Migrationshintergrund haben. “Ich bin selber Ausländer und wähle deswegen AfD” ist ein Zitat, das an Ner Haustür so gefallen ist. Das ist dann oft so ein “ich/meine Eltern musste/n Ausgrenzung erfahren und es war hart, denen wird aber alles hinten rein geschoben” so wie das klassische, dass man immer gerne nach unten auf die tritt, denen es noch schlechter geht.

  2. „Und sobald meine Eltern Elli‘s Island verlassen haben, drehten sie sich um und beschwerten sich über die Ausländer die jetzt reinkommen und das Land kaputtmachen“

    Finde die Quelle leider nicht mehr.

  3. Ich hätte nie gedacht, dass Leoparden MEIN Gesicht fressen würden!

  4. Jon Stewart hat es mal bezogen auf die USA und das Sprichwort der “Nation of Immigrants” perfekt zusammengefasst: “We are a nation of immigrants, who hate the newer immigrants”.

    Migranten haben sich immer und überall in die Gesellschaft integriert, indem sie deren Hass gegen Migranten übernommen und gegen die jeweils nächste Migrantengeneration projiziert haben. Und die Mehrheitsgesellschaft spielt mit, die alten Migranten werden plötzlich zu der guten alten Zeit, als die Welt noch in Ordnung war, im Gegensatz zur aktuellen Generation, die [die üblichen Beschwerden hier einfügen].

    In ein paar Jahren werden die Syrer und Afghanen zum Modell der “guten” Migranten erklärt werden, nicht so wie die Boat People aus Grönland, die sich nicht benehmen können, “uns” unsere Arbeitsplätze/Frauen/Zahnarzttermine/Antisemitismus wegnehmen…

    PS: Und dieses Verhalten ist auch nicht auf das Thema Migration beschränkt, siehe Beschwerden über “die Jugend von heute”, von Leuten, über die in ihrer Jugend das gleiche gesagt wurde.

  5. Hatte einen türkischen Kommilitonen, der manchem AfDler bei den Abschiebeforderungen Konkurrenz machen konnte. Gerade bei Vorfällen wie Silvester 2015 hat man das dann sichtlich gemerkt. Gut integrierte Migranten wollen natürlich nicht mit Kriminellen in einen Topf geworfen werden und sprechen sich dann oft für härtere Strafen oder Abschiebungen aus

  6. Deutsche schimpfen über geflüchtet Schlesier, Schlesier schimpfen Ostdeutsche, Ostdeutsche schimpfen über Arbeitsmigranten, Arbeitsmigranten schimpfen über Flüchtlinge.
    Das ist doch irgendwie ein Naturgesetz.

  7. Mein Schwager ist Ecuadorianer, und man sieht es ihm auch an. Seit dem Aufstieg der AfD ab Mitte der 2010er machte er Rassismuserfahrungen, die er in den 20 Jahren zuvor in Deutschland nie erlebt hatte.

    Den Schluss, den er daraus gezogen hat, lässt mich allerdings jedes Mal innerlich zusammenzucken, wenn ich daran denken muss: Die syrischen und afghanischen Flüchtlinge seien Schuld daran, dass er nun diese Erfahrungen machen muss, weil die Rassisten ihn mit diesen in einen Topf werfen. Statt also die Rassisten selbst dafür verantwortlich zu machen, hat er sich ihnen angeschlossen und wählt nun, als einziger in einer ansonsten linksgeprägten Familie (der Großvater war Politiker in Allendes Partei und musste vor Pinochet nach Ecuador fliehen), AfD.

  8. Kenne einige Leute mit türkischem Migrationshintergrund die AfD wählen, weil die endlich was gegen die ganzen Ausländer machen. Kriegst nicht in Kopf rein.

  9. Ich kenne in meiner Bubble nur deutsche die sich nicht benehmen, über die würde ich auch gerne mal nen Artikel schreiben

  10. Ich habe einen Kollegen mit klar hörbaren russischem akzent.
    Der wollte auch zuerst afd wählen. Ich habe versucht ihm zu erklären warum das gerade als Einwanderer doof ist (weil die halt genau ihn loswerden wollen) und er meinte nur sas er ja deutscher Staatsbürger ist und sich mehr als deutscher sieht. Aber redet dann wenn es um den Ukraine Krieg geht immer von “uns” wenn er die russische Seite meint?!

    Er hat dann nicht afd gewählt wegen dem Alice/musk Interview und wie die über Hitler geredet haben, die russische propaganda macht wohl wenigstens einen guten Job damit Hitler als inakzeptabel dastehen zu lassen. Immerhin etwas oder so.

  11. Früher durften Migranten eher arbeiten, weil es politisch so gewollt war. Heute werden sie toleriert, “von der Arbeit ausgesperrt”, in spezifischen Unterkünften untergebracht, erhalten komische Titel und verwirrende Status, leben zumeist mit anderen Migranten ohne Plan und Arbeit tagein-tagaus, haben nicht genug Tagesstruktur; lernen unzureichend v. Gebräuchen, Kultur und Sprache weil es nicht genügend Lehrer und Sozialarbeiter gibt…. leben in einer Bubble. Es gibt keine konstruktive Authorität v. Staat und Gesellschaft, sondern nur Aufbewahrung.

    Ist doch klar, dass sich dann einige von denen schlecht benehmen bzw in der Öffentlichkeit verhalten. Da entlädt sich auch Frustration und Perspektivloskeit. Der Punkt ist der: Es gibt Gründe dafür.

    Werden diese nicht benannt und gelöst, geht es schön weiter so.

  12. Nennt sich Door-Closer Effekt und ist in allen Gesellschaften bekannt. Ist so ein Punkt wo wir an Toleranzgrenzen stoßen. Was machen wir mit Menschen die durch unsere Toleranz Teil der Gesellschaft werden konnten und diese Möglichkeit nun anderen durch ihre eigene Intoleranz verweigern?

    Solche Diskussionen legen auch das falsche Bild frei, dass es sich bei Menschen mit Migrationshintergrund um eine homogene Masse handelt. Da sind viele kulturelle Backgrounds, Lebenserfahrungen und Einstellungen vertreten – und nicht alle davon sind geil.

  13. Deutschland begeht dieselben Fehler wie damals bei den Gastarbeitern indem sie Migration nicht proaktiv und ehrlich behandelt. Dadurch bleibt es ein Thema nur für die Rechtsradikalen. Dabei könnte man wenn man es richtig macht den Migranten helfen und den „Deutschen“ zugleich. Eine inklusive Gesellschaft ist für alle gut.

  14. Ich war bei einem Kollegen auf einer Party. Nachbarn und Freunde waren da, einige von den Nachbarn sogenannte Spätaussiedler aus Polen. Also die Spätaussiedler, die schon länger da waren. Die beschwerten sich über die aktuell ankommenden Spätaussiedler. Die, “deren Vorfahren mal einen deutschen Schäferhund besessen hatten”.

    Das war vor 40 Jahren.

  15. Die meisten etwas älteren Ausländer die ich kenne sind wütend weil die neuen Flüchtlinge alles in den arsch gesteckt bekommen während sie selbst sich denselben arsch wund gearbeitet haben. Ich sage nicht das es irgendwas rechtfertigt aber der Frust ist verständlich.

  16. Wenn wir nach unten gegen die Neuen treten, DANN werden wir sicher akzeptiert.

  17. War heute in der Ausländerbehörde.

    Puhhh, schon echt grenzwertig dieses Klientel.

    Klopft an eine Tür, niemand antwortet also was macht man dann? Na klar, einfach die Tür öffnen.

    Jemand wartet, was macht man? Na klar, sich einfach vor diese Person stellen und den ersten Beamten, den man sieht vollquatschen und die wartende Person übergehen.

    Einfach asozial sowas…

  18. So am Rande: Der grösste “Skandal” des Artikel ist meines Erachtens eigentlich die Geschichte von Maria, vor 25 Jahren aus Russland eingewanderte Mutter:

    > Sie hat sieben Kinder, mittlerweile sind alle erwachsen, sechs in Arbeit als Lehrerin, Verkäuferin, Ingenieur, Innenausstatter, Pflegerin auf einer Intensivstation, Krankenschwester. Die jüngste Tochter studiert auf Lehramt. Maria Brum selbst hilft bei einer Lebensmittel-Tafel aus, sie verteilt Wartenummern am Eingang.

    […]

    > Sie belegte einen Kurs für die ehrenamtliche Betreuung Demenzkranker, machte einen Einbürgerungstest und bestand mit 33 von 33 Punkten. Aber ohne regelmäßiges Einkommen ist es schwer mit der Staatsbürgerschaft.

    > So führt [sie] eine Existenz in der Schwebe. Alle drei Jahre werden Nachweise erbeten. Alle drei Jahre werden Dokumente geprüft. Alle drei Jahre schreiben Chor und Tafel dieser 63-Jährigen Zeugnisse wie einem Schulkind. [Dort nennen sie diese] eine “zuverlässige, warmherzige, gut integrierte und nicht mehr wegzudenkende Größe” und bitten um eine “langfristige Perspektive”, die sie nie erhält. Beim letzten Kontakt mit dem Amt glaubt sie verstanden zu haben, sie müsse Deutschland verlassen, sobald ihre jüngste Tochter das Lehramtsstudium beendet hat. Dann seien da keine Kinder mehr, für die sie als Mutter zu sorgen habe.

    DAS ist für mich ein schlechter Witz. Denn hier ist ohne jeden Zweifel die Rede davon, dass diese Frau keine “Belastung” (in welcher Form auch immer) sondern eine Bereicherung für dieses Land (gewesen) ist (die *selbstverständlich* hier bleiben sollte bzw. bleiben dürfen sollte).

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